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Bad Liebenzell Dornröschenschlaf der Burg beendet

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Die Stauferburg von Bad Liebenzell ist ein Wahrzeichen der Kurstadt und das nicht nur für Gäste und Touristen. Auch Heiko Killinger ist die im vorigen Jahrhundert rund um die noch erhaltene Ruine wieder aufgebaute Stauferburg ganz besonders ans Herz gewachsen.

Bad Liebenzell. Der Vereinsvorsitzende des Schwarzwaldvereins engagiert sich seit zwei Jahrzehnten für das Gesamtensemble und kümmert sich um die Landschaftspflege rund um die Burg. "Der Schwerpunkt des Schwarzwaldvereins liegt eigentlich beim Wandern, den Wegemarkierungen und -ausschilderungen", erklärt Killinger, der bereits seit seinem siebten Lebensjahr als Mitglied im Verein agiert und lachend ergänzt: "Dass Naturschutz und -pflege schon immer ein Anliegen des Schwarzwaldvereins ist, wissen leider nur wenige." Als ehrenamtlich tätiger Fachwart für Heimatpflege ist es ihm daher ein besonderes Anliegen, das 4,3 Hektar große Areal des Geländes, als offenen Burgberg zu erhalten.

Bewirtschaftung vernachlässigt

"Bis in die 1950er-Jahre waren die Flächen unterhalb der Burg bewirtschaftet. Hier lagen die sonnigen Hausgärten der Altstadtbewohner, die als Obst- und Heuwiesen, Gemüsegarten und Ziegenweide genutzt wurden", berichtet Killinger. Da in den nachfolgenden Jahren diese Bewirtschaftung vernachlässigt wurde, wucherte der Berg zu und die Burg verschwand wie im Märchen einst das Dornröschenschloss. "Ich besitze noch ein Foto, das den dichten Aufwuchs zeigt. Von der gesamten Burg ist nichts mehr zu sehen. Nur noch die Spitze vom Burgturm lugt über die hohen Feld- und Bergahornwälder hinunter ins Tal. Der gesamte Berg sah aus wie eine Trutzburg, wirkte trist und dunkel und war komplett mit Wald zugewachsen."

Treppen freigelegt oder neu geschaffen

Die bereits Mitte des 19. Jahrhunderts angelegten Treppen und Wege, die die Burg mit der Stadt verbanden, waren zerfallen und die zahlreichen Mauern entlang der Wege vollkommen verschüttet. Treppen mussten freigelegt und teils neu geschaffen werden, um den Hauptweg zur Stadt wieder gangbar zu machen. Neue Aussichtspunkte entstanden und alte Trockenmauern, die eine Form von Terrassierung ermöglichen, wurden wiederaufgebaut. Zum aktiven Burgbergteam des Schwarzwaldvereins, das 1992 seine Tätigkeit aufgenommen hat, zählt Heiko Killinger nun seit zwei Jahrzehnten.

Während in den Anfangsjahren noch acht bis zehn freiwillige Helfer am Burgberg anzutreffen waren, sind es mittlerweile immer weniger geworden. Als aktiver Mitstreiter wird Killinger unterstützt von Hartmut Hartmann, der sich gerne um das wuchernde Gras kümmert. Aber auch Bänke müssen repariert, Müll gesammelt und Handläufe neu gestrichen werden. "Arbeit gibt es hier genug", so Killinger, der bereits mehrfach Aufrufe gestartet hat, um Unterstützer zu werben. "Es ist hier so bezaubernd schön, dass wir gerne die herrlichen Ausblicke ins Tal mit Gleichgesinnten teilen möchten", erklärt Hartmann. Der Fachwart für Naturschutz wünscht sich warmherzige Menschen, die einfach einmal einen Spaziergang zum "Platz des Schwarzwaldvereins" unterhalb der Burg machen und die ehrenamtlich tätigen Männer mit Kaffee und Kuchen unterstützen. "Wir treffen uns hier ein bis zwei Mal in der Woche, und dabei geht es uns auch um Geselligkeit und gesellschaftliches Miteinander", argumentiert Killinger, der sichtlich stolz darauf verweist, dass sich in den vergangenen Jahren der Liebenzeller Burgberg wieder zu einem Kleinod entwickelt hat. "Früher konnte man noch nicht einmal hinunter in unser schönes Tal sehen, aber heute sind die Ausblicke wieder wunderbar!" Nachdem 2006 mit professionellen Fachleuten und entsprechendem Maschineneinsatz ein großer Holzeinschlag den Burgberg komplett freigelegt hatte, durfte sich der Liebenzeller Schwarzwaldverein sowohl über den Kulturlandschaftspreis, als auch die Auszeichnung mit dem Umweltpreis freuen.

Beweidung durch Ziegenherde

Nun gilt die vornehmliche Aufgabe des Vereins den Stauden, Sträuchern und letztendlich auch den Bäumen, um deren schnellem Bewuchs Einhalt zu gebieten. Durch eine aktive Ziegenbeweidung wird zwar ein Großteil der Fläche freigehalten, doch darüber hinaus sind auch die mittlerweile neu angelegten Obstbaumterrassen zu pflegen, die Rosenstauden zu beschneiden und, und, und. Um den Status des Liebenzeller Wahrzeichens zu erhalten und zu verschönern, hat Heiko Killinger viele weitere Ideen. Interessierte Bürger sind zur Unterstützung des Burgbergteams eingeladen. "Wir können für fast alle Interessen in der freien Natur etwas attraktives anbieten", so Killinger, der sich über viele neue Kontakte freut.

Weitere Infos gibt es bei Heiko Killinger unter der Telefonnummer 07052/48 08.

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