Seit Monaten sind zwei Aufzüge auf dem Rottweiler Bahnhof außer Betrieb: Sie müssen ausgetauscht werden. Doch was genau wird gemacht und wie ist der Zeitplan? Wir haben bei der Deutschen Bahn nachgefragt.
Rottweil - Rollstuhlfahrer, Familien mit Kinderwagen oder Reisende mit schweren Koffern müssen weiterhin mit Schwierigkeiten rechnen, wenn sie ihre Reise auf dem Bahnhof in Rottweil antreten. Barrierefreiheit ist hier seit einigen Monaten nicht gegeben: Grund ist der Aufzugstausch an Gleis 1 und an den Gleisen 4 und 5.
Seit Ende März sind die Aufzüge – die auch schon, als sie in Betrieb waren, immer wieder für Probleme sorgten – gesperrt. Mobilitätseingeschränkten Reisenden empfiehlt die Bahn "als Alternative die stufenfreien Bahnhöfe Oberndorf, Spaichingen oder Rottweil-Göllsdorf". Seine Reise kann man spätestens einen Werktag davor auch bei der DB-Mobilitätszentrale anmelden, und zwar telefonisch unter 0180/6 51 25 12 oder per E-Mail an msz@deutschebahn.com.
Mittlerweile fragt sich mancher Fahrgast, ob die Arbeiten überhaupt vorankommen. Auf Nachfrage versichert eine Bahn-Sprecherin, dass alles nach Plan laufe. 900 000 Euro würden in das Rottweiler Aufzugstausch-Projekt investiert, dies sei Teil eines Modernisierungsprogramms, in dessen Rahmen im Land rund zwei Milliarden Euro für die Eisenbahninfrastruktur zur Verfügung stünden.
"Die Aufzüge an den Bahnsteigen Gleis 1 sowie an den Gleisen 4/5 gehen voraussichtlich in der Woche vom 9. August in Betrieb. Auch die Erneuerung des Aufzugs an den Gleisen 2/3 beginnt wie geplant", so die Sprecherin.
Sicherheitstests notwendig
Zu den einzelnen Arbeitsschritten führt sie aus: "Für den Tausch ist es zunächst nötig, die alte Aufzugsanlage vor Ort vollständig und kleinteilig zu demontieren. Anschließend wird das Schachtgerüst überprüft und gegebenenfalls um neue Träger, Führungsschienen oder andere Stahlteile ergänzt. Darauf folgt die Elektroinstallation, die nach bestimmten gesetzlichen und bahnspezifischen Richtlinien auf den neusten Stand gebracht wird."
Bevor eine Anlage in Betrieb gehe, würden umfangreiche Sicherheitstests erfolgen, fügt die Sprecherin hinzu. "Erst wenn alle Abnahmen erfolgreich durchlaufen wurden und die Sicherheit der Anlage bescheinigt wurde, kann die Bahn diese als Anlagenbetreiber wieder zur Verfügung stellen."
Bei den neuen Aufzügen handle es sich übrigens um Seilaufzüge, vorher seien es Aufzüge mit Hydraulikantrieb gewesen. Die neuen Seilaufzüge, so zeige laut Bahn-Sprecherin die Erfahrung, würden einen verlässlichen Betrieb gewährleisten.