Für die Lärmschutzwand bei Hüfingen gibt es noch keine endgültige Baufreigabe, sie weist noch Mängel auf, bis diese repariert sind, dauert es jedoch noch eine Weile.
Donaueschingen/Hüfingen - Eigentlich ist der Bau der Lärmschutzwand an der Bundesstraße 27 bei Hüfingen schon seit Monaten beendet. Wer daran vorbeifährt, für den wirkt das Bauwerk abgeschlossen. Dann fallen jedoch die vielen Risse an der Wand auf – und die abgesperrte Fahrspur direkt vor der Mauer. Die Ursache dafür: aufgrund der vielen Schäden ist für die Wand noch keine endgültige Bauabnahme erfolgt.
Nach langem Hin und Her, um eine Lösung zu finden, setzte das Regierungspräsidium (RP) Freiburg schließlich eine Frist für die beauftragte Firma: Nach der Sommerpause soll ein Sanierungskonzept her. Das war im Juli. Was hat sich in der Zwischenzeit getan?
Wie das RP mitteilt, hat die mit dem Bau beauftragte Firma einen Sanierungsvorschlag für die Lärmschutzwand vorgelegt. Eine schnelle Lösung scheint es allerdings nicht zu geben. Für die Sanierung seien noch weitere Details zu klären, wie etwa die zwingend erforderliche behördliche Einzelfallzulassung auf Bundesebene.
Auch witterungsbedingt sei der Beginn der Sanierung frühestens im kommenden Frühjahr möglich, heißt es aus dem RP. Das ist das Ergebnis einer Besprechung der Abteilung Mobilität, Verkehr und Straßen des RP mit Vertretern der Stadt Hüfingen und der Firma, die die Wand auf Höhe des Baugebietes Auf Hohen Erweiterung errichtet hat.
Ziel sei die Sicherung der Standsicherheit und Dauerhaftigkeit der Wand für die Verkehrsteilnehmer. Daher ist derzeit auch noch die Fahrspur direkt an der Wand gesperrt, die Geschwindigkeit davor ist reduziert. Aus Sicht des RP sei das Sanierungsvorhaben erfolgversprechend. Die mangelhaften Elemente der Wand sollen mit einem Carbonbeton (Feinbetonauftrag mit Carbonbewehrung) verstärkt werden. Vereinbart wurde auch die notwendige Verpressung der Risse über die gesamte Wand und eine möglichst einheitliche Gestaltung.
Damit ist auch ein möglicher Neubau vom Tisch, den Staatssekretärin Elke Zimmer als letztes Mittel in Aussicht gestellt hatte, sollte sich das Problem nicht anders beseitigen lassen. Oberstes Ziel sei jedoch eine Sanierung. Nach weiterer Prüfung stehe zudem fest, dass die Lärmschutzwirkung der Wand für die Bewohner des Baugebiets Auf Hohen Erweiterung uneingeschränkt gewährleistet sei. Die Schutzwand weise die notwendige Höhe über die gesamte Länge auf.
Hüfingens Bürgermeister Michael Kollmeier zeigte sich zuversichtlich, dass nach einem zähen Weg nun die notwendigen Anstrengungen unternommen werden, damit das Projekt zügig zum Abschluss kommt. Bis zum Ende der Sanierungsmaßnahmen muss zur Sicherheit des Verkehrs eine Fahrspur der Bundesstraße weiterhin gesperrt bleiben.
Das Projekt
Im Juni 2016 erfolgte der Spatenstich für die Arbeiten an der B 27. Das 38 Millionen Euro teure Projekt umfasst dabei mehrere Komponenten. Neben dem mehrspurigen Ausbau der Straße waren das die Lärmschutzwand sowie mehrere zu verbreiternde Brückenbauwerke. Die Ergänzung der zweiten Fahrbahn erfolgte durchgängig auf der Westseite der vorhandenen Bundesstraße. Der Ausbau der West-Fahrbahn erfolgte mit einer befestigten Breite von sieben Metern. Die neue Fahrbahn ist mit einem drei Meter breiten Mittelstreifen von der vorhandenen 8,50 Metern breiten Fahrbahn und einem ebenfalls 1,50 Meter breiten Bankett getrennt. Nach der Fertigstellung der gekrümmten Lärmschutzwand waren an dem Bauwerk Mängel festgestellt worden. Das RP weist darauf hin, dass die Leistung bis dato nicht abgenommen wurde. Der Auftragnehmer habe die Übergabe eines mängelfreien Bauwerks zugesichert. Nach intensiver Suche konnte nun ein Sanierungsvorschlag entwickelt werden, der den Anforderungen der Lärmschutzwand gerecht wird.