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Anto Grgic beim VfB Stuttgart Ein Ballverteiler, kein Balleroberer

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Ein Techniker zeigt Einsatz: der VfB-Mittelfeldspieler Anto Grgic (rechts) legt sich gegen Waldemar Sobota vom FC St. Pauli ins Zeug. Foto: Baumann

Stuttgart - Alles anders. Der Fußball, das Training, die Lebensumstände. Anto Grgic hat sich ganz schön umgeschaut, als er im vergangenen Sommer seinen Dienst beim VfB Stuttgart antrat. Obwohl Vertraute wie sein ehemaliger Trainer und VfB-Meisterspieler Ludovic Magnin versucht hatten, ihn auf die Veränderungen vorzubereiten. Manche hatten Grgic auch gewarnt, dass es in Deutschland schneller und härter zugehen werde als in der Schweiz, selbst im Training.

Doch es gibt ja einen gewaltigen Unterschied zwischen Erzählungen und Erfahrungen. Plötzlich drehte sich das Geschehen auf dem Platz aber wirklich schneller um ihn herum. Denn sobald Grgic den Ball erhielt und sich für den Bruchteil einer Sekunde überlegte, wohin er diesen spielen werde, hatte er die Kugel auch schon nicht mehr am Fuß. „Es war eine komplette Umstellung“, sagt der 20-Jährige, der in Stuttgart-Wangen erstmals eine eigene Wohnung bezog. „Ich habe einige Zeit gebraucht, um mich darauf einzustellen.“

Diese Geduldsprobe in seinem ersten halben Jahr beim VfB hat der Mittelfeldspieler mit kroatischen Wurzeln aber offenbar ohne Groll überstanden. Trotz seines Status als Schweizer Supertalent auf der einen Seite und der zunehmenden Sorge auf der anderen Seite, dass er in Stuttgart in der Versenkung verschwinden könnte. Wie so einige andere neue Spieler, die beim VfB in der jüngsten Vergangenheit nicht besser wurden. „Ich bin dankbar, dass ich während dieser schwierigen Phase in der zweiten Mannschaft spielen konnte“, sagt Grgic, dessen Saisonstatistik deutlich mehr Spielminuten in der Regionalliga Südwest aufweist als in der zweiten Liga.

Mehr Regionalliga- als Zweitliga-Einsätze

Sechs Startelfeinsätze bei zwei Toren und einer Gelb-Roten Karte hier, vier Einwechslungen dort. Dieser Umweg über die bei den Jungprofis oftmals unbeliebte U 23 hat Grgic jedoch geholfen, seinem Ziel näher zu kommen. Er hat sich innerlich nicht gesperrt, sondern lieber Spielpraxis gesammelt, als die Abkommandierung nach unten als Degradierung zu empfinden. Auch, weil sie ihm beim VfB bereits bei der Verpflichtung erklärt hatten, dass es so kommen könnte. Schließlich sei er als Perspektivspieler ja nicht für vier Monate, sondern für vier Jahre vom FC Zürich (ein Absteiger wie der VfB) geholt worden.

Anschließend hat Grgic eine gute Wintervorbereitung absolviert und sich Schritt für Schritt, Pass für Pass an das Team von Hannes Wolf herangearbeitet. Nun steht er auf dem Sprung in die Anfangsformation. „Er hat sich gut entwickelt und einen klaren Fortschritt erzielt“, sagt der Trainer vor der Heimpartie am Montag (20.15 Uhr/Sport 1) gegen Fortuna Düsseldorf.

Verstärkter konkurrenzkampf

Die letzte Empfehlung stammt dabei von seinem einstündigen Auftritt beim FC St. Pauli, wo Grgic für den verletzten Matthias Zimmermann eingewechselt wurde und mit seiner Ballsicherheit beim 1:0-Sieg für Ruhe im Zentrum sorgte. Und da Zimmermann weiter ausfällt, eröffnet sich für den jungen Mittelfeldspieler die nächste Möglichkeit. Trotz des routinierten Hajime Hosogai, der zuletzt nicht im Kader stand. Oder eines Benjamin Pavard, der ebenfalls schon die zentral-defensive Rolle vor der Abwehr beim VfB eingenommen hat, aber eben ein gelernter Verteidiger ist. Zudem ist der für die Sechserposition frisch verpflichtete Ebenezer Ofori (AIK Solna) nach seiner Afrika-Cup-Berufung für Ghana noch nicht auf dem Wasen zugange.

Doch die Auswahl wird größer, und dieser Konkurrenzkampf ist genau nach dem Geschmack des Trainers. „Wichtig bei der Auswahl der Spieler ist, dass wir auf hohem Niveau entscheiden können“, sagt Wolf. Und da Pavard zuletzt ebenfalls einen starken Eindruck hinterlassen hat und der Trainer zuvor nicht eingesetzte Spieler nie abschreibt, bleibt die Spannung hoch. „Wir wollen alle Spieler im Boot halten“, sagt Wolf und wird sich vor der Begegnung mit den Düsseldorfern der Frage nähern, was für einen Spielertypen er gegen die Fortuna aufbieten will: einen Balleroberer wie Hosogai – oder einen Ballverteiler wie Grgic.

„Ich bin ein offensiver Spieler“, sagt die Nummer acht über ihr Selbstverständnis. Aber einer, der sich den Defensivaufgaben nicht verweigert. Es ist sogar auffällig, wie hartnäckig Grgic daran arbeitet, seinen 1,88 Meter großen Körper besser einzusetzen. Wie lernbegierig er auch die Traineranweisungen aufsaugt, um sie möglichst gleich in die Tat umzusetzen. Konsequentes Anlaufen, aggressives Gegenpressing, schnelles Umschalten, hohe Intensität – wie das im Trainerjargon heißt. Grgic tut viel dafür, um den großen Graben zwischen der Super League, die Talenten Zeit und Raum gewährt, und der Bundesliga, wohin der Weg führen soll, zu überwinden.

VfB Stuttgart - 2. Bundesliga

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