Ziellosigkeit, fehlende Motivation, Selbstwertverlust: Die Zahl der depressiven Erkrankungen liegt im Zollernalbkreis laut AOK-Studie über dem Landesdurchschnitt. Foto: Stratenschulte Foto: Schwarzwälder Bote

Gesundheit: Zollernalb über Durchschnitt

Zollernalbkreis. Die Zollern­alb liegt bei der Volkskrankheit Depression um 3,4 Prozent über dem Landesdurchschnitt, teilt die AOK mit.

Mehr als 14 Prozent der Zollernälbler litten 2017 an einer Depression. 14 673 AOK-Versicherte waren in ärztlicher Behandlung. Eine Auswertung belege, dass die Krankheitshäufigkeit mit zunehmendem Alter ansteigte und Frauen häufiger an Depressionen litten als Männer.

"Die Ursachen für eine Depression sind vielfältig", erklärt André Bücheler, Leiter des AOK-Kundencenters in Balingen. "Eine wichtige Rolle spielt, dass die Menschen offener dafür sind, mit ihren psychischen Belastungen ärztliche Hilfe zu holen." Gleichzeitig seien Ärzte zunehmend für psychische Erkrankungen und die psychischen Ursachen von körperlichen Erkrankungen sensibilisiert. So würden nun auch Depressionen erkannt, die früher in die Dunkelziffer eingingen.

Während einer depressiven Episode seien Selbsttötungen häufig. Insbesondere bei alten Menschen sei die Dunkelziffer hoch, weiß Bücheler. Ein Indiz, dass die Behandlung inzwischen eher erfolgt, sei ein Rückgang der Suizide.