Als erster prominenter deutscher Fußballer hatte Thomas Hitzlsperger 2014 nach Abschluss seiner sportlichen Karriere öffentlich gemacht, dass er homosexuell ist. Foto: Shutterstock

Fußball: Angst nach einem Coming-out angefeindet zu werden ist offenbar immer noch groß. 

Egal, «wie du lebst und wen du liebst» - Kölns Kapitän Jonas Hector bringt das Anliegen auf den Punkt. Mit einem Appell unterstützen Hunderte seiner Fußball-Kollegen und -Kolleginnen homosexuelle Profis, ihre Sexualität trotz möglicher Ängste öffentlich zu machen.

Mit einer öffentlichen Solidaritätsaktion haben mehr als 800 Fußballer und Fußballerinnen in Deutschland homosexuellen Spielern Unterstützung zugesichert und zum Coming-out ermuntert. «Wir werden euch unterstützen und ermutigen und, falls notwendig, auch gegen Anfeindungen verteidigen. Denn ihr tut das Richtige, und wir sind auf eurer Seite», heißt es in dem emotionalen Appell, den das Magazin «11 Freunde» in seiner jüngsten Ausgabe veröffentlicht.

«Auch im Jahr 2021 gibt es keinen einzigen offen homosexuellen Fußballer in den deutschen Profiligen der Männer», heißt es in der gemeinsamen Erklärung. «Die Angst, nach einem Coming-out angefeindet und ausgegrenzt zu werden und die Karriere als Profifußballer zu gefährden, ist offenbar immer noch so groß, dass schwule Fußballer glauben, ihre Sexualität verstecken zu müssen.»

Zu den Unterzeichnern des Appells «Ihr könnt auf uns zählen!» gehören unter anderen prominente Profis wie Max Kruse (1. FC Union Berlin), Niklas Stark (Hertha BSC), Jonas Hector (1. FC Köln), Bakery Jatta (Hamburger SV), die Nationalspielerinnen Almuth Schult und Alexandra Popp (VfL Wolfsburg) sowie ganze Mannschaften von Proficlubs.

Niemand solle zu einem Coming-out gedrängt werden, betonen die Unterzeichner. «Das ist die freie Entscheidung jedes Einzelnen. Aber wir wollen, dass sich jeder, der sich dafür entscheidet, unserer vollen Unterstützung und Solidarität sicher sein kann.»

Starke Worte fand Unions neuer Publikumsliebling Kruse. «Wenn sich einer meiner Kollegen outen würde, würde ich ihn vor den Idioten draußen schützen», sagte der 32 Jahre alte Angreifer. Mannschaftskollege Christopher Trimmel ist da an seiner Seite: Wenn ein Mitspieler sich outen würde, «würde er von mir allen Support bekommen, den er benötigt».

FC-Kapitän Hector verwies auf die Charta des Kölner Bundesligisten, in der es heißt: «Herzlich willkommen in der schönsten Stadt Deutschlands - egal, woher du kommst, was du glaubst, was du hast oder bist, wie du lebst und wen du liebst.»

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