Die Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald ist nun offiziell Partner des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord. Die beiden Teams freue sich auf noch engere Zusammenarbeit. Foto: Menzler

Nun ist es offiziell: Die Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald ist der erste touristische Partner des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord. Doch was heißt das überhaupt? Und warum trifft sich die Delegation extra auf dem Unteren Berghof in Wildberg?

Seit Jahren arbeiten die Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald und der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord bereits zusammen. Viele verschiedene Projekte, die AugenBlick-Runden, Naturpark-Wirte, Schwarzwaldguides und gegenseitiges Vermarkten sind nur einige Beispiele.

 

Nun haben es die beiden Organisationen offiziell gemacht – mit Urkunde und Plakette: Die Tourismus GmbH ist jetzt Naturpark-Partner. Aber was bedeutet das eigentlich, wie wird man Partner und wie geht es weiter?

Was ist die Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald? 14 Gemeinden aus dem Landkreis Calw schlossen sich vor mehr als zehn Jahren zusammen. Die Region soll so noch stärker vernetzt und als touristisches Ziel vermarktet werden. Ganz oben auf der Prioritätenliste: Nachhaltigkeit.

Nun kann man diese nicht greifen oder sehen – doch die Tourismus GmbH hat sich das Ziel gesetzt, sie erlebbar zu machen. Deswegen arbeitet das Unternehmen eng mit Partnern aus dem gesamten Kreis zusammen.

Natur erlebbar machen

Was ist der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord? Er ist der größte Naturpark in Deutschland. Das Gebiet des Vereins reicht vom Kreis Rottweil und dem Ortenaukreis bis nach Karlsruhe und Pforzheim. Insgesamt 115 Gemeinden und Städte, sieben Land- und drei Stadtkreise sowie 16 Verbände und Vereine gehören ihm an.

Dort treffen die Interessen aus dem gesamten Gebiet aufeinander: Natur erlebbar machen, touristische Impulse setzen und die Kulturlandschaft bewahren. Außerdem fördert der Naturpark viele Projekte.

Noch keine neue Förderrichtlinie

Der Naturpark kann Förderanträge an EU und Land stellen und vor Ort bei der Finanzierung verschiedener Projekte helfen. „Wobei diese momentan auf Eis liegen“, erläutert Pressesprecherin Gundi Woll. Denn die Förderrichtlinie der EU sei noch nicht neu beschlossen. Ab Herbst hoffe man auf einen neuen Beschluss, sodass in 2025 wieder neue Projekte umgesetzt werden können.

Was ist ein Naturpark-Partner? „Jemand der sich mit seiner alltäglichen Arbeit für die Kulturlandschaft vor Ort engagiert“, sagt Christina Cammerer, Fachbereichsleiterin Regionalentwicklung und -vermarktung beim Naturpark. Das bundesweite Konzept des Verbands Deutscher Naturparke richtet sich vor allem an erzeugende und handwerkliche Betriebe. Darunter: landwirtschaftliche Betriebe mit Direktvermarktung, Weingüter oder Bäckereien, Metzgereien.

Um Partner zu werden, müssen Kriterien erfüllt sein, die mit den jeweiligen Betrieben besprochen und erarbeitet werden. Neben speziellen Kriterien je nach Branche zählen auch die Lage im Naturpark, eine offene Kommunikation, ökologische Dimension der Nachhaltigkeit, das Engagement für die Kulturlandschaft sowie ein gutes Netzwerk dazu.

Langjährige Zusammenarbeit bewährt sich

Für die Tourismus GmbH gestaltete sich dieser Prozess demnach recht einfach. Nach langjähriger Zusammenarbeit seien die meisten der Kriterien bereits erfüllt gewesen.

Was bedeutet die Partnerschaft für Tourismus GmbH und Naturpark? „Wir teilen unsere Werte“, meint René Skiba, Geschäftsführer der Tourismus GmbH, bei der Übergabe der Partner-Plakette. Es gehe nicht nur um Tourismus und Fördergelder. Die Partner wollen den Wert der Natur im Nördlichen Schwarzwald und den Naturpark erlebbar machen.

Erster Tourismusbetrieb als Partner

Mit der Gesellschaft komme nun der erste Tourismusbetrieb in das Partnernetzwerk des Naturparks – „und gleichzeitig auch ein richtiger Vorzeige-Partner“, betont Cammerer. Die bereits langjährige Zusammenarbeit habe dies bereits gezeigt.

Was für Projekte haben die neuen Partner im Fokus? Ein bestimmtes neues Projekt sei noch nicht in Arbeit, sagt Skiba auf Nachfrage unserer Redaktion. Die offizielle Ernennung zum Naturpark-Partner sei das Ergebnis der bisherigen Zusammenarbeit, erläutert Skiba. Diese Arbeit wolle man ausweiten und vertiefen. Dazu gehören 13 AugenBlick-Runden, zehn Naturpark-Wirte, zehn Naturpark-Märkte, neun Naturpark-Geotouren, Schwarzwaldguides sowie Klimabotschafter im Kreis Calw, sagt Cammerer.

Warum wurde die Plakette ausgerechnet in Wildberg übergeben? Die beiden Teams kamen für die Übergabe der Plakette extra auf dem Unteren Berghof in Wildberg zusammen. Der Ort sei eine besondere Schnittstelle für den Tourismus sowie den Naturpark. Denn einerseits bieten die Pächter Sophie und Jonathan Kraul auf ihrem Hof mit Stellplätzen und zwei Schäferwagen eine besondere und auch nachhaltige Art der Übernachtung für Touristen an. Andererseits engagieren sie sich für das Humusprojekt des Naturparks.

Humus für aktiven Klimaschutz

Das Humusprojekt steht für aktiven Klimaschutz. Humusaufbau fördere Bodenfruchtbarkeit und sichere stabile Erträge in Zeiten des Klimawandels. Landwirtschaftliche Betriebe können sich an dem Projekt beteiligen und erhalten dafür Unterstützung für die Bewirtschaftung ihrer Felder.