LED-Flutlicht ist stromsparender. Foto: © Petair - stock.adobe.com

Es geht um rund 3000 Euro Zuschuss für Anschaffungen des SV Breitenberg/Martinsmoos und des DRK-Ortsvereins Neubulach, die die Stadt nicht investiert – zumindest vorerst nicht.

Auf den ersten Blick war es ein Tagesordnungspunkt, der schnell abgehandelt zu sein schien – doch Fehlanzeige. Es ging darum, ob die Stadt die Beschaffung eines Mannschaftstransportwagens für den DRK-Ortsverein Neubulach mit rund 1200 Euro und die Umstellung der Fluchtlichtanlage auf dem Gelände des Sportvereins Breitenberg/Martinsmoos auf LED-Technik mit 2000 Euro bezuschussen soll.

 

Nicht an laufende Zuschüsse gekoppelt

Bürgermeisterin Petra Schupp erläuterte, dass es sich hierbei um „Investitionszuschüsse“ handele, „die nichts mit laufenden Zuschüssen zu tun haben“. Denn jedes Jahr werden die Vereine mit einem entsprechenden Betrag grundsätzlich gefördert. Die Investitionen sind daran nicht gekoppelt: Für den Mannschaftstransportwagen des DRK-Ortsvereins mit Kosten von 60 000 Euro wurde ursprünglich eine Förderung von zehn Prozent vereinbart, das waren 6000 Euro.

Baukosten von 37 800 Euro

Das Fahrzeug konnte dann auch Anfang 2023 ausgeliefert werden. Doch wie der Sitzungsvorlage zu entnehmen ist, kam es zu Preissteigerungen. Um bei der ursprünglich vereinbarten Zehn-Prozent-Förderung zu bleiben, müsste die Stadt also noch die rund 1200 Euro zuschießen. Und zur LED-Flutlichtanlage für den Sportverein, die schließlich weniger Strom verbrauchen werde, heißt es, dass sich die Baukosten auf etwa 37 800 Euro belaufen. Der Verein erhält hierfür eine Förderung vom Bund in Höhe von 25 Prozent und vom Württembergischen Landessportbund von 30 Prozent.

Wer dachte, dass die vierstellige Summe schnell abgenickt werde, wurde überrascht. Plötzlich überwog da wohl der Drang, ans Sparen zu denken. Angesichts des dicken Minus von 3,6 Millionen im Haushaltsentwurf kam in den Reihen einiger Räte der Gedanke auf, den Zuschuss zu überdenken. Doch: „Wenn dreieinhalb Millionen fehlen, werden wir es mit den 3000 Euro nicht retten können“, meinte Björn Ahsbahs (UGL).

Großteil der Jugendlichen im Verein aus Neubulach

In der Diskussion drehte sich’s dann hauptsächlich um die LED-Umrüstung für die Flutlichtanlage. Andreas Kubesch (UGL) wollte etwa wissen, wie viele Bürger aus Martinsmoos überhaupt in der Spielgemeinschaft aktiv seien. Beantworten konnte das in der Sitzung niemand.

Auf Nachfrage unserer Redaktion sagte Andre Lux, Vorsitzender des SV Breitenberg/Martinsmoos, dass bei den „Bambini-Mannschaften“ die meisten aus Neuweiler stammen. Doch „bei den Größeren kommen fast alle aus Neubulach“, so Lux.

Hans Georg Ruß (UWV) sagte in der Sitzung: „Die 2000 Euro sollte uns die Jugend wert sein.“ Unterstützung dafür gab’s etwa von Andreas Blaurock (CDU), für den die Investition „etwas in die Zukunft Gerichtetes“ sei.

„Kirchturmgedanke“ sei falscher Weg

Zur angeklungenen Kritik, dass von dem Zuschuss auch Bürger aus Neuweiler profitieren, fand der Stadtrat deutliche Worte: Der „Kirchturmgedanke, denen geben wir es, denen nicht“, sei der falsche Weg. Wie Vorsitzender Lux im Gespräch mit unserer Redaktion bestätigte, hätte die Gemeinde Neuweiler ohnehin auch den Zuschuss-Antrag bekommen.

Letztlich war es Alois Jerges (CDU), der veranlasste: „Formal gesehen würde ich den Antrag zurückstellen, bis wir den Haushalt angeschaut haben.“ Das wurde von der knappen Mehrheit des Gremiums – zehn Befürwortern – mitgetragen, während acht Stadträte die Zuschüsse bewilligen wollten.