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Bad Herrenalb Hörspiel-Live-Aufführung zu erleben

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2011: Mit einem schwungvollen "Oh happy day" feierte das Ensemble des Sommernachts-Theaters das Happy End der Kriminalkomödie "Die Frauen von Killing". Foto: Schwarzwälder Bote

Seit 1999 gibt es in der Siebentälerstadt das Sommernachtstheater. Jedes Jahr wird den Besuchern etwas Besonderes geboten. Zwar fallen jetzt die Aufführungen im Juni und Juli coronabedingt aus. Doch dürfen sich Kulturliebhaber schon mal auf den Bad Herrenalber Weihnachtszauber freuen.

Bad Herrenalb. Im Dezember wird es in Kooperation mit dem Sommernachtstheater Kulturveranstaltungen geben. Und hier, so Sommernachtstheater-Organisatorin Johanna Nofer im Gespräch mit unserer Zeitung, sind auch die beiden Ensembles am Start: die jeweils rund zehn Mitwirkenden der Stücke "Arsen und Spitzenhäubchen" und "Die Prinzessin auf der Erbse".

Freudig informiert Nofer, dass die Eltern der "total motivierten" Jungen und Mädchen, die beim Kinderstück mitwirken, allesamt zustimmten, dass wieder mit den Leseproben begonnen werden kann. Eine Aufführung während des Weihnachtszaubers im Kurhaus ist geplant. Freilich mit Blick auf die zu diesem Zeitpunkt geltenden Corona-Verordnungen. Nofer spricht von einem Warm-up. Schließlich soll dann in der Saison 2021 "Die Prinzessin auf der Erbse" auf der Bühne mit Klosterkirche-Kulisse gespielt werden.

Auch die Erwachsenen sind dann mit "Arsen und Spitzenhäubchen" dabei. Und im Dezember bieten sie für die Besucher etwas für Amateurschauspieler Außergewöhnliches an: eine Hörspiel-Live-Aufführung (mit Headsets) im Kurhaus. Ist doch das Stück nicht Corona-kompatibel. So wirkt zum Beispiel ein verliebtes Pärchen mit.

Sommernachtstheater-Organisatorin Nofer spricht von einer großen Herausforderung. Laut den Regisseuren sei das Hörspiel-Vorhaben "irre schwer". Das würden normalerweise nur Profis machen. Nebenbei: In einem Tonstudio soll das Stück zudem auf CD aufgenommen werden. Ein Verkauf der Silberscheiben ist geplant.

Nofer hofft nun, dass sich viele Sponsoren melden. Schließlich sei es "etwas Tolles", was trotz Corona noch dieses Jahr auf die Beine gestellt werde.

Gestandene Bühnenprofis

"Zwei neue Regisseure, zwei hoch motivierte Ensembles aus neuen und bühnenerprobten Schauspielern und jede Menge Begeisterung – das Herrenalber Sommernachtstheater startet mit viel Elan in die neue Saison." So hieß es in einer Pressemitteilung der Stadt im Februar. Als Regisseure hätten nach dem Abschied von Andrea und Bodo Kälber mit Michael Gaedt und Alexander Reuter zwei gestandene Bühnenprofis gewonnen werden können.

Gaedt ist Entertainer, Musiker, Schauspieler und Gründungsmitglied der Comedy-Gruppe "Die Kleine Tierschau". Der gebürtige Stuttgarter Alexander Reuter war als musikalischer Leiter für zahlreiche Bühnenproduktionen verantwortlich, unter anderem für den Musical-Klassiker "My Fair Lady". Seit 2019 führt er gemeinsam mit Gaedt im Naturtheater Reutlingen Regie – ein Modell, das die beiden Theatermacher auch in Bad Herrenalb praktizierten.

"Obwohl wir erst bei den Leseproben sind, ist es den beiden schon jetzt gelungen, in den Ensembles einen tollen Zusammenhalt herzustellen", wurde seinerzeit mitgeteilt. Durch die Leseproben hätte sich zudem schnell herauskristallisiert, welcher Schauspieler für welche Rolle am besten geeignet sei.

Das erwachsene Publikum könne sich auf Joseph Kesselrings Broadway-Klassiker "Arsen und Spitzenhäubchen" freuen, den meisten bekannt durch Frank Capras Filmadaption von 1944 mit Cary Grant in der Hauptrolle, die vom American Filminstitute auf Platz 30 der 100 besten Film-Komödien gewählt wurde.

"Arsen und Spitzenhäubchen" ist eine völlig überdrehte, tiefschwarze und moderne Komödie über familiären Wahnsinn, Polizisten mit literarischen Ambitionen, Rivalität unter Geschwistern und missverstandene Nächstenliebe. Am Tag seiner Hochzeit entdeckt Theaterkritiker Mortimer Brewster, dass seine liebreizenden Tanten Abby und Martha aus Barmherzigkeit alte und einsame Männer mit vergiftetem Holunderwein "Gott näher bringen". Die Leichen werden im Keller von Mortimers Halbbruder Teddy vergraben, der sich für Theodor Roosevelt hält und glaubt, dass die Toten beim Bau des Panamakanals vom Gelbfieber dahingerafft wurden. Um seine Tanten zu schützen, möchte Mortimer die Morde Teddy in die Schuhe schieben, der als stadtbekannter Verrückter nichts weiter zu befürchten hätte, als in die Nervenheilanstalt "Seelenfrieden" eingewiesen zu werden. Dann taucht mit Jonathan Brewster ein lange verschollener, weiterer Bruder im Hause der Tanten auf, der erstens ein gesuchter Schwerkrimineller ist, zweitens seine eigene Leiche im Gepäck hat und drittens Mortimer auf den Tod nicht leiden kann.

