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Balingen Stockenhausen kämpft ums "Kleinod"

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Früher der "Stolz der Gemeinde": das einstige Schul- und Rathaus von Stockenhausen. Der Frommerner Ortschaftsrat drängt nun darauf, das Gebäude endlich zu sanieren. Foto: Maier Foto: Schwarzwälder Bote

Der "Stolz der Gemeinde" ist das Schul- und Rathaus in Stockenhausen in früheren Zeiten gewesen –­ das aber ist lange her. Nun wollen die Stockenhausener das Gebäude neu beleben und mit Unterstützung der Stadt endlich wieder auf Vordermann bringen. Der Frommerner Ortschaftsrat hat sich dazu am Donnerstagabend klar positioniert.

Balingen-Stockenhausen. Das Interesse an dem stattlichen Haus sei in den vergangenen Jahren stetig gewachsen, sagte der Ortsvorsteher Stephan Reuß. Es hat dort eine Kunstausstellung gegeben, die Band Frieda & The Oldstocks nutzt es als Probenraum, eine Jazz-Band zeigt Interesse, eine Gymnastikgruppe trifft sich darin regelmäßig, ebenso finden Z’Liacht-Abende statt, es diente auch bereits als Ausweichquartier für Gottesdienste. Das Gebäude habe sich nicht über Vereine, sondern aus der sehr aktiven Stockenhausener Dorfgemeinschaft heraus immer mehr mit Leben gefüllt, so Reuß.

Das Problem: Das Haus an sich verkommt immer mehr. Das soll sich nach dem Willen des Ortschaftsrats nun, nach mehreren bislang erfolglosen Vorstößen, endlich ändern.

"In angemessener Frist"

Beschlossen hat das Gremium am Donnerstag mehrere Wünsche. Der wichtigste: Die Stadtverwaltung soll die notwendigen Erhaltungsmaßnahmen in Angriff nehmen, und zwar "in angemessener Frist". Möglicherweise, so das Gremium, können dafür auch Fördergelder an Land gezogen werden.

Wobei mit "Erhaltung" deutlich mehr gemeint ist als bisher: Nach Meinung des Ortschaftsrats muss sich die Stadt aktiv um das Gebäude kümmern und nicht nur darauf achten, dass es am Ende nicht zusammenfällt.

Tatsächlich sind umfangreiche Sanierungsarbeiten notwendig: Das Dach ist undicht, das Fachwerk und die Deckenbalken vor allem im Obergeschoss weisen große Schäden auf, Putz blättert von den Wänden. Zuletzt sind sogar marode Fensterläden heruntergefallen. Dabei geht es also nicht mehr nur um Schönheits-, sondern auch um Sicherheitsfragen.

Die Forderung nach einer Behebung der vielen Schäden ist nicht neu: Der Frommerner Ortschaftsrat hat dies immer wieder angemahnt, und praktisch jeder der bisherigen Balinger Oberbürgermeister sagte zu, etwas zu unternehmen. Geschehen aber ist bis heute nichts.

Zuletzt hatte es nach einem Ortsrundgang und einer Gebäudeinspektion seitens des Tiefbauamts im Jahr 2015 geheißen, dass nun Pläne für die Sanierung erstellt würden, um das Vorhaben finanziell im Haushalt 2016 zu platzieren. Geschehen ist das bis heute nicht.

1923 unter Herre erbaut

Das Stockenhausener Schul- und Rathaus wurde 1923 während der Amtszeit des Schultheißen Jakob Herre gebaut, es steht unter Denkmalschutz. Dafür musste das alte Schulhaus weichen. Das Gebäude sei, so ist in Archiven zu lesen, damals "das schönste in der Gegend" gewesen. Im ersten Stock waren viele Jahre lang die Amtsräume sowie zwei Schulräume untergebracht, in denen sieben Klassen unterrichtet wurden – von einem Lehrer, der im Geschoss darüber seine Wohnung hatte. Nach der Auflösung der Schule wurde diese privat vermietet.

Mit der Eingemeindung Stockenhausens nach Frommern verlor das Rathaus seine Funktion. Einige Jahre lang bot die Ortschaftsverwaltung noch an einem halben Tag Sprechstunden an, und auch das Bezirks-Notariat war dort zeitweise untergebracht.

Um an die frühere Funktion des Gebäudes zu erinner, will der Frommerner Ortschaftsrat vielleicht eine seiner nächsten Sitzungen in Stockenhausen abhalten. Ebenfalls im Frühjahr soll mit maßgeblicher Beteiligung der Stockenhausener, die die Nutzung des früheren Schul- und Rathauses bisher eigenverantortlich organisieren, eine Arbeitsgemeinschaft begründet werden. Diese soll die künftige Verwaltung des Gebäudes auf solide Beine stellen und der Stadtverwaltung demonstrieren, dass man es ernst meint mit dem Bemühen, das Gebäude aus dem Dornröschenschlaf zu holen. Idealerweise soll das bis 2023 geschehen – und damit 100 Jahre, nachdem es einst fertiggestellt worden ist.

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