Jacken anbehalten oder ausziehen? Auch bei der Zusammenkunft in der Osterberghalle läuft die Heizung mit kleiner Flamme. Im Stadtteil spart man Energie. Foto: Florian Hahnel

Ortsvorsteherin Astrit Schweizer-Engesser gab in der Öfinger Osterberghalle einen großen Rück- und Ausblick. Dabei gab sie einen Einblick in die Entwicklungen im Dorf.

Von Unterm Strich kann man in Öfingen noch zufrieden sein, das Leben funktioniert. Beim großen Rück- und Ausblick verwiesen Ortsvorsteherin Astrit Schweizer-Engesser und Bürgermeister Jonathan Berggötz aber auch auf Probleme, die Innenentwicklung etwa stellt nicht unbedingt zufrieden.

 

Ein neues und vor allem bezahlbares Wohnbaugebiet ist bestenfalls Zukunftsmusik, bei weiter hohen Mieten, Immobilien- und Grundstückspreisen versagt die Kaufkraft junger Familien heute allzu häufig.

Insgesamt aber läuft es in der luftigen Höhe des Stadtteils rund, der Veranstaltungskalender ist gut gefüllt. In der Osterberghalle begrüßten Schweizer-Engesser, der Ortschaftsrat sowie das Stadtoberhaupt Berggötz die Gekommenen, man blickte auf das abgelaufene und neue Jahr. Für Erheiterung am Abend sorgten die Zöglinge der Kinder- und Jugendwerkstatt. Die jungen Leute traten ans Mikrofon und gaben Einblick in ihr Leben, diverse Lachanfälle ließen sich offenkundig nicht vermeiden.

Im Kindergarten herrscht Regelbetreuung

Im Öfinger Kindergarten ist man wieder zur Regelbetreuung zurückgekehrt, die Eiche an der Betreuungseinrichtung lässt sich nicht mehr retten und muss aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Das erste Wiesengrab wurde im vergangenen Jahr gesetzt, der auch in Öfingen wieder präsentere Biber bleibt unter Beobachtung.

Die neue LED-Beleuchtung für die Osterberghalle kommt, diverse nicht mehr ordentlich sitzende Schachtdeckel werden gerichtet. Die gut angelaufene Obstbaumaktion soll fortgesetzt werden, ebenfalls wird es wieder einen Dorfputz geben, obwohl die Freiwilligen im vergangenen Jahr „gar nicht viel gefunden haben“, so Schweizer-Engesser.

In Öfingen ärgert man sich über illegal weggeworfene Autoreifen und die zurückliegende Traktor-Amokfahrt, sonst jedoch sind die Vereine, der Winterdienst und die Feuerwehr guten Mutes.

Politisch zeigen sich die Stadtteileinwohner überdurchschnittlich interessiert, bei der vergangenen Kommunalwahl etwa lag die Beteiligung bei stattlichen 68 Prozent. Öfingen hat heute 772 Einwohner, acht Geburten waren 2023 verzeichnet. Das Dorf wuchs um 37 Bürger, 21 Plätze sind in der Kinderbetreuung belegt.

Geschichte des Ortes reicht zurück bis zum Jahr 973

Ein Lichtbildvortrag von Horst Fuß bereicherte das Treffen in der Osterberghalle, der Senior begann mit den 1950er-Jahren und weckte damit diverse Erinnerungen. Die Zeit steht nicht still, Veränderungen gibt es immer – Fuß unterstrich diesen Umstand seinerseits. Die Geschichte des Ortes ist mit der ersten urkundlichen Erwähnung 973 manifestiert, die früher Evingen genannte Gemarkung hat freilich schon vorab Interesse hervorgerufen. In Öfingen ist die Präsenz der alten Alemannen und Römer belegt. Astrit Schweizer-Engesser dankte Horst Fuß, die Pflanzenliebhaberin überreichte einen veredelten Birnen-Cidre aus heimischer Produktion.