Ein Leben für das DRK: Ingrid Stingel ist mit 78 Jahren gestorben. Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Nachruf: Ingrid Stingel ist mit 78 Jahren gestorben / Mit der Familie gerne verreist

Balingen (bv). Ingrid Stingel, Trägerin der Bürgermedaille der Stadt Balingen und der Verdienstmedaille des DRK-Landesverbands, ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Sie hat sich um das DRK große Verdienste erworben, für das sie sich, ebenso wie ihr Mann Bruno, jahrzehntelang eingesetzt hatte.

Nahezu 60 Jahre lang war sie für das Rote Kreuz in Balingen tätig. Sie war von 1976 bis 2007 als Übungsleiterin für Bewegungsprogramme im DRK tätig. Von 1993 bis 2005 führte sie den Kleiderladen. Das Amt der Kreissozialleiterin begleitete sie von 1991 bis 2004. Darüber hinaus gehörte sie mehr als 13 Jahre dem Präsidium an. Für ihr Engagement erhielt sie 2010 die Bürgermedaille der Stadt Balingen, 2013 die höchste Auszeichnung des DRK-Kreisverbands und 2016 die Verdienstmedaille des Landesverbands.

Ingrid Stingel, geborene Veser, stammt aus Balingen. Sie und ihr späterer Mann Bruno Stingel, der im THW engagiert war, lernten sich bei einem DRK-Erste-Hilfe-Kurs kennen. Er trat später ebenfalls ins Rote Kreuz ein und war unter anderem 24 Jahre lang Bereitschaftsleiter in Balingen. 1966 wurde geheiratet. Mit seinem Tod im Jahr 2005 musste sie einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen.

Die beiden Söhne Jens und Sven Stingel wuchsen quasi mit der DRK-Arbeit auf. Kein Wunder, dass beide nun ebenfalls hauptamtlich beim Roten Kreuz tätig sind; Jens Stingel bei der Rettungswache in Ebingen, Sven bei der Hechinger Rettungswache. "Für uns gab es seit der frühesten Kindheit nichts als das DRK", sagt Jens Stingel. Zusammen mit den Eltern habe man unzählige Feste und Rot-Kreuz-Tage besucht.

Fürs Bang-Your-Head jedes Jahr die Haare bunt gefärbt

Noch immer ist ein Lebenslauf von Ingrid Stingel im Besitz der Familie, den sie 1961 im Alter von 19 Jahren für den Eintritt ins DRK geschrieben hatte. Sie gründete die erste DRK-Seniorengymnastik- und Tanzgruppe, aus der heraus alle anderen Gruppen im Kreis entstanden sind. In Weilen unter den Rinnen gründete und führte sie außerhalb des DRK eine weitere Frauengruppe: "Dort hatte sie ihre zweite Heimat."

Mit der Präsidentin des DRK-Landesverbands, der ehemaligen Reutlinger Oberbürgermeisterin Barbara Bosch, mit der sie früher gemeinsam Lehrgänge besucht hatte, sei sie in regem Kontakt gestanden: "Das hat sie gefreut", sagt Jens Stingel: "Das DRK war einfach ihr Leben." Dies sei auch dadurch zum Ausdruck gekommen, dass sie stets beim Bang-Your-Head-Festival fürs Rote Kreuz im Einsatz gewesen sei. "Das hat sie gebraucht und sich extra dafür die vorderen Haare jedes Jahr anders färben lassen."

Ingrid Stingel, die sich bis zuletzt selbst versorgt hat, war ein geselliger Mensch, besuchte regelmäßig Fasnetsveranstaltungen in Geislingen und Weilen und pflegte auch im hohen Alter noch zahlreiche Kontakte. Ihr ganzer Stolz und ihr "Ein und Alles" waren freilich die vier Enkel. Ihr erstes Enkelkind Ann-Kathrin wurde 1998 sogar mit Ostseewasser getauft, das Ingrid Stingel bei einem Urlaub auf Rügen aus dem Meer geschöpft hatte. Neben der DRK-Arbeit nahm bei der Familie Stingel das Reisen einen hohen Stellenwert ein. Urlaube an der Nordsee, eine Fahrt mit dem Wohnwagen ans Nordkap und eine Hurtigruten-Schiffsreise blieben unvergessen.

Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Freitag, 26. März, um 14.30 Uhr auf dem Friedhof in Balingen statt.

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