Sie freuen sich beim Richtfest des Schulneubaus für das Therapiezentrum Osterhof in Heselbach (von links): Architekt Valentin Schmid, Bauleiter Joachim Haist, Martin Schmid, Architekt Sebastian Rotkopf, der Gründer des Therapiezentrums Ulrich Schmid, Ortsvorsteher Karlheinz Nestle und Bürgermeister Michael Ruf mit Zimmerleuten.Fotos: Sannert Foto: Schwarzwälder Bote

Bildung: Therapiezentrum Osterhof feiert Richtfest / Auch im Unterricht soll Wohlfühlatmosphäre herrschen

Acht Monate nach dem Spatenstich feierte das Therapiezentrum Osterhof am Neubau seines Schulgebäudes in Heselbach im kleinen Kreis Richtfest. Martin Schmid, der die Einrichtung leitet, hofft, dass es in diesem Tempo weitergeht und sich das Holzhaus schon bald mit Leben füllt.

Baiersbronn-Heselbach. Vor vier Jahren hatte es erste Überlegungen gegeben, das bestehende Schulgebäude, die ehemalige Mühle Rommelsau, zu sanieren. Das Ziel war eine Schule, die den heutigen, modernen Anforderungen entspricht. Doch eine Sanierung wäre nur ein Kompromiss gewesen. Deshalb wurde beschlossen, das alte Gebäude abzutragen und an derselben Stelle einen Neubau zu errichten.

Nach einem Architektenwettbewerb erhielt das Berliner Büro tka – Thomas Kröger Architekten den Zuschlag. Mit der Bauleitung vor Ort wurde der Freudenstädter Architekt Joachim Haist beauftragt. Eine eigene Schule gibt es im "Osterhof" schon seit 1965 – zunächst im Waldhaus, später im Wiesenhaus und ab 1972 im ehemaligen Mühlengebäude im Bereich Rommelsau. Unterrichtet werden Kinder mit emotionalen Belastungen oder Traumatisierungen, die in der heilpädagogisch-psychotherapeutischen Einrichtung in Heselbach vorübergehend ein neues Zuhause finden und von erfahrenen Therapeuten und Pädagogen, mit denen sie in Wohngemeinschaften unter einem Dach leben, betreut und therapiert werden.

Viele der Kinder hätten psychische Blockaden, die sie auch schulisch aus der Bahn werfen, machte der Leiter des Therapiezentrums deutlich. Umso wichtiger sei es, für diese Kinder auch in der Schule eine Atmosphäre des Wohlfühlens zu schaffen. Mehr als 30 Firmen und Behörden seien bis dato am Bau des Haupt- und Nebengebäudes mit insgesamt rund 5400 Kubikmetern und einer Nutzfläche von etwa 1400 Quadratmetern beteiligt gewesen, so Schmid, der allen dankte.

Sechs variable, große Klassenräume entstehen

Im neuen Schulgebäude entstehen sechs variable, große Klassenräume für ein angstfreies Lernen. Jedes Klassenzimmer wird über einen Nebenraum verfügen, in dem ein Kind auch mal für sich alleine lernen kann. Im Obergeschoss entstehen Fachräume für Naturwissenschaften, Erleben/Technik, Werken, künstlerische Gestaltung und Projektarbeiten.

Ein zentraler Bereich soll das Gemeinschaftserleben fördern und Veranstaltungen ermöglichen. "Wir haben es bisher richtig gut hinbekommen, es ist eine Freude für uns", sagte Schmid, der der Gemeinde auch für die ermöglichte Nutzung des Schulgebäudes in Röt während der Bauphase dankte.

Nach dem gemeinsamen Richtspruch der Zimmermeister Martin Frey und Thomas Möhrle, die als Arbeitsgemeinschaft Frey/Günter die Zimmererarbeiten ausgeführt haben, stieß Martin Schmid mit Architekten, Bauleiter, Bürgermeister, Ortsvorsteher und Handwerkern coronakonform auf den gelungenen Rohbau an, unter ihnen auch ein Vertreter der Volksbank Freudenstadt, an deren Crowd­funding-Plattform das Therapiezentrum Osterhof teilnimmt, um Spenden für das Bauprojekt zu sammeln. Dadurch wird es gleich zweifach unterstützt, denn die Bank verdoppelt am Ende die Spenden.

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