Sie pfeifen auf Stuttgart 21: Demonstranten jeden Semesters machen auf dem Balinger Marktplatz ihrem Unmut Luft. Foto: Erb

Premiere der lautstarken Protestaktion "Schwabenstreich". "Das werden wir alle bezahlen".

Balingen - Eine ohrenbetäubende Premiere hat am Montagabend die Eyachstadt erlebt: Rund 50 Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 machten auf dem Marktplatz mächtig Krach. Eine Minute lang wurde getrillert, geflötet und getrötet beim ersten Balinger "Schwabenstreich".

Die Teilnehmer der vorangegangenen Montagsdemo schlossen sich dem um 19 Uhr beginnenden lautstarken Protest an. Das Geld, das in Stuttgart "vergraben" werde, fehle später auch bei der Unterstützung sozial Schwacher, sagte der frühere OB-Kandidat Peter Seifert. Unter den Demons­tranten war die eigens aus der Landeshauptstadt angereiste Astrid Matheja. Es sei enorm wichtig, dass der Protest in die vermeintliche Provinz überschwappe, meinte die Stuttgarterin.

"Das werden wir alle bezahlen"

Denn für S 21 fließe viel Steuergeld: "Das werden wir alle bezahlen." Die Bürger fingen nun an, ihre Verantwortung wahrzunehmen, betonte Matheja, die herausstellte, dass dies nicht nur eine Demo gegen S 21, sondern vor allem für den Gegenentwurf Kopfbahnhof 21 sei. Von den Kundgebungen gehe eine "soziale Wärme" aus: "Da kommen Leute ins Gespräch, die früher nie miteinander geredet hätten."

Gleich bei der Premiere machten die Demonstranten deutlich, dass sie nicht locker lassen wollen: Bereits am kommenden Montag soll es vor der Stadtkirche den zweiten Balinger "Schwabenstreich" geben.

Außerdem rief die Geislinger Aktivistin Renate Wahl die Teilnehmer dazu auf, bei der für Schömberg geplanten Kundgebung gegen ein Großgefängnis an der Kreisgrenze zu Rottweil Flagge zu zeigen.

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