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Bad Teinach-Zavelstein Nur ein Schritt von vielen ist gemacht

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Foto: Buck Foto: Schwarzwälder Bote

Eine neue Bildungsstätte soll nach Bad Teinach-Zavelstein kommen. Die Calwer Waldorfschule plant die Umsiedlung von der Hesse-Stadt nach Zavelstein. Doch dazu muss die Grünzäsur leiden – kein Problem, sagt jetzt der Regionalverband. Das freut wiederum Bürgermeister Markus Wendel.

Bad Teinach-Zavelstein. Der Schulstandort in Bad Teinach-Zavelstein soll eines Tages um eine Waldorfschule erweitert werden. Doch schon früh zeigte sich, dass Teile des geplanten Grundstückes in die Grünzäsur reichen werden. Jetzt gab aber der Regionalverband Nordschwarzwald bei seiner jüngsten Sitzung in Freudenstadt grünes Licht für die Ausformung ebenjener Grünzäsur. Letztere hat die Aufgabe, die Stadtteile Zavelstein und Sommenhardt zu trennen, um den dörflichen Charakter und das Erscheinungsbild zu wahren.

Ein Neubau der Waldorfschule in Bad Teinach-Zavelstein wird aber nötig, weil diese ihren bisherigen Standort in Calw für den geplanten Krankenhaus-Neubau aufgeben muss. Der Standort in der Nachbargemeinde sei sinnvoll, weil sich dort bereits ein Schulzentrum mit Mensa und eine Sporthalle befinden, ebenso Parkplätze, die mitbenutzt werden könnten, heißt es im Regionalverband. Für die Ansiedlung wären 1,6 Hektar Fläche notwendig, von denen jedoch aktuell nur etwa ein Hektar bebaut werden darf. Den Eingriff in die Grünzäsur trägt der Verband mit, weil es das kleinere Übel sei als die Bebauung des geschützten Waldbiotops oder des Naturschutzgebiets "Zavelsteiner Krokuswiesen". Eine sinnvolle Anbindung der Waldorfschule an die bestehende Bebauung wäre dort im Übrigen auch nicht ­möglich.

Auch Wendel sieht keine alternativen Standorte

Das bestätigt auch Bad Teinach-Zavelsteins Bürgermeister Markus Wendel: "Es gibt einfach keine Alternativen, weil wir da eben auch schnell an natürliche Grenzen stoßen." Die Flächen südlich der Schulstraße fallen zum Wald hin topografisch ab, was die Erschließung dieser Grundstücke inklusive der Ver- und Entsorgung erschwert. Durch den einzuhaltenden Waldabstand würde zudem nur noch eine geringe Bebauungstiefe ermöglicht, stellt auch der Regionalverband bei der Sitzung fest. Andere Varianten liegen wie erwähnt inmitten der Krokuswiesen oder zu nah an schon bestehender Bebauung.

Aus all diesen Gründen hat der Regionalverband keine Einwände gegen eine Ausformung, auch wenn diese zwischen 50 und 120 Meter beträgt. "Der Eingriff in die Grünzäsur ist somit deutlich", heißt es nüchtern in der Sitzungsvorlage des Verbands. Die positive Entscheidung freut Bürgermeister Wendel natürlich. Denn jetzt ist kein Zielabweichungsverfahren notwendig – das hätte nämlich viel Zeit und Geld gekostet. Stichwort Zeit: Bis die Bagger anrollen zwischen der Schulstraße und der Sporthalle dauert es noch Jahre. Frühestens 2023 rechnet Wendel mit einer Fertigstellung.

Und bis dahin sind noch zig Verfahrenschritte zu gehen. "Über die Sommermonate holen wir uns jetzt die ganzen Stellungnahmen der Behörden ab", so der Bürgermeister. Dann müssten freilich auch die Bürger beteiligt werden, die um eine verschärfte Verkehrssituation fürchten. Wenn all dies geschehen ist, wird die Fläche sowohl im Verwaltungsverband Teinachtal als auch im Bad Teinach-Zavelsteiner Gemeinderat nochmals intensiv ­betrachtet.

Schülerzahlen sind ein heißes Thema

Dass die Pläne gerade in der Bevölkerung für Gesprächs-, ja fast schon Zündstoff, sorgen, wurde am Rande der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich. Ein Bürger hatte sich über den Verkehr Sorgen gemacht, die Gebäudegrößen und Schülerzahlen erfragt. Außerdem könnte eine neue Schule die Existenz der Zavelsteiner Grundschule bedrohen. Wendel ging schon damals intensiv auf die vorgetragenen Bedenken ein, stellte zunächst klar, dass eine Schule ja "grundsätzlich nicht im Verdacht" stehe, für eine Stadt etwas Schlechtes zu sein. Des Weiteren seien so nicht nur Schüler, sondern auch Eltern und Großeltern mit der Stadt verbunden, was eventuell Zuzug ermöglichen würde, so Wendel. Es könne zudem auch sein, dass durch den erweiterten Schulstandort der Nahverkehr verbessert würde. Alles positive ­Aspekte.

Zukunft der Grundschule nicht vorherzusagen

"Aber natürlich müssen wir auch über solche Dinge wie Verkehrsbelastung reden", versicherte Wendel. Was die Zukunft der Grundschule angehe, sei das schon ein sehr tiefer Blick in die Glaskugel. Alles sei möglich, von friedlicher Co-Existenz über erbitterten Konkurrenzkampf bis hin zu dem Szenario, dass es in zehn Jahren gar keine Schule mehr im Ort gebe. "Ich traue mir da aktuell keine Vorhersage zu", wollte der Bürgermeister keine Karten auf dem Ratstisch legen.

Rund um die Entscheidung des Regionalverbandes habe er nochmals Kontakt mit der Waldorfschule gehabt und Zahlen erfragt. Er habe nämlich den Eindruck, dass in der Bevölkerung viel zu große Zahlen kursieren würden. "Da kommt doch kein Schulcampus mit 700 Schülern hin", kühlt der Bürgermeister die köchelnde Volksseele etwas ab. Zu Anfang seien acht Klassenstufen geplant mit jeweils maximal 24 Schülern. Nach Adam Riese also maximal 192. Rein vom Platz her, könnte es zwar sein, dass noch eine Oberstufe dazukommt, aber selbst dann wären nochmals höchstens 100 neue Schüler in der Zavelsteiner Schulstraße zu Gange. Summa Summarum also um die 300 Schüler in der maximalen Endausbaustufe. Zumal Waldorfschüler für die Oberstufe aktuell ohnehin nur die Möglichkeiten Pforzheim oder Böblingen hätten, ein Standort irgendwo dazwischen also durchaus ein Zugewinn für die Schullandschaft wäre.

"Außerdem geht es hier um einen wichtigen Bildungsstandort und kein Industriegebiet oder noch ein neues Wohngebiet", stellt Wendel klar, dass aus seiner Sicht auch die Ausformung der Grünzäsur vertretbar ist. Bis dahin liegt aber noch ein weiter Weg vor der Verwaltung. "Das müssen wir alles noch kommunalpolitisch bearbeiten. Da werden wie immer natürlich auch die Bürger einbezogen", meint Wendel abschließend.

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