Keine einfache Situation für Mortimer, zumal auch noch ständig Polizisten im Haus der Brewsters auftauchen. Und dann ist da noch seine frisch angetraute Ehefrau Elaine, die endlich auf Hochzeitsreise gehen will.

Frei nach Hans-Christian Andersen erzählt Autor Freimund Pankow die Geschichte der "Prinzessin auf der Erbse" in seinem gleichnamigen Kinder-Theaterstück nicht ganz anders, aber erfrischend neu. Der König quält sich ab mit dem Regieren und der herrschsüchtigen Königin. Der Prinz lässt sich am liebsten von Mama verwöhnen und hat Vorbehalte gegen das Heiraten. Als bei einem Gewitter eine Prinzessin ins Haus schneit, kommt natürlich die Erbse ins Spiel, die Schlusspointe birgt aber eine unerwartete Wendung.

Harmonische Einheit

Auf der Homepage der Stadt Bad Herrenalb wird unter Kultur auf "das besondere Theater" hingewiesen: "Das Sommernachtstheater Bad Herren­alb entstand anlässlich des 850-jähri­gen Klosterjubiläums im Jahre 1999. Seither inszeniert ein engagiertes Amateurtheater unter professioneller Betreuung Stücke an verschiedenen elementaren Spielorten und zeigt dabei hohes Niveau. Neben der schauspielerischen Arbeit legt das Theater besonderen Wert auf eine harmonische Einheit von Kulisse, Stück, Bühnenbild, Kostümen und einer ausgefeilten Lichteinstellung."

Begeisterte Zuschauer

Im Jahr 1999 wurde "Der Teufel von Herrenalb" präsentiert: Die Erstaufführung des Sommernachtstheaters im Klosterhof war mit 550 begeisterten Zuschauern ausverkauft. Der erste Teil der Trilogie übertraf alle Erwartungen.

2000 wurde zu "Alva & Aquarius" eingeladen. Der zweite Teil der Trilogie hatte zum Inhalt: Die himmlische Hochzeit der Alb mit dem Wassermann. Ein Liebesspiel aus der Welt der europäischen Mythen und Märchen. Ein Jahr später war der historische Bahnhof Spielort für den dritten Teil der Trilogie: "Ein Mordssommer im Albtal" – eine Kriminalgeschichte aus den "Goldenen Zwanzigern" der Weimarer Republik.

2002 hatte Eva Martin-Schneider beim Sommernachtstheaterstück "Schöne Ferien" Szenen aus Maxim Gorkis "Die Sommergäste" bearbeitet. Aufführungsort war hier das Kurhauspavillon.

Die weiteren Aufführungen: 2003: "Katharina Knie" (Aufführungsort: historische Klosterstraße): 2004: "Das kalte Herz" (Unter den Felsen Kullenmühle); 2005: "Mirandolina" (Lesepavillon im Kurpark); 2006: "Teufel von Herrenalb" (Klosterruine): 2007: "Das Gespenst von Canterville" (Kurpark am Lesepavillon); 2008: "Don Juan oder die Liebe zur Geometrie" (Klosterruine); 2009: "Der Bauer als Millionär" (Schweizer Wiese); 2010: "1 Milliarde für Gerechtigkeit" (Schweizer Wiese).

Erstmalig in der Geschichte des Bad Herrenalber Sommernachtstheaters brachte das Ensemble 2011 zwei Stücke auf die Freilichtbühne: "Die Frauen von Killing" und "Peter Pan oder das Märchen vom Jungen, der nicht groß werden wollte" (Schweizer Wiese). 2012: "Pension Schöller" und "Das Dschungelbuch" (Klosterstraße); 2013: "Das Haus in Montevideo" und "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" (Schweizer Wiese); 2014: "Der eingebildete Kranke" und "Der Zauberlehrling" (Am Alten Kurbad); 2015: "Othello darf nicht platzen" und "Mio, mein Mio" (Schweizer Wiese); 2016: "Josef Nofer – Köhler vom Gaistal" und "Der Räuber Hotzenplotz" (Freilichtbühne im Kloster); 2017 gab’s drei Stücke im Rahmen der Gartenschau: "Der eingebildete Kranke", "Der gestiefelte Kater" und "Othello darf nicht platzen"; 2018: zwei Stücke im Rahmen des Kultursommers: "Ein Sack voll Abenteuer" und "Das UN – eine wundersame Waldgeschichte"; 2019: "Shakespeares wilde Weiber" und "Das tapfere Schneiderlein" (Freilichtbühne im historischen Klosterviertel).

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