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Bad Herrenalb Riesiger Andrang

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Auch die jungen Besucher kamen auf ihre Kosten. Foto: Schwarzwälder Bote

Einen solchen Ansturm hat der Schwalbenhof in Neusatz zu seinem Hoffest wohl noch nie erlebt. Und das ohne Viehtrieb.

Bad Herrenalb-Neusatz. Ab Mittag strömten die Menschen bei "Paradeherbstwetter" in das große Festzelt. Auf den Außenflächen wurden immer weitere Sitzbankgarnituren aufgestellt. Sicher waren einige Neugierige dabei, die sehen wollten, wie ein solches Fest gestemmt werden kann – nur zwei Wochen nach dem Großbrand. Aber es kamen vor allem unzählige Stammgäste, Bekannte und Freunde – sie zeigten Solidarität und Unterstützung.

Die örtliche Feuerwehr hatte das Zelt gestellt, der Sun­shineChor Kuchen gebacken wie Weltmeister. Strom lieferten die einen, die Toilettenhäuschen andere Helfer. Der Bus-Shuttle funktionierte. Die Musikkapellen aus Langenalb und Völkersbach unterhielten im Zelt.

Die Rotensoler Dorfhexen übernahmen das Geschirreinsammeln und –spülen, Freunde halfen bei der Essensausgabe."Ich hab gesagt, sie sollen mich einfach ansprechen, wenn ich wo einspringen kann", erzählte Sabine Zenker vor Ort, "eben habe ich noch einige Tische mit aufgestellt". Kindergartenvater Sebastian Borner hatte seinen Papierschöpf-Zuber als Attraktion aufgebaut. Kinder scharten sich um Hüpfburg und "Farbschleuder". Andere freuten sich an der Mutterkuhherde. Sie hätten sie samstags "ganz alleine und ohne Stress" von Langenalb heraufgebracht, so Anja und Heiko Duss. Schließlich sei hier oben noch Futter. Jetzt war die Herde tiefenentspannt und für eine Handvoll Löwenzahn aus Gästehand durchaus zu haben.

An der Festzeltkasse bildeten sich um die Mittagszeit lange Schlangen, was die Menschen aber geduldig in Kauf nahmen. "Hähnchen sind aus!", hieß es gegen 14 Uhr, und Hofchef Duss war die Sorge zurückliegender Tage mehr als genommen, dass die geschlachteten Hähnchen nicht wegkämen.

Die Gäste stiegen um auf Maultaschen und Würste, ebenfalls alles aus eigener Erzeugung. Etliche kauften auch gleich noch im Hofladen ein, wo Diana Christle, Schwester von Anja Duss, und ihr Team alle Hände voll zu tun hatten. Viele Menschen beschauten sich auch die von Heiko Duss’ Schwester gefertigte Bilderwand entlang der Abzäunung zur bereits sauber geräumten Brandfläche, wo nur noch die Maschinenskelette standen. Auf den Fotos waren die wichtigsten Etappen des Schwalbenhofs dokumentiert, einschließlich des Brandes, bis hin zur großen Hoffnung auf einen baldigen Wiederaufbau – und dem Dank an alle Unterstützer.

Eine Welle der Hilfsbereitschaft, die ihresgleichen sucht, haben die Familien Duss und Dreßler in den zurückliegenden zwei Wochen erfahren. Das kommt nicht von ungefähr, sind sie doch mitten in der Dorfgemeinschaft und selbst ehrenamtlich engagiert. Trotzdem war Anja Duss am Sonntag den Tränen nahe: "Es ziehen einfach alle an einem Strang." Alle Energie haben sie zunächst in das Hoffest gesteckt. Ab sofort heißt es aber, den Alltag nach dem Brand zu meistern. Ein Schlepper wurde bereits angemietet, um die Tiere versorgen zu können. Auch für den in den nächsten Monaten notwendig werdenden Zukauf von Winterfutter sind die Spenden hilfreich.

Frostsichere Unterkunft

Große Herausforderungen stehen noch bevor: Termine mit dem Landwirtschaftsamt wegen des Wiederaufbaus des abgebrannten Stalles. Die Suche nach einer frostsicheren Unterkunft für die etwa 40köpfige Limousin-Rinderherde für die kommende kalte Jahreszeit. Und die Verhandlungen mit der Versicherung über Ersatz für die zerstörten Traktoren und Gerätschaften.

Über www.gofundme.com/f/schwalbenhof-neusatz kann weiterhin online gespendet werden. Bei der Sparkasse Pforzheim Calw ist außerdem folgendes Spendenkonto eingerichtet: IBAN DE19 6665 0085 0004 9701 36, Heiko und Anja Duss.

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