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Baiersbronn Nationalpark: Stimmung ist positiv

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Bietet Gästen und Einheimischen faszinierende Naturerlebnisse: Die Landschaft im jungen Nationalpark Schwarzwald. Foto: Schwark

Baiersbronn - Ist er nach wie vor Streitpunkt oder doch auch schon Anziehungspunkt? Fast genau ein Jahr ist der Nationalpark Schwarzwald nun alt. Wie kommt er bei den Feriengästen an? Wir haben nachgefragt.

Im Romantikhotel Sackmann in Schwarzenberg reagieren die Urlauber positiv auf das neue Schutzgebiet der Region. "Ich habe den Eindruck, die Leute gehen sensibilisierter in den Wald und nehmen die Natur nun bewusster wahr", beschreibt Hotelier und Sternekoch Jörg Sackmann die Reaktion seiner Gäste auf die Nationalpark-Hinweisschilder.

Zwar habe sich die Landschaft in diesem ersten Jahr kaum verändert, doch die psychologischer Wirkung des Labels Nationalpark ist laut Sackmann nicht zu unterschätzen: "Wir stehen am Anfang einer langen Entwicklung, die auch von den Urlaubern in der Region interessiert verfolgt wird", so der Hotelier, der bei der Information seiner Gäste über das Projekt eng mit der Baiersbronn Touristik zusammenarbeitet.

Das neue Schutzgebiet werde sich positiv auf den Nordschwarzwald auswirken, meint Sackmann zwischenzeitlich optimistisch Das war nicht immer so deutlich: "Am Anfang war auch ich etwas skeptisch und verunsichert bei diesem Projekt", erzählt er, doch die Rückmeldungen seiner Gäste und die bisherige Entwicklung des Nationalparks Schwarzwald haben ihn überzeugt: "Es wurden keine Zäune um den Park gebaut, keine Wanderwege gesperrt und keine Sheriffs eingesetzt, die Parkbesucher kontrollieren", sagt Sackmann. Im Gegenteil: "Das Feedback der Wanderurlauber auf den Nationalpark ist positiv."

Einige Gäste und vor allem Journalisten seien im vergangenen Jahr sogar gezielt wegen des neuen Nationalparks bei ihm angereist, erzählt der Hotelier, der sich vom neuen Großschutzgebiet weitere positive Veränderungen erhofft: "Wir werden bei den Feriengästen internationaler, diese Entwicklung war schon in den vergangenen Jahren so, und sie wird sich durch das Label Nationalpark künftig noch verstärken", meint Sackmann.

Jörg Möhrle vom Hotel Tanne in Tonbach hatte im vergangenen Jahr keine Gäste, die gezielt wegen des Nationalparks in die Region gekommen sind. "Das ist wohl noch zu früh, weil kaum Veränderungen wahrgenommen werden", glaubt er, ist aber für die Zukunft optimistisch: "Wenn erst die Attraktionen wie das Wildtierreservat an der Alexanderschanze oder das Besucherzentrum am Ruhestein stehen, wird der Nationalpark ein Erfolg, daran habe ich keinen Zweifel", so Möhrle. Das Schutzgebiet werde positive Effekte für die ganze Region bringen, ist sich der Hotelier sicher: "Ich habe großes Vertrauen in den Nationalparkrat und in die Nationalparkverwaltung."

Nationalpark soll für Touristen interessanter gemacht werden

Die Gäste von Hotelier Martin Zepf im Hotel Auerhahn in Hinterlangenbach lässt der Nationalpark bislang kalt: "Die meisten Urlauber interessiert der Park nicht, ihnen gefällt die Natur hier auch ohne Nationalpark", sagt Zepf. Im Gegenteil: Viele Stammgäste hätten kein Verständnis für den Aufwand, der hier für einen Nationalpark betrieben werde, weil sie auch ohne Großschutzgebiet gerne in die Region gereist sind, erzählt der Gastgeber. Aber das scheint laut Zepf keinen der Verantwortlichen zu interessieren: Bei einer Umfrage des Nationalparks sei einer seiner langjährigen Gäste interviewt worden, erzählt er. Ob er schon früher Urlaub im Schwarzwald gemacht hat, sei der Gast allerdings nicht gefragt worden.

Schon seit Beginn des Projekts arbeitet das Hotel Bareiss in Mitteltal eng mit dem Nationalpark zusammen. Wöchentlich werden mit hauseigenen Wanderführern Wanderungen ins Nationalparkgebiet für die Gäste angeboten. "Unsere deutschen und internationalen Gäste sind von der Idee des Nationalparks Schwarzwald begeistert", berichtet Uta Schlagenhauf, Pressereferentin des Hotels. Viele Stammgäste hätten die Diskussionen und die Entwicklung im und um den Nationalpark interessiert verfolgt und begleitet: "Das ist eine spannende Reise, auf die wir unsere Gäste mitnehmen", erzählt sie.

Der Nationalpark sei im Hause Bareiss ein "angenehmes Thema", er werde von den Urlaubern als große Chance für die Region und als ideale Ergänzung zu bisherigen Angeboten wie dem "Baiersbronner Wanderhimmel" gesehen, sagt Schlagenhauf. Allerdings sei es wichtig, gerade den Stadtmenschen die Natur und die natürlichen Prozesse im Nationalpark zu erklären, sagt die Fachfrau.

Die Landschaft im Nordschwarzwald sei eine Perle, die durch das Nationalparkprojekt noch mehr an Bedeutung gewinne. Auch Schlagenhauf hat festgestellt, dass das noch junge Projekt bereits Wirkung zeigt: "Vieles wird jetzt bewusster wahrgenommen", beschreibt sie die Reaktion vieler Urlauber auf den Park und auf die neuen Informationsangebote. "Wir stehen am Anfang eines spannenden Wegs, und unsere Gäste sind neugierig darauf, wie sich der Nationalpark entwickeln wird, und was die Schwärzwälder daraus machen", sagt Schlagenhauf.

Im Hotel Traube Tonbach sind die Reaktionen der Urlauber auf den Nationalpark verhaltener: "Unsere Gäste freuen sich wie eh und je über den Wald", sagt Sebastian Finkbeiner von der Inhaberfamile Finkbeiner, denn viel habe sich seit der Parkgründung ja auch noch nicht verändert – weder zum Guten, noch zum Schlechten.

Das wird sich ändern, wenn erst die Attraktionen im Umfeld des Nationalparks realisiert werden, glaubt der Gastgeber. Der Nationalpark sei schließlich in erster Linie ein Naturschutzprojekt, das erst noch touristisch genutzt werden muss. "Da steckt großes Potenzial drin", ist Finkbeiner sich sicher, gerade auch im Zusammenhang mit dem geplanten Besucherzentrum und der pädagogischen Arbeit des Nationalparkteams: "Unsere Gäste gehen schon jetzt sehr bewusst mit der Natur um und haben großes Interesse daran", sagt er, schließlich könne der Nordschwarzwald Naturerlebnisse bieten, die Städter sonst nicht haben.

Was die Zukunft des Nationalparks anbelangt, klingt auch Sebastian Finkbeiner optimistisch: "Ich glaube, der Park wird positive Effekte für die Region bringen", sagt er. Die Stimmung zum Nationalparkprojekt in der "Traube Tonbach" beschreibt Finkbeiner wie folgt: "Wir warten die weitere Entwicklung positiv gestimmt ab."

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