Die ganz große Freude über den Verbleib in der Handball-Bundesliga hat sich bei Geschäftsführer Bernd Karrer von der HBW Balingen-Weilstetten noch nicht eingestellt. Foto: Maier

Nach der stattgegebenen einstweiligen Verfügung traut Geschäftsführer Bernd Karrer dem Braten noch nicht endgültig.

Die ganz große Freude über den Verbleib in der Handball-Bundesliga hat sich bei Geschäftsführer Bernd Karrer von der HBW Balingen-Weilstetten noch nicht eingestellt. "Die letzten Tage waren zu stressig mit zu wenig Schlaf, dass ich so richtig glücklich gar nicht sein kann. Wir müssen ja auch voll weitermachen. Das kommt erst irgendwann mal, wenn es ruhiger wird", sagte Karrer am Dienstag. Tags zuvor hatte die Entscheidung des Landgerichts Dortmund den sportlich abgestiegenen Schwaben doch wieder die Teilnahme in Liga eins beschert. Der einstweiligen Verfügung gegen das Urteil des Schiedsgerichts der Handball-Bundesliga (HBL) gaben die Richter statt.

Ob der HSV Hamburg nach dem Schiedsgerichtsurteil die Lizenzauflagen erfüllen kann oder nicht, dürfte der HBW nun wohl endgültig egal sein. Auch wenn es für Karrer noch Restzweifel gibt - theoretisch kann die HBL Rechtsmittel gegen die einstweilige Verfügung einlegen. "Ich hoffe, auch im Sinne des Handballs, dass das nicht getan wird", sagte Karrer. "So, wie es gelaufen ist, finden wir es einfach gerecht, dass wir dabei sind."
Mit "so wie es gelaufen ist" meinte Karrer die emotionale Achterbahnfahrt der vergangenen Wochen. Sportlich war der HBW abgestiegen, die Planungen auf Liga zwei ausgerichtet. Dann verweigerte der Ligaverband (HBL) Hamburg in zwei Instanzen die Lizenz - und Balingen-Weilstetten durfte und musste sich auf ein weiteres Jahr im Oberhaus einstellen.

Der HSV, deutscher Meister von 2011 und Champions-League-Sieger von 2013, gab aber nicht auf, hoffte auf das Schiedsgericht der Liga und bekam eine letzte Chance, die Lizenz mit Auflagen doch noch zu erhalten. Karrers Club sollte in diesem Fall doch wieder absteigen - bis die Richter in Dortmund dieses Szenario untersagten. Womöglich spielen in der Saison 2014/2015 also 19 Clubs in der Bundesliga. "Ich glaube, ich hoffe, dass da nix mehr kommt", meinte Karrer.

Der Geschäftsführer hetzt nun von einem Termin zum nächsten, Sponsorengespräche stehen an, "ein bis zwei Spieler" sollen noch verpflichtet werden. "Es gab schon Sachen, die kurz vorm Abschluss standen", erzählte Karrer von geplatzten Wechseln nach dem Spruch des Schiedsgerichts. "Danach waren dann Dinge, die schon klar waren, auf einmal nicht mehr klar." Seit die Dortmunder Richter nun im Sinne des HBW entschieden, "läuft die Maschinerie wieder".

Trainer Markus Gaugisch wollte zum Trainingsauftakt am Dienstagabend jedenfalls einen Erstliga-Kader begrüßen. "Jetzt ist Payback-Time. Jetzt muss die Mannschaft zurückzahlen und rechtfertigen, dass wir in der ersten Liga geblieben sind", forderte Karrer. Das hätten Fans und Sponsoren verdient. Er weiß aber auch: "Es gibt noch viel zu tun, bis es los geht."

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