Der Schuttertäler Haushalt steht: Der Gemeinderat hat das Zahlenwerk verabschiedet. Unter anderem für schnelles Internet ist ein Kredit nötig. Diskussionen gab es über die Sanierung der Fensterläden am Dörlinbacher Rathaus
„Es gäbe noch viel mehr zu tun“, kommentierte Bürgermeister Matthias Litterst am Dienstagabend den Schuttertäler Haushalt. Doch man müsse vieles dem Breitbandausbau unterordnen. Mit 300 000 Euro ist dieser der dickste Brocken in der Finanzplanung der Gemeinde. „Es ist richtig, dafür anderes hintenanzustellen. Schnelles Internet ist immer mehr ein ganz zentraler Standortfaktor“, so Litterst weiter. Das gelte nicht nur für Familien, sondern vor allem für Unternehmen, die über die Gewerbesteuer Geld in die Schuttertäler Kassen spülen.
Diese sind ansonsten eher klamm, wie der Bürgermeister vorstellte. „Als finanzschwächere Gemeinde sind wir auf Zuweisungen aus dem Finanzausgleich angewiesen“, sagte er. Dort gebe es zwar ein Plus, doch das werde größtenteils durch die höhere zu leistende Umlage aufgehoben. „Das engt uns finanziell ein.“ Unterhaltungsausgaben und Abschreibungen würden den Ergebnishaushalt beträchtlich belasten. Unterm Strich steht im Gesamtfinanzhaushalt ein Minus von rund einer Millionen Euro. Ausgeglichen wird dieses zum einen durch Rücklagen, zum anderen über einen Kredit in Höhe einer halben Million Euro.
Fassade des Rathauses soll mitgestrichen werden
„Wir beschränken uns auf das Allernotwendigste“, betonte Litterst und ging auf einige Maßnahmen ausführlicher ein. 167 000 Euro stehen für die Sanierung der Rathausfenster im Plan (siehe Info). „Wir müssten sie ansonsten für viel mehr Geld austauschen. Wenn das Gerüst dann steht, werden wir die Fassade auch streichen“, erklärte der Rathauschef. 130 000 Euro sind für die Sanierungen der Schulhausdächer in Dörlinbach und Schuttertal vorgesehen, die Sanierung der Radwegbrücke über den Durenbach steht mit 125 000 Euro im Plan.
Zudem wird die Wasserversorgungshauptleitung in Dörlinbach neu verlegt. Dafür stehen knapp 200 000 im Plan des Eigenbetriebs Gemeindewerke Schuttertal und weitere 130 000 Euro im Haushalt für Straßensanierungen in diesem Zuge. Wie Haupt- und Bauamtsleiter Wolfgang Wölfle später in der Sitzung beim Grundsatzbeschluss erklärte, betrifft dies den Bereich Blessingstraße, Mühlweg, Oberrain, Wurtsgraben und Herrenmatt. Teilweise verlaufe die Leitung unter Privatgrundstücken. Diese sollen nun unter die Straße verlegt werden. Die Hausanschlüsse müssen daher erneuert werden, mit den Grundstückseigentümern habe man bereits gesprochen. Die neue 200er-Leitung soll den doppelten Durchmesser der alten haben. Auf eine Sanierung im oberen Teil des Oberrains verzichte man indes. Weil es dort so steil sei, müsste eine Spezialfirma anrücken, was Mehrkosten von zu 600 000 Euro bedeute. Das wollte die Verwaltung genauso wenig wie der Gemeinderat.
„Solche Selbstverständlichkeiten wie Kanäle, Kindergärten und Brücken sind nur selbstverständlich, solange wir sie im Auge behalten“, fasste Litterst zusammen. Trotz knapper Kassen sei man seit 2015 um eine Kreditaufnahme herum gekommen, nun sei sie notwendig. „Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt aber mit 200 Euro immer noch weit unter dem Landesdurchschnitt von 500 Euro“, so der Bürgermeister.
Von Seiten des Gemeinderats kommentierte einzig Julia Zehnle (CDU): „Große Sprünge sind gar nicht möglich. An Zusatzinvestitionen kann nicht gedacht werden.“ Sie bezeichnete den Haushalt – trotz der Kreditaufnahme – als „gute Leistung“. Der Rat stimmte dem Haushalt geschlossen zu.
Läden aus Aluminium oder Holz?
Wie genau das Dörlinbacher Rathaus saniert werden soll, stellte Regina Münzer vom gleichnamigen Architekturbüro vor. „Am Sockel müssen wir wirklich was machen“, sagte sie. Man wolle lose Stellen abklopfen und neuen Putz darüber legen. Die Genehmigung der Denkmalschutzbehörde sei da, jedoch nur für neue Fensterläden aus Holz.
Auch Aluminium sei eine Option, da dieses „quasi unkaputtbar“ sei und man Form und Aussehen sehr ähnlich hinbekommen würde. Das Problem: zum einen die Mehrkosten von 10 000 Euro, zum anderen müsste die Denkmalschutzbehörde noch zustimmen, deren Reaktion Münzer noch nicht einschätzen könne.
Einige Gemeinderäte zeigten sich bei der Sitzung in jenem Gebäude von der Alu-Variante nicht begeistert. „Schuttertal ist Holzland“, sagte etwa Kurt Weber. Klaus Winterer indes war sich sicher, dass sich niemand am Aluminium stören würden. Michael Vögele betonte, dass Alu auf lange Sicht „finanziell gesehen besser“ sei.
Schließlich sprachen sich die Räte mit acht zu vier Stimmen bei einer Enthaltung für die Alu-Läden aus. Ob diese kommen, hängt nun an der Denkmalschutzbehörde. Sollte diese die Aluminiumläden nicht genehmigen, bleibt es bei Holz.