Von den Sorgen der Öfinger in der Weiterentwicklung ihrer Ortschaft ausgebremst zu sein, erhielt Bürgermeisterkandidat Jonathan Berggötz bei seinem Besuch Kenntnis. Foto: Kaletta Foto: Schwarzwälder Bote

Ortsbesuch: Bürgergespräch mit Jonathan Berggötz

Bad Dürrheim-Öfingen. Bürger von Öfingen sehen die Fortentwicklung ihres Stadtteiles als vernachlässigt an, da alles auf den Kernort und den Tourismus fokussiert sei. Diesen Eindruck dürfte Bürgermeisterkandidat Jonathan Berggötz aus der Gesprächsrunde mit 37 Einwohnern mitgenommen haben. Auch wenn das Meinungsbild nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ist, zog sich dieses wie ein roter Faden bei den zahlreichen Wortmeldungen durch den Abend.

Aus der Versammlung wurden Befürchtungen laut, dass sich die Anzahl der Einwohner mit der Zeit weiter verringern werde, da für junge Familien kein Bauland zur Verfügung stehe. Wie solle das weitergehen, fragte ein Bürger, wenn jungen Familien keine Chance eingeräumt werde, um in ihrem Heimatort zu bauen und zu bleiben. Nicht nur der Fortbestand des Kindergartens werde dann gefährdet sein, auch den Vereinen werde der Nachwuchs fehlen.

Kleine Handwerksbetriebe sollten sich zumindest ausweiten können, wozu sie Fläche benötigten. Doch auch hier gehe nichts. Ein Ortschaftsrat warf ein, dass vor 25 Jahren der letzte kommunale Bauplatz verkauft wurde. Vermisst habe man die Bereitschaft der Stadt, Grundstücksankäufe vorzunehmen. Ein anderer meinte, dass sich die Stadt auf den Kurpark und das Solemar konzentriere, die Randbereiche, sprich Ortsteile nicht so einbezogen werden.

Bemängelt wurde auch, dass in die touristischen Angebote, wie zum Beispiel Exkursionen zu wechselnden Naturereignissen die Stadtteile nicht berücksichtigt werden. Dass sich die Stadt ein Kurhaus leistet, dass alljährlich mit 400 000 Euro bezuschusst werden muss, stieß auf Unverständnis.

Ortsvorsteherin Astrid Schweizer-Engesser gab zu bedenken, dass Öfingen von Vogelschutzgebieten umgeben ist, was die räumliche Erweiterung erschwere. Einig waren sich zahlreiche Versammlungsteilnehmer, dass in dieser Sache auch die hohe Politik gefordert ist, und nicht erst wenn man feststellt, dass die Dorfbevölkerung überaltert, und die Einwohnerzahl sinkt. Nur auf die Innenentwicklung zu beharren könne keine Lösung sein, wenn sich Innerorts niemand zum Grundstückverkauf bereit erklärt.

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