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Balingen Der alte Lord fährt im Ford fort

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"Noch’n Gedicht!": Christa Stiegenroth und Michael Grüber entführen in die Welt von Heinz Erhardt. Fotos: Thiercy Foto: Schwarzwälder Bote

Balingen. Vielleicht hätte Heinz Erhardt gerufen: "Ein Gedicht!", wenn er am Dienstag Abend im katholischen Gemeindehaus die Käseigel, die bunte Dekoration und vor allem die Revue mit seinen Liedern und Gedichten besucht hätte. Der Anlass wäre wohl sein 109. Geburtstag gewesen.

Mit einem Schuss Humor geht alles leichter – das war das Lebensmotto des Künstlers. Und den ehrten Christa Stiegenroth und Michael Grüber aus Horb mit ihrer pfiffigen, musikalischen und liebevoll inszenierten Revue, die das Publikum durch das Leben des großen Künstlers führte. Sie machten die Zeit und Heinz Erhardt lebendig. Schloss man die Augen, so konnte man aus der Stimme von Michael Grüber den Tonfall des 1909 in Riga geborenen Erhardt fast wie im Original hören.

Originell war das Begleitprogramm. Der Abend wurde organisiert vom Lionsclub Balingen Hilaritas. Die Frauen um Präsidentin Heidrun Bucher-Schlichtenberger verwandelten das Gemeindehaus in einen Partyraum der 1950er-Jahre und servierten Häppchen nach den Rezepten der Wirtschaftswunderzeit. Das Lachen war auch für einen guten Zweck. Mit dem Erlös wird das Programm "Kindergarten plus" der deutschen Liga für das Kind unterstützt.

Heinz Erhardt hat sich zeitlebens das innere Kind bewahrt. Auch wenn, wie er sich erinnerte, seine Geburt in einem Saal stattfand, einem Kreißsaal: "Und schon war ich sauer, weil der nicht rund, sondern quadratisch war."

Christa Stiegenroth im Petticoat sang und rezitierte nicht nur, sie lebte die Texte und Lieder. Immer wieder zitierten die Künstler den "Ritter Fips". Michael Grüber am Klavier entführte das Publikum in die musikalischen Werke Heinz Erhardts. Grüber ist übrigens zweifacher Weltrekordhalter. Einmal für die längste Orgel-Konzertreise der Welt. Und einmal für das längste Orgelkonzert, das mehr als 24 Stunden lang dauerte.

Natürlich durften auch die Klassiker nicht fehlen. Mitgesprochen vom Publikum, ging die Made mit dem Kinde auf Wanderschaft oder wurden die Zitronen sauer. Und der alte Lord fuhr im Ford fort, und die Misses gab ihm ein paar Kisses.

Was Heinz Erhardt an Spielfreude, Witz und hintersinnigem Humor hinterlassen hat, begeistert noch heute. Gerade wenn es so originalgetreu dargeboten wird wie von dem Horber Künstlerduo.

Auch ein Balinger hatte einen Auftritt. Uli Johannes Kieckbusch mimte den betrogenen Ehemann in einem Sketch, in dem nur Worte mit dem Anfangsbuchstaben "G" erlaubt waren. Gehörnter Gatte, geliebte Gisela, Gewehr gezogen, Gustavs Gesäß getroffen – und die Lachmuskeln der Zuschauer sowieso.

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