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Baiersbronn Sturmholz: Großteilist aufgearbeitet

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Gregor Sprenger, Forstbereichsleiter der Gemeinde Baiersbronn, auf einer aufgeforsteten Sturmwurffläche auf dem Hirschkopf. Foto: Heiko Klumpp Foto: Schwarzwälder Bote

Vollzug vermeldet der Gemeindeforst Baiersbronn in Sachen Sturmschäden. Sie sind so gut wie aufgearbeitet. Dafür wurden auch Fremdfirmen eingesetzt. Als Folge der Schäden soll in diesem Jahr auf geplante Einschläge verzichtet werden.

Baiersbronn. Im vergangenen Herbst und Winter hatte es viele orkanartige Stürme im Schwarzwald gegeben, darunter fielen auch die Stürme Bianca und Sabine, die im Baiersbronner Gemeindewald erhebliche Schäden angerichtet haben. Insgesamt fielen den Winterstürmen ungefähr 10 000 Festmeter Holz zum Opfer. Das stellte den gemeindeeigenen Forstbetrieb in Baiersbronn vor eine gewaltige Aufgabe, denn das Sturmholz musste zügig aufgearbeitet werden, um weitere Schäden durch den Borkenkäfer zu verhindern.

"Wir sind froh, dass wir den Großteil des Sturmholzes jetzt im Griff haben. Es gab viele Einzelwürfe in steilen Hanglagen, deren Bergung oftmals sehr zeit- und kostenintensiv war", wird Gregor Sprenger, Forstbereichsleiter der Gemeinde Baiersbronn, in einer Mitteilung der Gemeinde zitiert.

In der vergangenen Sturmsaison waren hauptsächlich Baumriesen in Plateaulage betroffen, da sie dem Wind die größte Angriffsfläche geboten haben. Der Gemeindeforst habe schnell alle Kräfte mobilisiert, um zügig Fortschritte zu machen, heißt es in der Mittelung weiter. Neben den fünf Waldarbeitern der Gemeinde Baiersbronn waren auch drei Vorliefertrupps von externen Firmen beteiligt. Um das Holz gleich vor Ort fachgerecht und zeitsparend zu bearbeiten, waren zwei Holzvollernter, sogenannte Harvester, im Dauereinsatz.

"Die Aufarbeitung von unter Spannung stehendem Sturmholz bringt besondere Gefahren mit sich, deshalb sind wir sehr froh, dass es keine Arbeitsunfälle gab. Im Gemeindeforst steht die Sicherheit an erster Stelle, und wir haben jedem Mitarbeiter vor dem Einsatz eine Schulung zu Arbeitssicherheit bei der Sturmholzaufarbeitung ermöglicht", so Sprenger.

Aber nicht nur die Sicherheit der Mitarbeiter habe Vorrang, sondern auch die der Bürger. Aus diesem Grund seien in jüngster Zeit im Bereich Raufelsen Verkehrssicherungsmaßnahmen ausgeführt worden, um mögliche Gefahren abzuwehren.

Die Stürme hatten nicht nur Bäume entwurzelt, sondern auch die Rotwildgehege im Ellbach, Sankenbach und die Höllkopfhütte beschädigt. So hat es Hirsch Benni, der mit seiner Herde aus dem Gehege im Ellbach entfliehen konnte, mittlerweile zu einer gewissen Prominenz gebracht. Mittlerweile sind laut der Mitteilung der Gemeinde die Gehege repariert, und auch die Höllkopfhütte wird zeitnah wieder aufgebaut.

Die Schäden im Wald sollen durch Aufforstung behoben werden. So wurden allein in der jüngsten Pflanzsaison 500 Roteichen, 3000 Douglasien, 1000 Lärchen und viele andere Baumarten im Gemeindewald gepflanzt. "Der Baiersbronner Gemeindewald soll Stück für Stück zu einem klimastabilen und nadelbaumgeprägten Mischwald umgebaut werden. Dabei werden Baumarten eingesetzt, von denen angenommen wird, dass sie mit den klimatischen Herausforderungen der Zukunft zurechtkommen werden", verdeutlicht Sprenger.

Hauptaugenmerk auf Verkehrssicherungspflicht und Borkenkäfer

Wegen der großen Menge an Sturmholz gibt es dieses Jahr keine geplanten Holzeinschläge, so die Gemeinde. Stattdessen konzentriere man sich auf die Verkehrssicherungspflicht sowie die Bekämpfung des Borkenkäfers.

Auf dem Holzmarkt sehe es aktuell nicht besonders gut aus. Die vergangenen zwei Dürrejahre haben ihren Tribut gefordert und hatten erhöhte Mengen an Käferholz zur Folge.

Dazu kamen die starken Winterstürme und zuletzt die enormen wirtschaftlichen Einschränkungen durch Corona, die auch den Holzmarkt unmittelbar betreffen. Sprenger sieht dabei die Grenzschließungen zu den europäischen Nachbarländern ebenso als Ursache wie die allgemein gesunkene wirtschaftliche Nachfrage in Deutschland, aber auch in ganz Europa und weltweit. Dazu kommt, dass Käferholz ein qualitativ minderwertiges Holz ist, da es oftmals Verfärbungen aufweist. Aus diesem Grund kommt es bevorzugt dort zum Einsatz, wo die Optik des Holzes eine untergeordnete Rolle spielt. Das ist beispielsweise beim Palettenbau der Fall. Eine Möglichkeit der aktuellen Lage entgegenzuwirken, ist das Lagern der Baumstämme in einem Nasslager. Der Gemeindeforstbetrieb lagert aktuell 2000 Festmeter Rundholz im Nasslager im Ellbach. Der dortige Holzvorrat soll dann bei günstigeren Marktbedingungen zu einem attraktiveren Preis abverkauft werden. Durch diese Art der Lagerung soll außerdem der Einsatz von Pestiziden drastisch reduziert werden – das, so heißt es in der Mitteilung, sei in Zeiten des Artensterbens ein zu begrüßender Nebeneffekt.

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