Kinderbetreuung ist auch in Bad Teinach-Zaveltsein ein großes Thema.Foto: © Oksana Kuzmina – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Kinderbetreuung: Bad Teinach-Zavelsteiner Gemeinderat befasst sich mit aktuellen Zahlen

In Bad Teinach-Zavelstein wird der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen in den nächsten Jahren steigen. Das freut Bürgermeister und Gemeinderat. Doch es werden auch größere Umbaumaßnahmen fällig in den kommenden Jahren.

Bad Teinach-Zavelstein. "Das ist inzwischen ein guter alter Bekannter", erklärte Bürgermeister Markus Wendel seinem Gemeinderat vor kurzem. Doch damit meinte er etwa nicht einen guten Bekannten der Stadt, sondern vielmehr das Tagesbetreuungsausbaugesetz.

Das soll den Bedarf und den vorhandenen Platz in den Kindertageseinrichtungen analysieren. Doch bevor Wendel auf das Zahlenwerk einging, hatte er noch ein, zwei Takte zur aktuellen Testsituation in den Einrichtungen zu sagen: "Die Mitarbeiter werden aktuell zwei Mal getestet in der Woche, jetzt sind 1000 Tests gekommen." Die Versorgung mit Schnelltests klappe ja im Vergleich zur Impfstoffbeschaffung, erkannte der Rathauschef. Die Hauptsache sei aber, dass man bisher "quarantänefrei" durchgekommen sei.

Derzeit 121 Kinder in der Betreuung

Locker durchkommen wird man auch beim Bedarf an Betreuungsplätzen. Aktuell hat man 121 Kinder im Bereich der Drei- bis Sechsjährigen und 19 im Kleinkindbereich. Allerdings kämen da wohl im Laufe des Jahres noch fünf dazu. Auch personell ist man inzwischen gut ausgetattet, eine Auszubildende kann übernommen werden.

Es sei gar nicht so einfach, die begehrten Kräfte zu halten, erklärte Wendel. "Die bekommen von allen Seiten den roten Teppich vor die Schuhspitzen gerollt", verdeutlichte der Verwaltungschef recht plastisch, wie sehr aktuell nach Erziehern gesucht wird im kommunalen Bereich.

Doch eine Baustelle gibt es bei der ganzen Thematik. Der Stadt fehlt aktuell die Ganztagesfähigkeit in der Breite. Denn der Bedarf an Plätzen für kleine Kinder, hinzu noch mit verlängerten Öffnungszeiten oder gar Ganztagesbetreuung wird auch in Bad Teinach-Zavelstein größer.

Auch deshalb wird noch in diesem Jahr die Einrichtung in Bad Teinach erweitert. Im September 2022 soll dann der Umbau in Sommenhardt erfolgen. Der Trend bei den Kindern gehe eben nach oben, erkannte Wendel. Doch das sei ja ein gutes Zeichen. "Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass wir wieder Kindergärten bauen", überlegte Wendel laut und fügte an: "Damals hat man noch die Sterbeglöckchen über dem ländlichen Raum geläutet und dachte, der Schwarzwald wächst mit Tannen zu."

Doch heute sehe die Lebenswirklichkeit anders aus, die Leute kommen wieder in den ländlichen Raum. Immer wieder bezeichnete Wendel den Schwarzwald in den vergangenen Monaten gar als "Boom-Region" – nicht zu unrecht, wie die jüngsten Bewerberzahlen für das geplante Neubaugebiet in Rötenbach zeigen.

Auf zehn Bauplätze kommen aktuell nämlich 66 Interessenten (wir berichteten).

Mittelfristig braucht es noch mehr Personal

Doch zurück zu den Kindergartenzahlen. Gemeinderätin Andrea Mast wollte mit Blick auf das Personal wissen, ob man denn langfristig dann doch mehr Personal brauche? "Ja, mittelfristig schon, gerade in Emberg muss man dann Personal hineingeben", formulierte es Wendel. Mast hatte aber noch eine Frage im Gepäck: Es gebe ja Ausgleichszahlungen im Kreis Calw, wenn ein Kind in einer anderen Kommune betreut wird. Wie viel man da denn bekommen von anderen oder bezahlen müsse?, fragte sie.

Kämmerer Volker Mönch meinte, dass das in den vergangenen Jahren meist ausgeglichen gewesen sei, bis auf das Jahr 2020. "Da haben wir 20 000 Euro als Ausgleich bezahlt", sagte der Kämmerer. Einen Pauschalpreis pro Kind gebe es da nicht, ergänzte Wendel, das hänge von der jeweiligen Betreuungsform ab.

Ein Ganztagesplatz koste naturgemäß deutlich mehr als eine Betreuungsleistung, die lediglich vormittags geleistet werde. Einen genauen Plan für die Umbauphase hat man übrigens auch schon, sowohl für Bad Teinach als auch für Sommenhardt. Man werde Kinder und Personal dann für die jeweilige Zeit des Umbaus in die Grundschule umsiedeln – dort hat man schon erste Erfahrungen mit einer Betreuung, da vor Jahren nach einem Brand im KiTa-Gebäude in Sommenhardt schon einmal ein Notquartier gebraucht wurde.

Jetzt wird das allerdings tauglicher umgestaltet. Der Gemeinderat nahm schlussendlich die Planungen im Kindergarten einstimmig an und freute sich genauso wie die Verwaltung, dass man wieder über einen Kinderzuwachs diskutieren konnte.

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