Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Gemeinsam mit ihrem Team legen Anna und Florian Spreng am Montag, 17. Januar, in Rottweil los. Foto: Praxis Spreng

Am Montag, 17. Januar, geht es in Rottweil los. Dann eröffnen Anna und Florian Spreng ihre neue Praxis für Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie und füllen diese Lücke, die es bislang im Kreis Rottweil gab.

Rottweil - Mit der Eröffnung der Praxis am Montag, 17. Januar, gibt es mit dem 39-jährigen Florian Spreng den einzigen Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgen (MKG) im Landkreis Rottweil. Bisher musste für eine Behandlung, die künftig Spreng in der Paulinenstraße 6 anbietet, nach Balingen oder Villingen-Schwenningen pendeln. In der neuen Praxis wird auch Sprengs Ehefrau Anna, Fachärztin für Oralchirurgie, tätig sein. Fünf Mitarbeiter kümmern sich künftig montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr um die Patienten.

 

Die gebürtigen Stuttgarter haben die Räumlichkeiten vor Ort seit vergangenem Frühjahr kernsaniert und aus der ehemaligen Zahnarztpraxis eine hochmoderne chirurgische Einrichtung geschaffen. "Die Pandemie hat unseren Start etwas verzögert. Jetzt kann es aber losgehen", freut sich Florian Spreng im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Familie Spreng fühlt sich in Rottweil bereits pudelwohl: "Wir wollten uns in einer städtisch-ländlichen Gegend niederlassen. Da hat sich Rottweil angeboten", ergänzt Anna Spreng. Die Familie wohne nicht weit weg und die Kultur und Geografie Rottweils habe die Eheleute sofort in den Bann gezogen.

Fachleute

Die Sprengs sind – wie ein Blick in ihre Vita zeigt – Fachleute auf ihren Gebieten: Florian Spreng studierte Human- und Zahnmedizin und absolvierte die Facharztausbildung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in Österreich. Dort war er seit 2018 Oberarzt im Universitätsklinikum St. Pölten und führte die moderne 3D-Technologie ein, die nun auch in der Rottweiler Praxis Einzug hält. Er könne daher auf einen riesigen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Anna Spreng machte nach ihrem Zahnmedizinstudium den Facharzt in Oralchirurgie sowie den Master of Science in Implantologie. Ihre Vita wird von mehreren internationalen Fortbildungen in Indien, Europa und den USA geschmückt.

Breites Behandlungsspektrum

"Wir sehen uns als Zuweiser-Praxis von Zahnärzten, Kieferorthopäden, Hautärzten und Hausärzten", so Florian Spreng. Das bedeutet, dass die genannten Ärzte ihre Patienten an die Sprengs überweisen. Das Behandlungsspektrum in der Paulinenstraße 6 ist breit: Es steht unter anderem die Implantation, die Entfernung von Weisheitszähnen, die Zahnentfernung unter Antikoagulation (Fachwort für Blutverdünner), die Wurzelspitzenresektion und der Knochenaufbau im Fokus. Im Bereich der Gesichtschirurgie sind die Beseitigung von Leberflecken, anderer Geschwulste und Gewebeproben zu nennen.

Aufklärung und erfolgreiche OP als oberste Ziele

Auf den 160 Quadratmetern der Praxis wird auf modernste Technologie Wert gelegt. Die Arbeitsabläufe sind weitgehend digital. Zum Einsatz kommt außerdem ein DVT 3D Röntgengerät zur Analyse der Zahn- und Knochenverhältnisse. Einen Intraoralscanner zur Abbildung der Mundhöhle gibt es dazu. Für die Patienten wichtig: In Kombination dieser Gerätschaften kann etwa die Positionierung von Implantaten virtuell geplant werden. Die chirurgische Umsetzung erfolgt ebenso mit modernster Technik. Statt Gips-Modellen werden die Bohrschablonen im 3D-Drucker hergestellt. Die Daten können so auch an den behandelten Zahnarzt weitergegeben werden. All die Technik dient einem Hauptziel: Optimale Patientenvorbereitung für einen erfolgreichen OP-Verlauf. "Wir wollen für eine gute Beratung und Kommunikation stehen", erklärt Spreng. Aufklärungsgespräch und Eingriff sollen – liegt kein Akutfall vor – nicht am selben Tag erfolgen. "Die Patienten können so nochmal eine Nacht über den Eingriff schlafen." Anschauungsmaterial gibt es unter anderem mit Videos für Zuhause.

Auch in den drei Behandlungsräumen mit chirurgischem Standard und im OP-Raum wird mit Bildschirmen viel Wert auf Aufklärung gelegt. Übrigens: Alle Behandlungen vor Ort können in Narkose und in Zusammenarbeit mit dem Zimmerner Anästhesisten Stefan Schlick vorgenommen werden. Eigens dafür ist ein Aufwachraum eingerichtet.

Die letzten Vorbereitungen sind getroffen – das Personal ist geschult. Nun wollen die beiden Ärzte in Rottweil ab 17. Januar durchstarten und die MKG-Lücke im Kreis schließen.