Henry und Ben Tahir sind stolz auf die Burg Hohenzollern, die ihr Vater im 3D-Drucker erstellt hat. Foto: Tahir

Endlich ist sie fertig die Spielburg aus Noppensteinen. David Tahir hat auf Wunsch seiner Söhne Henry und Ben die Burg Hohenzollern im 3D-Drucker gedruckt. Diese wird nun fleißig bespielt.

Es ist vollbracht: Die Burg Hohenzollern, die David Tahir in seinem 3D-Drucker in Miniaturformat gedruckt hat, ist fertig. Kaum war das Gebilde aus Noppensteinen fertig, haben es auch schon die Söhne Henry und Ben in Beschlag genommen – schließlich haben sie die Spielburg bei ihrem Vater in Auftrag gegeben.

 

Rund 170 Arbeitsstunden hat er in das Projekt investiert: Zunächst konstruierte der Informatiker das Modell in einem 3D-Programm am Computer nach den Wünschen seiner Söhne. Kompatibel mit Lego sollte es sein. Doch hätte er die einzelnen Steine gedruckt, wären es am Ende 18 822 Klemmbausteine.

Das Fazit der Söhne: „Cooooool“

Der Einfachheit halber hat er das Modell in 17 Teile aufgeteilt, die auf zwölf Platten zusammengefügt wurden. Er bohrte Löcher in die Plastikteile, entfernte die Stützstrukturen, arbeitete hier und da minimal nach und verdübelte und verklebte die Teile – alles unter den wachsamen Augen seiner sechs- und vierjährigen Söhne, die es kaum erwarten konnten, dass die Burg Hohenzollern, die sie auch vom Wohnzimmerfenster aus sehen können, zu bespielen. Und wie finden Ben und Henry die Spielburg? „Coooooool“ lautet ihr Fazit. Dass sie seit der Fertigstellung fast pausenlos damit spielen, ist aber wohl das größte Kompliment für den 40-Jährigen.

Insgesamt lief sein moderner 3D-Drucker 18 Tage, sechs Stunden und 40 Minuten – nonstop. Die Spielburg misst 87 auf 51 Zentimeter in der Fläche und ist 37 Zentimeter hoch und wiegt knapp sieben Kilo. „Jetzt fällt eine Last von mir ab“, sagt Tahir mit ein wenig Stolz – „ich kann nichts mehr kaputt machen.“

Nicht am Material sparen

Aus dem Projekt hat Tahir gelernt, dass er bei künftigen 3D-Modellen nicht am Material sparen darf. „Darunter leidet die Druckqualität“, erklärt er. Weil es sein Ziel war, dass der Miniatur-Zoller weniger als sieben Kilo wiegen muss, gebe es hier und da  dünne Stellen. Am schwierigsten fand er es, die richtige Skalierung für das Modell zu finden und dennoch detailreich zu bleiben. Er selbst hätte gerne noch viel mehr Details eingefügt. Doch das hätte den Rahmen gesprengt. Laut seinen Berechnungen hätte das 280 Platten gebraucht. Das wäre zu groß und auch zu teuer. Alleine das Material für das fertige Modell hat Tahir 180 Euro gekostet. Während der Konstruktion kam der erfahrene Informatiker gelegentlich an seine Grenzen. „Ich habe unheimlich viel gelernt – und das obwohl ich seit 20 Jahren in 3D modelliere.“ Aber allzu selbstkritisch möchte er nicht sein. „Wenn die Kinder zufrieden sind, bin ich es auch.“

Der nächste Wunsch: Die Stadt Balingen

Das 3D-Modell, das er für den Druck konstruiert hat, hat Tahir Gleichgesinnten im Internet bereitgestellt. Ein paar mal wurde der Plan heruntergeladen. „Aber die wenigsten haben die Möglichkeit, die Burg selbst zu drucken, weil herkömmliche 3D-Drucker viel zu lange dafür brauchen.“

Auch wenn er eingangs vor hatte, die Burg erneut zu drucken, um das Modell zu optimieren, wird Tahir das vorerst nicht weiter verfolgen. Wenn der Bausatz der Burg Hohenzollern von BlueBrixx auf den Markt kommt, möchte er diesen kaufen und mit seiner Konstruktion vergleichen. Die Kinder haben aber schon weitere Ideen: Die Stadt Balingen aus dem 3D-Drucker. „Vielleicht fangen wir mit der Stadtkirche an“, sagt Tahir.