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Baiersbronn Weit schneller als mit Sandsäcken

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Das mobile Dammsystem "Hydrobaffle" wurde zu Übungszwecken vorgestellt Fotos: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Der neue mobile Damm stand im Fokus bei einer Hochwasserschutzübung, zu der die Gemeinde Baiersbronn eingeladen hatte. Mit dabei waren Vertreter der Akademie Hochwasserschutz, Feuerwehrleute, Mitarbeiter des Baubetriebshofs sowie Vertreter der Verwaltung.

Baiersbronn. In der Theorie wurden die Themen Hochwasser, Starkregen sowie Objektschutz beleuchtet. 550 Meter mobilen Hochwasserschutz in Form eines umweltfreundlichen wiederverwend-baren und robusten Schlauch-systems mit dem Namen "Hydrobaffle – mobiler Damm", das sich mit Wasser befüllen lässt, nennt die Gemeinde Baiersbronn inzwischen ihr Eigentum.

Rund 150 000 Euro investiert

Rund 150 000 Euro hat die Gemeinde in die unterschiedlich langen Elemente aus PVC-beschichteter Polyestermembrane investiert. Diese Investition wurde vom Land im Rahmen der Hochwasser-Schutzkonzeption der Gemeinde bezuschusst.

General-Manager Maximilian Kamenshine von der Hochwasserschutz Agentur in Frankfurt demonstrierte den Einsatz des mobilen Damms und stand für Fragen am Praxistag der Hochwasserschutzübung zur Verfügung.

"Ausrollen – Füllen – fertig", so präsentiert sich der leuchtend blaue Damm, der neben weiteren Maßnahmen dem Hochwasserschutz dient. Bei der Demonstration war ein 12 Meter langes Einzelstück in gerade mal acht Minuten befüllt und damit sofort einsatzfähig.

Kamenshine erklärte, dass der ausgelegte Damm mit seinen mehr als 70 Metern Länge und mehreren überlappenden Einzelteilen in einer Stunde ausgerollt und befüllt war. "Hätten wir die gleiche Strecke mit Sandsäcken bestückt, hätte man hierfür rund 24 Stunden Aufbauarbeit mit zahlreichen Helfern investieren müssen", so Kamenshine.

Das System "Hydrobaffle – mobiler Damm" gibt es bereits seit 1996, seit rund zehn Jahren auch in Deutschland. Es findet weltweiten Einsatz und kostet rund 300 Euro pro laufendem Meter Damm. Bereits nach dem zweiten Einsatz hat sich diese Form von Hochwasserschutz bereits amortisiert, so Kamenshine.

Bernd Oesterle, Sachgebietsleiter Tiefbau und Baubetriebshof, verwies darauf, dass in Baiersbronn bereits mehrfach Schäden durch Hochwasser entstanden sind.

Baierbronn hat eine Hochwasser-Schutzkonzeption erarbeitet, die sich in vier Teile gliedert. Sie beinhaltet neben dem mobilen Schutz mit "Hydrobaffle" Geröll- und Geschiebefänge sowie Brückenerhöhungen, die teilweise schon umgesetzt wurden. Außerdem kommt bei Einzelmaßnahmen in Teilorten technischer Hochwasserschutz zum Tragen. In Röt wird momentan ein Bypass-Kanal angelegt, durch den bei Hochwasser über große Rohre das Wasser wegtransportiert wird (siehe Bericht oben).

Von den zahlreichen Vorteilen des mobilen Damms überzeugten sich neben Bürgermeister Michael Ruf unter anderen auch Katharina Stenzel vom Katastrophenschutz beim Landratsamt sowie Dirk Arnold vom Technischen Hilfswerk, Bauhofleiter Wolfgang Opferkuch, Bernd Oesterle, Martin Frey, Gesamtkommandant der Feuerwehr Baiersbronn, und der Vizepräsident der Akademie Hochwasserschutz, Rudolf Keller.

Das System benötigt einen verhältnismäßig geringen Einsatz von Helfern und kann mit dem vorhandenen Wasser vor Ort, also auch mit Hochwasser, über Feuerwehrschläuche gefüllt werden. Die Gemeinde Baiersbronn ist bisher die einzige Gemeinde im Landkreis Freudenstadt, die ein solches System einsetzt. Gelagert werden diese Schläuche bei der Feuerwehr.

Auf dem Programm der zweitägigen Schulung standen auch der Einsatz von Sandsäcken und deren Befüllung und das Thema Deichverstärkung. Im theoretischen Teil wurden die Themen Hochwasser und feste Aufbauten bei Starkregen behandelt. Objektschutz sowie die Gefahren für die Einsatzkräfte waren ebenfalls Schulungsthemen.

Die Bewirtung während der Übung übernahm der Obst- und Gartenbauverein Baiersbronn.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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