Nördlich von Effringen erstreckt sich eine wertvolles Biotop: die Wielandschen Weiher. Foto: Geisel

Im Wald hinter dem Bulacher Weg, beim Heiligenbach und damit nördlich von Effringen versteckt sich ein wertvolles Biotop, ein schützenswerter Lebensraum für verschiedene Tiere. Im Lauf der Jahre waren die Wielandschen Weiher nahezu in Vergessenheit geraten – bis der Landschaftserhaltungsverband sie wiederentdeckte.

Kurz vor Jahresende plant der Landschaftserhaltungsverband sein Pflegeprogramm für das kommende Jahr. Dabei war schon seit Längerem immer wieder der Bereich um die Wielandschen Weiher ins Gespräch gekommen.

 

Tamara Winkscha, seit einigen Monaten beim Landschaftserhaltungsverband als Biotopverbundbotschafterin beschäftigt, nahm sich des Projekts an. Gemeinsam mit Geschäftsführer Philipp Beck begab sie sich vor Ort.

Zu sehen war erst einmal nicht viel. Laut Biotopkartierung sollten dort am Waldrand fünf Weiher in unterschiedlichen Größen zu finden sein. Zugegeben, die Daten stammen aus den 1990er-Jahren. Doch konnten sie wirklich verschwunden sein?

Auf der Suche nach fünf Weihern

Nein, denn die Weiher waren teilweise sogar noch erhalten. Das ganze Areal allerdings so zugewachsen, dass sie auf den ersten Blick gar nicht zu finden waren. Der erste Weiher, welcher direkt an der Weggabelung liegt, führte noch gut Wasser und versteckte sich lediglich hinter Gestrüpp. Dasselbe galt für den zweiten etwas weiter oben. Der dritte war allerdings bereits komplett verlandet; der vierte und fünfte gar nicht mehr auszumachen.

Zum Teil führten die Wielandschen Weiher noch gut Wasser. Foto: Winschka

Verbund legt Gewässer wieder frei

Der Landschaftserhaltungsverband nahm die Freilegung der Wielandschen Weiher in sein Jahresprogramm auf, Winkscha schrieb die Maßnahme aus und es fand sich sogar ein regionaler Unternehmer für die Umsetzung. Gehölzpflegemaßnahmen waren der erste Schritt, wobei ein Teil des Gestrüpps stehen blieb, um den Tieren eine Versteckmöglichkeit zu lassen.

Im zweiten Schritt wurde der dritte Weiher freigebaggert, samt eines Zulaufs. Der Unternehmer folgte der kleinen Bachsohle bis zu den Wiesen, wo sie an einigen Stellen zugeschüttet ist. Auch kam nach dem Entfernen der Überwucherungen ein zweiter kleiner Bachlauf zutage. Wo genau dieser herkommt und was seine Funktion in dem Biotop ist, sei Tamara Winkscha derzeit noch ein Rätsel. Immerhin lasse sich nach Abschluss dieser ersten Maßnahme erahnen, wo der vierte Weiher sein dürfte und auch zur Lage des fünften Weihers würden sich treffende Vermutungen anstellen lassen.

Ursprüngliche Struktur entdecken

Es hat etwas von einer Schatzsuche, wie Winkscha mit Karten und Daten dem Zulauf und dem natürlichen Bewuchs folgt, um der ursprünglichen Struktur des Gebiets auf die Spur zu kommen. Sie würde die Maßnahme gerne im nächsten Jahr fortsetzen und in diesem Zug den Bereich um den vierten Weiher und den Zulauf weiter freilegen. Dabei, davon ist sie überzeugt, dürfte auch der fünfte Weiher noch zum Vorschein kommen.

Der dritte Weiher ist beinahe komplett verlandet. Foto: Geisel

Dafür seien aber erstmal weitere Gespräche mit der Stadtverwaltung – Karolin Weik vom Fachbereich Planen und Bauen betreut derartige Projekte leidenschaftlich mit – und anderen Beteiligten nötig. Unter anderem um herauszufinden, wieso der Zulauf bei den Wiesen derzeit überhaupt zu ist. Eventuell gibt es hierfür einen triftigen Grund.

Biotopbotschafter unterstützt Kommunen

Jeder Landschaftserhaltungsverband – und damit jeder Landkreis – hat einen Biotopverbundbotschafter wie Tamara Winkscha. Von Seiten des Landes gebe es bereits ein grobes Netzwerk möglicher Biotope auf Basis vorhandener Daten, erklärt sie. Solche wertvollen Bereiche wie die Wielandschen Weiher zu finden und dann auch vor Ort Maßnahmen umzusetzen, ist Teil ihrer Aufgaben.

Außerdem unterstützt sie Kommunen bei der Planung und Koordination eigener Biotopverbundplanungen, welche die groben Daten des Landes weiter konkretisieren und mit Maßnahmen unterfüttern werden. Das gesetzliche Ziel des Landes: den funktionalen Biotopverbund bis 2030 auf 15 Prozent Offenland der Landesfläche etablieren.

Im Fall der Wielandschen Weiher profitieren laut Winkscha vor allem die stark gefährdeten Amphibien von dem neu entwickelten Lebensraum, aber auch viele Insekten.