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Althengstett Über die Jahre ein lebendiges Miteinander entstanden

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Eine Delegation aus dem Libanon besucht derzeit die Region. Das Bild zeigt die Akteure beim Empfang im Althengstetter Rathaus. Foto: Bausch Foto: Schwarzwälder Bote

Althengstett. "In der Süße der Freundschaft lasst uns lachen und Freuden teilen". Dieses Zitat stammt von dem libanesischen Dichter und Philosophen Khalil Gibran. Ein Gastgeschenk, ein kunstvoll gestaltetes Holzbild mit diesem Spruch ziert neuerdings eine Wand im Althengstetter Rathaus.

Und genau in diesem Geist der innigen Freundschaft findet derzeit der Besuch einer siebenköpfigen Delegation aus dem Libanon in der Gäugemeinde Althengstett statt. Durch Besuche und Gegenbesuche ist inzwischen ein lebendiges Miteinander ­gleichgesinnter Menschen entstanden. Die Delegation aus Chekka hält sich noch bis zum Samstag in der Gäukommune auf und wird in dieser Zeit vor allem verschiedene Bildungseinrichtungen besuchen.

"Wir haben eine Partnerschaft und helfen unseren Freunden Strukturen aufzubauen", unterstrich Bürger- meister Clemens Götz beim Empfang der Gäste im Rathaus. Damit wolle man einen wichtigen Beitrag leisten dazu, dass weniger junge Menschen ihr Heimatland Libanon verlassen und nach Europa oder in die USA abwanderten. Der Rathauschef hob die Leistung des libanesischen Städtchens Chekka bei der Flüchtlingsbetreuung hervor. Neben den 8000 Einwohnern lebten dort jetzt auch dauerhaft 3000 syrische Flüchtlinge, die die Lebenssituation vor Ort ein Stück weit verändern. Der Libanon sei neben der Türkei und Jordanien der Staat, der am meisten syrische Flüchtlinge aufgenommen habe, hob der Rathauschef anerkennend hervor.

Viele der geflüchteten Menschen verrichten dort jetzt als billige Arbeitskräfte einfache Arbeiten, so dass dauerhaft Arbeitsplätze für Einheimische wegfallen, wusste Roland Leyhr, der zweite Vor- sitzende des Althengstetter Gewerbe- und Handelsvereins. Dem möchte der Libanon durch einen exzellenten Ausbildungsstand und mit neuen, bisher vor Ort unbekannten Berufsbildern begegnen.

Einblicke in wirtschaftliche Abläufe

Das kleine Land mit rund sechs Millionen Einwohnern habe schon einen guten Entwicklungsstand, den die Libanesen jedoch noch ausbauen und verbessern möchten. "Die meisten Bewohner des Landes sprechen Französisch, Englisch und Arabisch", erklärte Götz. Der Hauptaugenmerk liegt bei dem derzeitigen Delegations-Besuch im Bereich der beruflichen Bildung. Bettina Küppers und Josef Schuhmacher, ein ehemaliger stellvertretender Schulleiter im beruflichen Schulzentrum Calw-Wimberg, nehmen sich der Gäste aus Vorderasien an. Ein Besuch in der Volkshochschule (VHS) Calw und im Calwer Berufsschulzentrum soll den Besuchern das deutschen Bildungswesen näherbringen. Besuche beim Baumarkt Kömpf und beim Althengstetter Transportunternehmens Mann geben Einblicke in wirtschaftliche Abläufe. Neben Solareinrichtungen zur Stromgewinnung werden die Gäste in Simmozheim eine zeitgemäße Mülltrennung und verschiedene Formen der Abfallbeseitigung kennenlernen. Zum Thema Stadtentwicklung reisen die libanesischen Gäste nach Nagold.

Unerwartet kam am Ankunftstag der Delegation auch Martin Holzer vom Landratsamt Calw mit Studenten der Verwaltungshochschule Kehl und Ludwigsburg vorbei. Die jungen Leute, die derzeit eine Fortbildungsveranstaltung auf Burg Liebenzell absolvieren, lernten das Austauschprojekt kennen und nahmen anschließend an einer Sitzung des Althengstetter Technischen Ausschusses (TA) teil.

Wie zu vernehmen war, spielt die Gemeinde Althengstett mit dem Libanon-Projekt eine Vorreiterrolle, die nach intensiver Beratung mit Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (CDU) zustande kam. Hinzu kommt, dass der studierte Theologe Götz in seiner Studienzeit in Chekka (Libanon) ein Praktikum gemacht hatte und seither gute Kontakte dorthin unterhält.

Beim Empfang wurde auch deutlich, dass beide Seiten die Partnerschaft weiterhin fortsetzen wollen. Für die Weiterführung des Projekts soll beim Bundesministerium für Entwicklungshilfe ein ­erneuter Antrag zur Förderung der Maßnahme gestellt werden.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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