Auf dieser Wiese beim Böcklinweg sollen Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Das stößt Anliegern sauer auf. Foto: Hauser

40 Unterschriften von Anwohnern gesammelt. Baudezernent kann Vorgehen nicht nachvollziehen.

Balingen - "Die sind zu mon­strös." Wolfgang Belser will sich nicht damit abfinden, dass auf einer freien Fläche im Balinger Böcklinweg drei Mehrfamilienhäuser gebaut werden – in unmittelbarer Nachbarschaft zu seinem Wohnhaus. Er hat deshalb rund 40 Unterschriften von Anwohner gesammelt, die ebenfalls gegen das Vorhaben sind, und einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Dieser soll sein Anliegen gegenüber der Stadt vertreten.

Belser stört sich nicht nur an der Größe der geplanten Gebäude. Er war beim Kauf von zwei Grundstücken in der Grünewaldstraße – auf einem steht inzwischen sein eigenes Wohnhaus – davon ausgegangen, dass auf der Wiese im Bereich Böcklinweg/Dürerstraße/Grünewaldstraße nur Ein- oder Zweifamilienhäuser erstellt würden. Mehrfamilienhäuser passten auch nicht zur übrigen Bebauung, ist er der Ansicht. Darüber hinaus befürchten er und seine Unterstützer, dass es Parkprobleme geben werde, wenn die Mehrfamileinhäuser mit 22 Wohnungen fertig sind.

Baudezernent Michael Wagner kann das Vorgehen Belsers nicht nachvollziehen. Denn für die Fläche beim Böcklinweg gebe es seit den 90er-Jahren einen Bebauungsplan, der damals schon eine Bebauung von zwei Mehrfamilienhäusern mit langen Baukörpern vorsah. Diese waren laut Wagner auch damals schon umstritten, wobei eine Umsetzung des Vorhabens letztlich nicht zustande kam. Zwar habe es vor einigen Jahren noch ein anderes Kozept für Einfamilien- und Doppelhäuser gegeben, aber es wurde ebenfalls nicht umgesetzt.

"An der Gültigkeit des Bebauungsplans hat sich nichts geändert", so Wagner. Daher spreche auch nichts gegen das Vorhaben eines neuen Investors, auf der fraglichen Fläche Mehrfamilienhäuser zu bauen. Den Nachbarn käme man auf die Weise entgegen, dass nicht an zwei große Baukörper gedacht sei, sondern an drei kleinere. "Dies bringt eine städtebauliche Auflockerung mit sich", verdeutlicht Wagner. Andererseits würden die Baukörper, deren Kubatur, Höhe, Geschossigkeit und Fläche nach Ansicht von Wagner vereinbar mit dem Bebauungsplan seien, noch weiter von den Anliegern weggerückt als zunächst geplant.

Zur Parksituation merkt Wagner an, dass der Investor pro Wohnung zwei Stellplätze ausgewiesen habe. Dabei sei nur einer vorgeschrieben. Somit sei dem Parkierungsbedarf "mehr als genüge getan", hält Wagner fest. Sein Fazit: "Nach heutigem Stand haben wird das Bauvorhaben zu genehmigen."

So weit ist es aber noch nicht. "Wir wollen einen Ausgleich suchen", hält der Baudezernent fest. In einem Gespräch sollen die Positionen noch einmal aufgezeigt und versucht werden, einen Ausgleich zu erzielen.

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