Die Bienenzüchter Tobias Geckle, Matthias Kübler, Helmut Saller, Josef Trienbacher, Karl Nofer und Siegfried Geckle (von links) freuen sich über den Anschluss ihres Vereinsheims an das öffentliche Netz. Foto: Glaser

Spezialtiefbau zum Anschluss des Gebäudes. Imker investieren 10.000 Euro in das Projekt. Schacht gegraben.

Bad Herrenalb - Eine 61 Meter lange Bohrung von der Baustelle Penny-Markt bis zum Lehrbienenstand an der Bachhälde ist vor wenigen Tagen gemacht worden. In das Bohrloch wurden drei Rohrleitungen eingezogen. Der Imkerverein Bad Herrenalb schließt damit sein Vereinsheim an das Ver- und Entsorgungsnetz der Stadt Bad Herrenalb an.

Die Kosten von rund 10.000 Euro trägt der Verein. "Es war lange geplant", sagte Helmut Saller, Vorsitzender des Imkervereins, im Gespräch mit unserer Zeitung. Man nahm die laufenden Bauaktivitäten im vorderen Dobeltal zum Anlass, den Plan jetzt umzusetzen.

Saller: "Gott sei Dank, es ist gemacht!" Vor allem an den Imkerfesten sei der Wasserbedarf und das Abwasseraufkommen groß. Bisher waren dort ein Wassertank und eine Klärgrube im Einsatz. Saller erklärte, dass der Imkerverein modern eingestellt sei.

Deshalb wurde neben einer Wasserleitung mit 50 Millimetern Durchmesser und einem Abwasserrohr mit einem Durchmesser von 160 Millimetern auch ein Leerrohr für eine Telekommunikationsleitung verlegt.

"Irgendwann werden wir da mal ein Glasfaserkabel einziehen. Unser Verein ist jetzt 107 Jahre alt. Es kommen junge Mitglieder nach. Die wollen das", erklärte der langjährige Vereinsvorsitzende.

Die neuen Leitungen wurden mit einem Horizontal­bohrgerät eines Spezialtiefbauunternehmens eingezogen. Dazu wurde ein Startschacht am Baufeld des neuen Penny-Markts angelegt und ein Zielschacht unterhalb des Lehrbienenstands gegraben. Um die Lage einer querenden Gas- und Starkstromleitung zu ermitteln, grub man einen Suchschlitz.

Dann wurde mit einem lenkbaren Bohrkopf an einem Gestänge vom Start- zum Zielschacht gebohrt.

Auf 61 Meter Länge überwand man mehr als 30 Meter Höhenunterschied. Dabei unterquerte man die Straße nach Rotensol und durchbohrte zwei Felsen. Nachdem der Bohrkopf zielgenau am Zielschacht ankam, montierten Bauarbeiter einen größeren Bohrkopf und zogen diesen am Gestänge zurück zum Startschacht. In diesem Arbeitsgang wurde das Bohrloch erweitert und gleichzeitig die drei flexiblen Rohre eingezogen.

In die Lücken zwischen der Bohrlochwand und den Rohren pumpte man laufend ein Ton-Wasser-Gemisch, das den Hohlraum füllte und auch als Schmierung wirkte. In nur eineinhalb Tagen waren die Arbeiten des Tiefbauunternehmens abgeschlossen. Ohne diese Technik hätte man einen offenen Rohrgraben herstellen, die Rohre verlegen und den Graben wieder verfüllen müssen.