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Balingen Jugendarbeit in Zeiten von Corona

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Berichten im Verwaltungsausschuss des Gemeinderats: die Streetworker Gerhard Eppler und Cira Imperato. Foto: Ungureanu Foto: Schwarzwälder Bote

Für die Balinger Streetworker Cira Imperato und Gerhard Eppler ist es wichtig, im öffentlichen Raum aufzutreten und Ansprechpartner zu sein. Schwierig in Zeiten einer Pandemie. Das wurde deutlich im Jahresbericht 2020, den die beiden im Verwaltungsausschuss des Balinger Gemeinderats vorstellten.

Balingen. Manches von dem, was sie sich im vergangenen Jahr vorgenommen hatten, musste abgesagt oder aufgeschoben werden. Und manches konnte nur in digitaler Form stattfinden, hauptsächlich über Social Media. Das Graffiti-Projekt am "Bunker" beim Bahnhof wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben; die Künstlerin sei bereits bezahlt worden. "Es wird noch umgesetzt", versicherten Eppler und Imperato. Der Trendsporttag war abgesagt worden; das Fastenbrechen, das zusammen mit der Fatih-Moschee nach dem Abendgebet organisiert werden sollte, habe nur in digitaler Form stattfinden können. Genau so der "Nightsport" und die "Mini-Game Challenge" mit dem Netzwerk 18+.

Nach dem zweiten Lockdown sei man fast ausschließlich auf digitale Kommunikation angewiesen gewesen, so Eppler und Imperato; während der Feiertage sei man telefonisch erreichbar gewesen – zusammen mit Jochen Brändle vom Kinder- und Jugendbüro: "Die jungen Menschen sollten wissen, dass wir weiter für sie da sind."

Vernetzung ist wichtig: Die Streetworker erinnerten an die Zusammenarbeit mit dem AK Mädchen, dem AK Jugendmigration, dem AK sexuelle Gewalt und der Arbeitsgruppe Digitalisierung. Fazit: Sie seien im Lauf des vergangenen Jahres bekannt geworden, fasst Gerhard Eppler zusammen. Hauptsächlich in der Kernstadt seien sie unterwegs gewesen, an drei "Hotspots" – auf dem Jugendplatz am Bahnhof, an der Eyach und in der Innenstadt.

Der Erstkontakt werde hauptsächlich auf der Straße gemacht, in den Schulen, im öffentlichen Raum. Verschiedene Themen seien angesprochen worden, die den jungen Menschen wichtig sind. Und in verschiedenen Situationen habe man helfen können. Etwa bei Wohnungssuche, Ausbildung, Anträgen und Bewerbungen, beim Jobcenter oder vor Gericht. Themen seien auch sexuelle Gewalt oder die Corona-Verordnungen gewesen.

Einzelfallhilfe sei vor allem bei den 16- bis 20-Jährigen gefragt, bei den Jüngeren gehe es eher um Gruppenarbeit. In manch einem Fall habe geholfen werden können. Etwa, als ein Jugendlicher einen Bußgeldbescheid bekommen habe wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die Corona-Auflagen. "Unserer Ansicht nach war es kein Verstoß", sagen Eppler und Imperato. In dem Fall habe man mit der zuständigen Stelle vermitteln können. Bei der Mobilen Jugendarbeit gehe es auch darum, zwischen den Älteren und den Jüngeren zu vermitteln. Etwa bei der Dirtbike-Strecke und beim Skate-Park in Frommern: "Die jungen Menschen wollen sich diese Räume zu eigen machen, sie verändern", sagten sie.

Eine willkommene Unterstützung seien die Fördermittel von der LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg gewesen; eine positive Erfahrung war die Teilnahme der Jugendlichen an einer Ortschaftsratssitzung in Frommern, um die Arbeit in der Kommunalpolitik besser zu verstehen und die Anliegen vorbringen zu können.

Deutlich wurde im Lauf der Präsentation und der anschließenden Fragerunde auch, dass die beiden 50-Prozent-Stellen nicht ausreichen, um alles abzudecken. 50 plus 50 bedeutet nicht 100. Denn Eppler und Imperato sind im öffentlichen Raum immer gemeinsam unterwegs. Um mit Gruppen von Jungs oder Mädchen ins Gespräch zu kommen, ist es von Vorteil, "paritätisch" aufzutreten. Dann gibt es weniger Kontaktschwierigkeiten.

Aber andererseits bedeutet es auch, dass weniger Zeit bleibt, in den Ortsteilen Kontakte zu knüpfen. Dort sind die beiden Streetworker nur alle vier bis sechs Wochen präsent. Und das auch nur in den offiziellen Jugendtreffs. Die inoffiziellen Treffs, die hauptsächlich im privaten Raum stattfinden, bleiben außen vor.

Ziele für 2021? Eppler und Imperato nannten das Fastenbrechen, dieses Mal vielleicht sogar live. Sie wollen den "Nightsport" wieder etablieren. Das neue Jugendhaus wird eröffnet, das werde ein weiterer "Hotspot" sein. Die Kooperation mit dem Jugend-Migrationsdienst soll weiter bestehen. Und vielleicht könne man ja die Graffiti-Künstler, die der Weilstetter Ortsvorsteher Wolfgang Schneider angesprochen hatte, die bei Nacht und Nebel an der Lochenschule in Weilstetten aktiv sind, in das Graffiti-Projekt beim Bahnhof einbinden.

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