Kontrastreiches Bühnenbild, intensive Schauspieler: Das Regionentheater legt im weihnachtlichen Bad Dürrheim einen Thriller auf. Foto: Hahnel Foto: Schwarzwälder-Bote

Kurhaus: "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" inszeniert / Saxofon-Spiel fügt sich in Handlung ein

Von Florian Hahnel

Theaterspiel zu Weihnachten ist klassische Unterhaltung – ins Bad Dürrheimer Kurhaus fanden nun Könner ihres Fachs. Das "Regionentheater aus dem schwarzen Walde" brachte "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" auf die besonderen Bretter.

Bad Dürrheim. Der 1992 der Feder des dänischen Multitalents Peter Hoeg entsprungene Wissenschaftsthriller kommt in der Bühnenfassung des Regionentheaters prima daher, von Simmersfeld im Nordschwarzwald aus machen sich ja auch Profis ans Werk. So gab es jüngst im Kurhaus ein kulturelles Angebot vorderer Güte. Wer zum Fest des Friedens Romantik und Wohlgefallen erwartet hat, war im "Theatersaal" allerdings falsch.

Die Geschichte der feinfühligen und den Mord an einem sechsjährigen Jungen aufklärende Smilla Jaspersen wird vom Regionentheater immer wieder hart und intensiv interpretiert. Regisseur Andreas Jendrusch fordert seine Schauspieler und vor allem den Mehrfachrollen besetzenden staatlich geprüften Akteur Frank Deesz. Anna Tomicsek hat es mit der Figur Smilla Jaspersen auch nicht leicht. Joachim Schäfer kann es in der Rolle eines legastenischen Mechanikers und Live-Saxofonisten zunächst langsamer angehen lassen.

Die spärliche und aus Schränken sowie Möbelwänden bestehende Kulisse hat es im Stück in sich und ist auch noch multifunktional – passend dazu liefert das Regionentheater übrigens eine Traumdeutung "Schrank".

Im Kurhaus fand sich ein bewandertes Publikum ein, nahezu durchweg hätte man die Stecknadel besagterweise fallen hören können. Gut für den Musikschul-Dozenten Joachim Schäfer: Mit seinem Saxofon nahm er auf halber Höhe am Bühnenrand Platz und schickte immer wieder einnehmende und durchaus verzaubernde Töne in den Raum.

Smilla ermittelt und weiß schließlich, wie ein Meteoriteneinschlag in der Arktis und der Tod des Jungen zusammenhängen, in Bad Dürrheim wurden Anna Tomicsek, Frank Deesz und Joachim Schäfer final beklatscht.

Das Regionentheater darf schlicht als heimatverbunden bezeichnet werden. Man hat sich die "kulturelle Belebung des Schwarzwalds" auf die Fahne geschrieben und bilanziert eine durchaus befriedigende erste Spielzeit.

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