Die Bahnbetriebe verzeichnen stabile Besucherzahlen. Der Jahresabschluss 2022 war eines der Themen im Gemeinderat. Warum der Bürgermeister mit der „schwarzen Null“ gut leben kann.
In jüngster Gemeinderatssitzung haben die eigenständigen Bahnbetriebe Blumberg GmbH & Co KG den Jahresabschluss 2022 sowie eine erste Bilanz für 2023 vorgelegt. Der geschäftsführende Gesellschafter, Bürgermeister Markus Keller, sieht hier nach den schweren Corona-Jahren aktuell keinen Grund zur Besorgnis.
Nach der Gewinn- und Verlustrechnung beläuft sich der Jahresverlust für das Geschäftsjahr 2022 auf 401 611,10 Euro. Nach der geänderten Wirtschaftsplanung 2022 war ein geringer Verlust von rund 108 000 Euro erwartet worden. „Durch eine Wertberichtigung der verkauften Dampflok, welche mit einer Sonderabschreibung von 620 000 Euro bilanziert werden musste, kam dieses erhöhte Minus zusammen“, informierte Markus Keller.
„Nach einem geplanten Verlust für das Jahr 2023 von 456 000 Euro ist hier nach aktuellem Stand lediglich mit einem Minus von zirka 68 000 Euro und praktisch mit einer schwarzen Null zu rechnen“, sieht Keller das Aushängeschild Sauschwänzlebahn nach turbulenten Pandemiejahren auf einem guten Weg. „Es herrscht absolut kein Grund zur Panik. Auch Dank der außerordentlichen Arbeit von Eisenbahnbetriebsleiter Christian Brinkmann mit seinem Team sind die Weichen gestellt“, sieht Markus Keller die Sauschwänzlebahn in der Spur.
Der Jahresfehlbetrag 2022 wurde durch die Entnahme aus dem Rücklagenkonto ausgeglichen. Der benötigte Weisungsbeschluss des Gemeinderates erfolgte einstimmig. Der anwesende Betriebsleiter Christian Brinkmann musste sich keinen Fragen stellen. Dem gesamten Aufsichtsrat sowie der Geschäftsführung wurde die beantragte Entlastung erteilt.
Nachdem die verkaufte Dampflok BB 262 bereits 2022 abgeschrieben wurde, musste für 2023 ein geränderter Wirtschaftsplan in Kraft treten, der im Gemeinderat einstimmig abgesegnet wurde. Der Verkauf der Dampflok hatte in der Öffentlichkeit für einige Diskussionen gesorgt. Erhöhte Waldbrandgefahr, horrend ansteigende Kohlekosten, immense Reparaturkosten sowie Umweltbelastungen waren entscheidende Faktoren.
Geliehene Dampflok 502988
In einem Gespräch hob Brinkmann die wieder ansteigenden Besucherzahlen sowie den monatlichen Einsatz 2023 der geliehenen Dampflok 502988 der Dampflok-Freunde Schwarzwald-Baar hervor. „Im kommenden Jahr werden wir den Einsatz dieser Lok besonders bei den Frühjahr- und Herbstfahrten weiter erhöhen“, ist sein Blick nach vorne gerichtet.
Nostalgische Diesellok hat viele Freunde
„Wir haben auf das verstärkte Angebot mit der nostalgischen Diesellok ein positives Echo erfahren“, fällt Brinkmanns positive Bilanz für das geänderte Angebot aus. „Bei uns erfreut sich auch die einmalige Streckenführung sowie die zahlreichen Sonderfahrten mit thematisierten Angeboten ungebrochener Beliebtheit“, stellt er eine nachhaltige Basis fest. Vor allem die informativen Schwarzwaldhof-Ingenieurfahrten, die während der Saison mehrmals starten, werden laut Brinkmann immer gut angenommen.
„Dazu entwickeln sich die Sauschwänzle-Wanderwege immer mehr zu einem Renner“, berichtet Brinkmann weiter. Diese Kombination als historisches Natur- und Eisenbahnerlebnis findet immer größeren Anklang, so der Betriebsleiter. Und: „Wir stellen hier ein steigendes Interesse fest und sehen hier für die Zukunft noch einiges an Potenzial.“ Großer Nachfrage erfreuen sich auch die speziellen Nikolausfahrten, die mit mehreren Terminen vom 2. Dezember bis 17. Dezember in der vorweihnachtlichen Zeit angeboten werden.
Die Historie
Die Sauschwänzlebahnstrecke Blumberg – Weizen hat eine Länge von 25 Kilometern. Sie wurde in den Jahren 1887 bis 1890 von der ehemaligen großherzoglich Badischen Staatseisenbahn gebaut. Seit 1977 ist sie als historische Museumsbahn in Betrieb und wurde bis heute von rund drei Millionen Fahrgästen besucht. Die einzigartige Fahrt über mehrere Viadukte und Tunnels sowie dem einzigartigen Kehrtunnel gepaart mit einer einmaligen Natur macht sie zu einem unvergesslichen Erlebnis.