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Balingen Kommunalpolitik ist nicht langweilig: Sie kann auch Spaß machen

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Über Frauen in der Kommunalpolitik haben Irmgard Priester, Ipek Gedikli, Juliane Gärtner, Moderatorin Petra Nann, Nicole Hoffmeister-Kraut, Magdalena Dieringer und Conny Richter (von links) diskutiert. Foto: Hertle Foto: Schwarzwälder Bote

Balingen. "Ich bin aus meiner Komfortzone rausgekommen", so hat Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut ihre Erfahrungen in der Politik geschildert. Die CDU-Politikerin ermunterte beim kommunalpolitischen Symposium im Landratsamt Frauen – und auch Männer – dazu, sich vor Ort zu engagieren.

Ähnlich schilderte es der Gastgeber, Landrat Günther-Martin Pauli, der vor Jahren in Binsdorf eine eigene Liste mit aufgestellt hatte. Durch Kandidatur bei den Kommunalwahlen und durch hohe Wahlbeteiligung könne man die Demokratie stärken. Die niedrige Beteiligung von 46,5 Prozent bei der vergangenen Wahl nannte Pauli ein "erbärmliches Signal". Es gelte, die Politik mit zu gestalten und sie nicht den Populisten zu überlassen.

Noch immer sei der Frauenanteil in politischen Gremien niedrig, so Hoffmeister-Kraut. Einer der Gründe sei die mangelnde Vereinbarkeit von Familie, Berufstätigkeit und Ehrenamt: "Die Zeit ist knapp für viele Frauen, die sich engagieren." Das habe auch für sie gegolten, die in Kirchengemeinderat, Elternbeirat und im Balinger Gemeinderat aktiv war, bevor sie für den Landtag kandidierte, das Direktmandat errang und kurze Zeit später als Ministerin berufen wurde. Ihr Resümee: "Ich wäre heute nicht in diesem Amt, wenn ich mich nicht kommunalpolitisch engagiert hätte." Doch habe auch sie Bedenken gehabt, ob sie das alles zeitlich unter einen Hut bringen könnte.

Das galt auch für die anderen Frauen, die sich in einer Diskussionsrunde zusammensetzten, moderiert von der Bloggerin Petra Nann. Juliane Gärtner, CDU-Kommunalpolitikerin im Albstädter Gemeinderat, im Kreistag und Lautlinger Ortsvorsteherin, bekannte: "Das Amt bereitet mir viel Freude, aber man braucht Kraft und Zeit."

Ipek Gedikli (SPD), Oberärztin am Zollernalb-Klinikum, ist über die deutsch-türkische Frauengruppe zur Kommunalpolitik gekommen: "Ich wollte mich einbringen und Vorurteile abbauen." Sehr erfreut sei sie als Frau mit türkischen Wurzeln und Muslima über ihr Wahlergebnis gewesen. Sie habe nicht erwartet, für Kurt Haigis in den Gemeinderat nachzurücken.

"Wir müssen etwas unternehmen, um mehr Frauen in die Gremien zu bekommen", forderte Irmgard Priester (FDP), seit viereinhalb Jahren im Balinger Gemeinderat. Vorher sei es ihr aus beruflichen Gründen nicht möglich gewesen, die Sitzungstermine dienstags wahrzunehmen.

Magdalena Dieringer (FWV) aus Rangendingen berichtete, dass sich gerade für Frauen das Problem stelle, zunächst ihre kleinen Kinder zu betreuen und zu erziehen, und in späteren Jahren ihre Eltern pflegen zu müssen. In Rangendingen sei es gelungen, mehr Frauen in die Kommunalpolitik zu holen. Ihre eigenen Erfahrungen sind gemischt: "Ich musste mir vieles anhören."

In der Diskussion sprachen die Teilnehmerinnen auch über den Zeitfaktor des Ehrenamts und wie man mehr Frauen, gerade jüngere, in die Kommunalpolitik bringen könne. Sie waren sich darüber einig, dass man auf örtlicher Ebene durchaus etwas bewegen könne.

Eine Zuhörerin fragte: "Was wäre, wenn mehr Frauen in der Kommunalpolitik wären?" Die Antwort vom Podium: "Es würden mehr Schwerpunkte auf soziale Themen wie Schulwesen, Familie und Wohnungsbau gelegt, und Entscheidungen würden mehr im Austausch getroffen."

Die Leiterin des Kommunalamts des Landkreises, Petra Hahn, informierte abschließend über die kommenden Kommunalwahlen. Am 26. Mai 2019 sind demnach 1011 Mandatsträger, also Kreisräte, Gemeinde- und Ortschaftsräte, zu wählen.

Ihre Redaktion vor Ort Balingen

Steffen Maier

Fax: 07433 901829

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