Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Balingen Flöte und Orgel zeichnen breites Spektrum

Von
Carmen Jauch spielt an der Truhenorgel, Birgit Rosner begleitet an der Flöte: Zahlreiche Zuhörer lassen sich von der musikalischen Vielfalt des gelungenen Konzerts in der Balinger Stadtkirche begeistern. Foto: Meinert Foto: Schwarzwälder Bote

Beim zweiten "Orgel plus"-Konzert in der Balinger Stadtkirche haben die Organistin Carmen Jauch und die Flötistin Birgit Rosner das Publikum mit einem farbenfrohen Blumenstrauß unterschiedlicher musikalischer Gattungen und Stile begeistert.

Balingen. Den Anfang setzte die Rottweilerin Carmen Jauch mit der ursprünglich für Cembalo komponierten "Chromatischen Fantasie in d-Moll" von Johann Sebastian Bach in einer Orgelbearbeitung von Max Reger. Rasante 32tel-Läufe kontrastieren bei diesem Werk, das im Stil einer Toccata beginnt, mit klangvollen Akkorden. Carmen Jauch verlieh dem virtuosen Stück – bei der Registrierung unterstützt von Birgit Rosner – eine beeindrucke Klangfarbenvielfalt.

Weiter ging es mit dem französischen Komponisten Michel Corrette, dessen dreisätzige "Sonate e-Moll" von einem tänzerischen Duktus bestimmt ist. Die gebürtige Münchenerin Rosner spielte jeden Satz auf einer anderen Flöte, und Carmen Jauch begleitete die Sätze im Wechsel mit Hauptwerk und Schwellwerk der Stadtkirchenorgel. Beeindruckend geriet das perfekte Zusammenspiel der beiden Musikerinnen, die nicht nur synchron atmeten, sondern auch die Unisono-Passagen zwischen Flöte und Orgel im dritten Satz bei ausgeprägter Agogik exakt übereinandersetzten.

In die Klangwelt des Frühbarock entführte die "Sonata La Bernabea" des Italieners Giovanni Mealli, in der die Flöte als "Naturinstrument" erschien und mit virtuosen Tonfolgen an munteres Vogelzwitschern erinnerte. Im cantablen Mittelteil beeindruckte die Flötistin durch eine Echodynamik, die von Carmen Jauch mit einer metrischen Akkordbegleitung tänzerisch unterlegt wurde.

Die "Toccata I" des zeitgenössischen schwedischen Komponisten Gunnar ­Idenstam verbindet Elemente des französisch-romantischen Stils und der Rockmusik zu einer modernen Klangsprache, die an Musical-Melodien aus dem "Phantom der Oper" denken ließ. Die Motive wechseln zwischen Pedal und Manualen, und die mit Zungenregistern registrierte Melodieführung kontrastierte zu Klangsäulen, die dem Stück durch harmonische Fortschreitungen einen mystischen Charakter verleihen, der durch zahlreiche Zäsuren noch verstärkt wird.

Auf das zeitgenössische Orgelsolo folgte mit "Music of the Winds" ein zeitgenössisches Flötensolo des 1947 geborenen Japaners Somei Satoh, das Elemente der westlichen Musik mit Elementen japanischer Tradition verwebt. Birgit Rosner verwendete eine elektronische Blockflöte mit einem Gitarren-Effektgerät und zauberte Klangeffekte, die das Publikum mit einem spontanen Zwischenapplaus honorierte. Durch Hall-Effekte, das Abdecken des Labiums und eine Atemführung quer zum Schnabel des Instruments entstanden Klänge, die an einen Synthesizer denken ließen. Verbunden mit bewusst eingesetzten Atemgeräuschen, Zweistimmigkeit und schrill überblasenen Tönen entstand ein außergewöhnliches und faszinierendes Klangspektrum.

Carmen Jauch wechselte an die Truhenorgel und entführte mit Klangschellen an den Füßen das Publikum auf einen mittelalterlichen Marktplatz: Mit zwei "Recercada" des spanischen Renaissance-Komponisten Diego Ortiz präsentierten die Musikerinnen leichte Tänze, die perfekt zu den sommerlichen Temperaturen des Sonntags passten. Es folgte die filigran und tänzerisch leicht ausgeführte "Ciacona in ­F-Dur" des italienischen Barock-Komponisten Benedetto Marcello, bei der die Flöte noch einmal durch virtuose Läufe brillierte.

Das begeisterte Publikum forderte eine Zugabe, und mit dem Titel "Mrs. Keel" des irischen Barock-Komponisten und Harfenisten Turlough O’Carolan fand das Konzert mit keltischen Klängen einen leichten und wohlklingenden Abschluss.

Artikel bewerten
0
loading
 
 

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Kommentarregeln

Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.

  1. Passwort vergessen?
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!
  1. null

loading