Noch steht die Baustelle der Stiftung Lebenshilfe am Anfang. Derzeit laufen Erdsondenbohrungen für die Wärmeversorgung. Foto: Lehrmann

Die Stiftung Lebenshilfe Zollernalb baut in Hechingen auf der Rückseite der Alten Hofapotheke Wohnungen für Menschen mit und ohne Behinderung. Möglich macht das Projekt ein Zuschuss von der Aktion Mensch in Höhe von 380 000 Euro.

Die Baustellen in der Hechinger Innenstadt schreiten weiter voran. Nicht nur das Bauprojekt „Am Rain“ wächst Stockwerk für Stockwerk. Denn: Auf der Rückseite der Alten Hofapotheke rollen die Bagger für den Neubau der Stiftung Lebenshilfe mit Sitz in Bisingen an.

 

Die Stiftung Lebenshilfe Zollernalb mit Sitz in Bisingen hat laut Pressemitteilung die Fläche der ehemaligen Brandruine am „Marktplatz 1“ gekauft und baut dort nun ein Wohngebäude mit insgesamt elf kleinen barrierefreien Wohnungen, verteilt auf drei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss.

Fertig im ersten Halbjahr Jahr 2025

Dazu werden Synergien mit dem Gebäude der Alten Hofapotheke genutzt, die derzeit generalsaniert und künftig als Stadthaus fungieren wird. Heißt konkret: Die beiden noch getrennten Gebäuden soll später ein barrierefreier Erschließungstrakt mit Aufzug und Treppenhaus verbinden.

So soll der Neubau nach der Fertigstellung aussehen. Foto: Architekturbüro Mauthe

Der Neubau soll nach derzeitigem Stand im ersten Halbjahr 2025 fertig werden. Noch stehen die Bauarbeiten aber am Anfang. Momentan werden Erdsondenbohrungen für die Wärmeversorgung vorgenommen. Der Anlass für den Neubau, der an der Anschrift „Marktplatz 1“ entsteht, ist auch das geringe Angebot an Wohnungen in der Zollernstadt – und das noch mehr für Menschen mit Behinderung. Daher sind acht der elf Wohnungen nach besonderen Baustandards ausgeführt und für Rollstuhlfahrer besonders geeignet. Ein weiterer Mangel seien Wohnungen für Auszubildende und Mitarbeiter der Stiftung Lebenshilfe in der Region.

Teils kommen diese aus dem Ausland und sind daher auf der Suche nach Wohnraum im Zollernalbkreis. Drei Wohnungen sind für Mitarbeiter reserviert. So solle ein inklusives Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderungen geschaffen werden.

Acht Wohnungen für Rollstuhlfahrer

Doch wie kann die Bisinger Lebenshilfe-Organisation das Bauprojekt finanzieren? Zur Seite springt ihr dabei die Aktion Mensch, die das barrierefreie Wohnen im R-Standard – der Fachbegriff für Wohnraum für Rollstuhlfahrer – fördert und den Neubau mit 380 000 Euro bezuschusst. „Ohne dieses Zutun wäre dieses Projekt so nicht möglich gewesen“, heißt es auf unsere Anfrage weiter. Und auch die Zusammenarbeit mit der Stadt habe reibungslos funktioniert.

Das Gebäude entspreche dazu höchsten Energiestandards und ist so Teil des Nachhaltigkeitskonzeptes der Lebenshilfe. Seit jeher habe die Lebenshilfe Zollernalb Verantwortung im Bereich Wohnen für Menschen mit einer Behinderung übernommen. Zwischenzeitlich gehöre Wohnraum aber auch im Hinblick auf die Fachkräftegewinnung zu einer guten Standortpolitik und dem Bild eines attraktiven Arbeitgebers.

Verantwortung übernehmen

Gerade in der derzeit angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt wolle man sich dem Thema annehmen und langfristig auch weiterhin Wohnraum schaffen – auch wenn es nicht zu den Kernaufgaben der Lebenshilfe gehöre.