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Bad Herrenalb Gebürtiger Westfale

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Handschlag zwischen dem scheidenden Bad Herrenalber Kommandanten Bernhard Hummel (links) und seinem designierten Nachfolger Roland Goertz. Foto: Schwarzwälder Bote

Der neue Bad Herrenalber Feuerwehrkommandant heißt Roland Goertz. Mit dem promovierten Diplomchemiker und Direktor des Feuerwehrwissenschaftlichen Institutes an der Bergischen Universität Wuppertal wurde ein hochkarätiger Stratege an die Spitze der Freiwilligen Feuerwehr der Kurstadt gewählt.

(geg). Obwohl der 50-jährige Roland Goertz Auftritte in der Öffentlichkeit sowie das Thema Feuerwehr zur Genüge kennt, war er doch einen Moment sprachlos-gerührt über den Vertrauensbeweis der Bad Herrenalber Feuerwehrkameraden.

Als er vor sechs Jahren mit seiner Partnerin nach Bernbach gezogen sei, habe er sich in der freiwilligen Wehr herzlich aufgenommen gefühlt. Der gebürtige Westfale arbeitet als Direktor des Feuerwehrwissenschaftlichen Institutes drei Tage in der Woche an der Bergischen UniversitätWuppertal. Nach seinem Studium als Diplomchemiker und Promotion folgte eine Ausbildung für den höheren feuerwehrtechnischen Dienst.

Goertz war acht Jahre in der Leitung der Berufsfeuerwehr Erfurt sowie bis 2012 fünf Jahre lang Leiter der Branddirektion Karlsruhe. Von seinen 32 Jahren Feuerwehrerfahrung hat er 15 hauptamtlich, 17 ehrenamtlich geleistet.

Erstes wichtiges Anliegen ist ihm, auch wenn hierfür die Satzung der Wehr geändert werden muss, künftig drei Stellvertreter im Amt zu haben – aus jeder Abteilung einen.

Bad Herrenalb. Der Bernbacher Feuerwehrkamerad setzte sich in einer zügigen und fairen Wahl mit 38 zu 34 Stimmen gegen den seit 20 Jahren in den Reihen der Stadtabteilung aktiven Sascha Engelhardt durch.

"Wir haben heute ein spannendes Thema", führte der scheidende Kommandant und Stadtbrandmeister Bernhard Hummel die mehr als 75 Feuerwehrleute aller drei Bad Herrenalber Abteilungen schon bei der Begrüßung an die Wahl heran. Gemäß Landesfeuerwehrgesetz scheidet Hummel, der jüngst 65 Jahre alt wurde, aus dem aktiven Feuerwehrdienst aus. Er informierte noch einmal über den Stand der Wehr. Sie ist mit 96 Aktiven, knapp 50 Kindern und Jugendlichen sowie 18 Alterskameraden gut aufgestellt, der Frauenanteil stieg auf knapp zwölf Prozent.

Hummel thematisierte auch Schwachpunkte: zum Beispiel, dass trotz zunehmender Zahl in der Bevölkerung nach wie vor keine Personen mit Migrationshintergrund für die ehrenamtliche Arbeit geworben werden konnten und dass die Tagesverfügbarkeit weiter abnimmt. Selbst mit den nur teilweise verfügbaren Kameraden liegt sie unter 30 Prozent. So sei die Zusammenarbeit über die Abteilungen sowie mit den Nachbarwehren unverzichtbar. Ebenso die aktive Werbung für die vielfältige Arbeit, die "immer wieder anders" sei – vom brennenden Asphaltlaster über den Kaminbrand bei 35 Grad bis zur Rettung eines Papageis vom Baum.

Die Zahl echter Brände sinke, zu nehme die Zahl technischer Hilfeleistungen und von Fehlalarmen. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge aller Abteilungen liegt bei 19,5 Jahren.

Für die Stadtjugendleitung lieferte Julia Keller einige Informationen, für die Altersabteilung grüßte Roland Keller. Aus den Abteilungen berichteten Denise Wetzel, Stadt, Martin Gröner, Bernbach, sowie Andreas Badouin, Neusatz-Rotensol, mit einigen Zahlen und Aktivitäten wie das gemeinsam mit Dobel erreichte Leistungsabzeichen in Gold.

Bürgermedaille in Gold

Badouin spannte den Bogen zum scheidenden Kommandanten Hummel, der das Amt fast 21 Jahre innehatte. Nach teils holprigem Start sei "der Weg der Zusammenarbeit eben und gut geworden". Hummel nahm den Faden auf, nicht nur "ertragen", sondern "getragen" worden zu sein durch 100 Prozent Verlässlichkeit und Kameradschaft. Er dankte auch der Verwaltung, für die Bürgermeister Norbert Mai ankündigte, zu einem späteren Termin dem scheidenden Stadtbrandmeister, der auf 43 Jahre ehrenamtlichen Feuerwehrdienst zurückblickt, die Bürgermedaille der Stadt in Gold überreichen zu wollen.

"Seid froh, dass ihr zwei und nicht 29 Kandidaten zur Auswahl habt", erheiterte Kreisbrandmeister Hans-Georg Heide die 72 wahlberechtigten Feuerwehrleute zur Kommandantenwahl. Zugleich betonte er das hohe Gut dieser Form der Basisdemokratie. Dem schloss sich Klaus Ziegler, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, an.

Die geheime Wahl selbst war gut vorbereitet und ging reibungslos über die Bühne. Weiterhin wurde Schriftführer Oliver Lehmann einstimmig für eine weitere Periode gewählt.

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