Musik auf dem Weihnachtsmarkt in Villingen-Schwenningen – nicht nur Musiker, auch Lautsprecher sollten diesen bescheren. Doch diesen Plan könnte die Gema durchkreuzen. Foto: Marc Eich

Endlich durften die Weihnachtsmärkte in Villingen-Schwenningen klingen – und schon muss man offenbar wieder darum bangen.

Lange war es ruhig auf den Weihnachtsmärkten der Doppelstadt, wenn nicht gerade ein Chor auf der Bühne sang oder ein Musikverein aufspielte.

 

2022 hat sich das geändert. Viele Freunde der weihnachtlichen Melodien atmeten erleichtert auf. Doch jetzt droht neuer Ärger.

WIR lässt es klingen

Gab es bis 2019 nur ein Rahmenprogramm auf der Bühne und keine dauerhaft abgespielte Weihnachtsmusik über Boxen, stellte die WIR GmbH als neue Ausrichterin das Prozedere im vergangenen Jahr kurzerhand um: „Süßer die Glocken nie klingen“, „Rudolph the red nosed reindeer“ oder Wham!s „Last Christmas“ durften endlich ungeniert aus den Boxen rieseln und die Märkte großflächig beschallen. Fortan also sollten die Weihnachtsmärkte klingen. Eigentlich planen die Weihnachtsmarkt-Macher in VS auch für 2023 so – „fest steht, dass man wieder mit einem Rahmenprogramm auf der Bühne sowie Musik aus Boxen plant“, beteuert jedenfalls der Pressesprecher der Stadt, Christian Thiel.

Großer Knall statt Musik

Doch mitten im November, also kurz vor der Weihnachtsmarkt-Saison, ist noch immer unklar, ob das gelingen kann: Die Gema – die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, die sich diese zum Ärger vieler auch stattlich bezahlen lässt – will die Weihnachtsmarktflächen und damit die fälligen Gebühren neu berechnen. In vielen Städten würde damit auf den Wohlklang aus den Lautsprechern der große Knall folgen. Nürnberg beispielsweise soll künftig statt 1500 Euro 29 000 Euro berappen, vermeldete der Südwestrundfunk unlängst.

Zwischenzeitlich hat sich der Deutsche Städtetag eingeschaltet und versucht, eine einvernehmliche Lösung mit der Gema zu finden. Doch bis diese gefunden ist, steht in den Sternen, was die Beschallung der Weihnachtsmärkte in VS kosten wird. „Derzeit kann man noch keine Aussage treffen, wie hoch die Gebühr in diesem Jahr ausfallen wird und welche Auswirkungen dies auf die Märkte haben wird“, bestätigt Christian Thiel auf Anfrage. Im vergangenen Jahr betrug die Gema-Gebühr rund 6500 Euro.