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Arbeitsmarkt Menschen mit Behinderung weiter im Nachteil

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Eine im Rollstuhl sitzende Frau arbeitet als Telefonserviceberater in einem Call-Center. Schwerbehinderte konnten vom anhaltend positiven Trend auf dem Arbeitsmarkt bisher nicht profitieren. Foto: dpa

Stuttgart - Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern sind gesetzlich verpflichtet, fünf Prozent ihrer Stellen mit Schwerbehinderten zu besetzen. Machen sie das nicht, müssen sie eine Ausgleichsabgabe zahlen.

Ihr Soll erfüllt die Wirtschaft nicht. In ­Baden-Württemberg liegt die Quote mit 4,4 Prozent sogar niedriger als im Bundesdurchschnitt mit 4,6 Prozent. „Mehr als jeder zweite größere Betrieb in Baden-Württemberg kauft sich frei von der Pflicht, Menschen mit Behinderung einzustellen“, sagt Gerd Weimer, Behindertenbeauftragter des Landes. Im Schnitt zahlten die Unternehmen pro nichtbeschäftigten Schwerbehinderten 2100 Euro im Jahr.

Dabei könnten Menschen mit Behinderungen die gleichen Leistungen erbringen, setzte man sie nach ihren Fähigkeiten ein. Warum kann ein Gehörloser etwa kein guter Handwerker sein? Eine Stuttgarter Schreinerei hat gleich mehrere Gehörlose eingestellt.

Behinderte engagieren sich in ihrer Firma meist überdurchschnittlich

„Im Zeitalter des Fachkräftemangels lohnt es sich, sich intensiv mit den Kompetenzen und Fähigkeiten von Menschen mit Behinderungen auseinanderzusetzen“, sagt Weimer. Er hält die Ausgleichsabgabe nicht für das richtige Instrument. Unternehmen, die auf Beschäftige mit Handicap setzen, berichten häufig von einem überdurchschnittlichen Engagement.

Die Arbeitslosenquote bei schwerbehinderten Menschen lag im vergangenen Jahr bundesweit mit 14 Prozent etwa doppelt so hoch wie die allgemeine Arbeitslosenquote. Dabei ist der Fachkräfteanteil bei schwerbehinderten Arbeitslosen höher als bei den Arbeitslosen insgesamt. Laut der Bundesagentur für Arbeit hatten fast 60 Prozent der schwerbehinderten Arbeitslosen einen Studien- oder Berufsabschluss, bei den Arbeitslosen ohne Handicap waren es 55 Prozent.

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