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Basketball Wiha Panthers: "Großen Schritt geschafft"

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Die Fans haben die Panthers toll unterstützt. Foto: Michael Kienzler

 Die wiha Panthers Schwenningen haben als ProB-Aufsteiger mit dem Erreichen des Play-off-Halbfinales eine sehr erfolgreiche Saison absolviert. Nun soll es sogar in der ProA für die Neckarstädter weitergehen. Coach Alen Velcic sieht sehr gute Zukunftsperspektiven für den Basketball in der Doppelstadt. Die Wild Wings und der FC 08 Villingen sind für den 48-Jährigen keine Konkurrenten, sondern Mitstreiter in der heimischen Sportszene. Dass auch das Leistungsniveau beim Nachwuchs des BV Villingen-Schwenningen weiter angehoben werden muss, ist für Alen Velcic selbstverständlich. Wir sprachen mit ihm.

Herr Velcic, eine sehr intensive ProB-Saison liegt hinter Ihnen und der Mannschaft? Wie wollen Sie nun etwas vom Basketball abschalten?

(schmunzelt). Zunächst einmal habe ich in meinem Villinger Geschäft einiges aufzuarbeiten. Da ist doch etwas liegengeblieben in den vergangenen Wochen. Ich freue mich nun auf die Zeit, nicht jeden Abend in die Halle zu müssen. Wenn ich abends nach der Arbeit heimkomme, fahre ich gerne auch mal eine Runde mit dem Fahrrad und genieße die Zeit mit meiner Frau und Freunden. Man merkt jetzt erst, was für ein Druck, vor allem mental, in den vergangenen Monaten auf einem lastete. Auch werde ich mit meiner Frau noch für ein paar Tage in die Sonne fliegen.

Sie haben vor dieser Runde Ihr Team fast neu zusammengestellt. Gab es einen Aspekt, der Sie am meisten überrascht hat?

Ich möchte zwei Aspekte nennen: Ich hätte nicht gedacht, dass die Jungs dieses Erfolgs-gen, diesen Hunger nach Erfolgserlebnissen, den ich selbst seit Jahren in mir habe, auch so schnell verinnerlichen. Außerdem ist die Mannschaft sportlich und menschlich schneller zusammengewachsen, als dies normal der Fall ist. Um ein erfolgreiches Team aufzubauen, braucht man im Normalfall mindestens zwei Jahre. Insgesamt haben wir mit dieser Saison sportlich einen großen Schritt nach vorne geschafft.

Der Erfolgshunger ist die eine Sache, aber noch etwas ist Ihnen als Trainer seit Jahren hinsichtlich Ihrer Mannschaften wichtig. Was denn?

Das stimmt. Ich möchte keine Spieler, die sich hier nur auf der Durchreise befinden. Die Jungs sollen sich in unserer Region absolut daheim fühlen und sich mit dieser auch voll identifizieren. In anderen Sportarten, so beobachte ich es schon etwas negativ, wird die Bindung zwischen Spielern und den Menschen in der jeweiligen Region immer weniger. Im Bereich der Trainer gibt es zwei positive Beispiele. Warum waren ein Jupp Heynckes oder ein Ottmar Hitzfeld bei Bayern München auch so erfolgreich und populär? Weil sie sich hundertprozentig mit dem Verein und der Stadt identifizierten. Deshalb lege ich bei uns auf diese Dinge auch so einen großen Wert.

Die Euphorie rund um die Panthers wurde in den vergangenen Monaten immer größer. Wie haben Sie diese Begeisterung erlebt?

Diese Entwicklung war fantastisch. Unsere Fans waren praktisch der sechste Mann auf dem Feld. Was für mich besonders bemerkenswert war, ist die Tatsache, dass wir inzwischen auch Zuschauer aus dem ganzen Süden Baden-Würrtembergs anlockten.

Hand aufs Herz, wurde bei den Panthers lange überlegt, als sich nun die Option "ProA" auftat?

Nein – unsere Entscheidung, es anzupacken, fiel nicht schwer. Die große Unterstützung der Stadt Villingen-Schwenningen in dieser Sache war für uns ausschlaggebend. Hätten wir nun doch einen Rückzieher in Sachen ProA gemacht, wäre dies gegenüber mehreren Seiten nicht mehr zu verkaufen gewesen. Das Engagement der Stadt bei unseren Aufgaben und Zielen ist alles andere als selbstverständlich – und wir schätzen dies sehr. Unsere Verantwortlichen bei der Stadt zeigen mit ihrer Hilfe sehr viel Weitsicht, denn es geht ja nicht nur um unsere erste Panthers-Mannschaft, sondern vor allem auch langfristig darum, weitere Jugendliche für das Basketball – und den Sport allgemein – hier zu begeistern.

Im Falle des ProA-Aufstieges wollen die Panthers ihren Etat – erheblich – auf 700 000 Euro hochschrauben. Der Sponsorenkuchen in der Region, an dem ja auch andere Sportgrößen wie die Schwenninger Wild Wings oder der FC 08 Villingen partizipieren, wird immer kleiner.

Dies sehe ich auf jeden Fall nicht so. Wir leben in einer sehr wirtschaftskräftigen Region, die in Deutschland sogar ihresgleichen zu den Top 30 zählt. Alle drei Klubs haben verschiedene Zielgruppen. Für alle drei Klubs gibt es in meinen Augen noch weitere Steigerungsmöglichkeiten im Sponsoring. Viele Firmen haben den Werbeeffekt des Sports längst erkannt.

Wie entwickeln Sie sich die internen Organisationsstrukturen bei den Panthers?

Auch in diesem Bereich sind wir in dieser Saison einen großen Schritt vorangekommen. Aber unsere Organisation muss sich natürlich weiterentwickeln. Ich sehe aber auch hier die Dinge sehr zuversichtlich, weil immer mehr kompetente Menschen bei uns mitmachen wollen.

Als sportlicher Unterbau ist es wichtig, dass auch der Nachwuchs auf einem hohen Niveau spielt. Wie bewerten Sie hier beim BV Villingen-Schwenningen den Ist-Stand?

Im Nachwuchsbereich muss bei uns das Leistungsniveau in den kommenden Jahren gesteigert werden. Dazu werden aus meiner Sicht sicherlich sogar auch hauptamtliche Trainer notwendig sein. Langfristig muss es das Ziel sein, dass zumindest ein Nachwuchsteam bei uns in der Bundesliga spielt. Die Verantwortlichen bei uns im Nachwuchsbereich müssen dafür aber auch wieder mehr an einem Strang ziehen. Mit Gabriele Cernoch-Reich wurde beim BV Villingen-Schwenningen eine sehr fleißige Vorsitzende gefunden, die vor allem auch sozial eine große Kompetenz besitzt.  

Fragen von Michael Bundesmann

Ihre Redaktion vor Ort Villingen

Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

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