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Althengstett Seepferdchen allein reicht nicht aus

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Die Schwimmkurse im Althengstetter Hallenbad sind sehr begehrt. Foto: TSV Calw Foto: Schwarzwälder Bote

Der Sommer ist zurückgekehrt und lockt ans Wasser – ins Freibad, an den See oder während des Urlaubs an den Strand. Immer wieder kommt es dabei zu tödlichen Badeunfällen. Deshalb fordert die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) von der Bundes- bis zur Ortsebene den Erhalt von Schwimmbädern.

Althengstett. Die Schließung von Bädern sei ein großes Problem, weil Gelegenheiten zum Schwimmenlernen verloren gingen. Die Zahl der Grundschüler, die nicht sicher schwimmen können, sei nach Studien von 50 Prozent im Jahr 2010 auf 59 Prozent im Jahr 2017 gestiegen, so die DLRG. Mit einer Onlinepetition fordern die Rettungsschwimmer nun einen bundesweiten Masterplan zur Erhaltung der Bäder (siehe weiterer Artikel auf dieser Seite), darunter auch die Althengstetter DLRG-Ortsgruppe.

Warteliste ist erneut voll

"Wir bieten jeweils im ersten und zweiten Halbjahr einen Schwimmkurs für Kinder mit jeweils 14 Übungsabenden an", sagt Rainer Kömpf, Vorsitzender der Althengstetter DLRG-Ortsgruppe, im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Die Schwimmausbildung beginnt mit einfachen Wasserspielen, bei denen die Jungen und Mädchen an das Wasser gewöhnt und ihnen ihre Ängste genommen werden.

Der Kurs vermittelt spielerisch den angstlosen und sicheren Aufenthalt im tiefen Wasser und schließt mit dem Erwerb des Schwimmabzeichens Seepferdchen ab. Wegen der großen Nachfrage ist die Warteliste in Althengstett jedoch erneut voll und eine Anmeldung derzeit, außer im Erwachsenenschwimmen, nicht möglich. "Den letzten Kurs für Erwachsene haben wir 2018 angeboten, für den sich sechs Personen angemeldet hatten. Wir haben damals mit deutlich mehr gerechnet", berichtet Kömpf. Letztlich hätten drei Teilnehmer den Kurs bis zum Schluss durchgezogen.

Kömpf rät Müttern und Vätern, ihre Sprösslinge von klein auf spielerisch ans Wasser zu gewöhnen. Dann hätten sie keine Angst davor, sondern viel Freude damit. "Eltern sollten Kindern die Möglichkeit geben, in ein Bad zu gehen", betont der DLRG-Vorsitzende. Nur das Seepferdchen zu machen, reiche nicht aus, das schaffe eigentlich jeder. Sicherheit und Erfahrung würden die Jungen und Mädchen nur beim weiteren Üben gewinnen.

Eltern seien zudem, wie bei vielem anderem auch, Vorbilder, und die Aufsichtspflicht für die eigenen Kinder "erlischt nicht am Strand mit DLRG-Helfern", betont Kömpf im Hinblick auf das sichere Schwimmen und Planschen.

Die Hallenbäder in Gechingen und Althengstett hätten ein Einzugsgebiet bis nach Ehningen, Deckenpfronn und Aidlingen beziehungsweise Schellbronn. "In der weiteren Umgebung haben wir nur die Standorte Gechingen, Althengstett und Weil der Stadt. Die kriegen alles ab, inklusive Schulsport und die Trainingseinheiten von Tauchclubs. Das führt zu Schwierigkeiten bei der Belegung", sagt Kömpf. Seiner Ansicht nach muss es ein Umdenken bei der Schulstättenförderung geben, um die Kommunen beim Erhalt der Bäder besser zu unterstützen.

"Außerdem kommen wir glaube ich früher oder später nicht darum herum, über ein interkommunales Badezentrum nachzudenken, das dann von mehreren Kommunen gemeinsam finanziell getragen wird", betont Kömpf. Das funktioniere bei Gewerbegebieten schließlich auch.

Gechingen/Althengstett. Anlässlich der Initiative des DLRG-Landesverbandes Württemberg in Kooperation mit dem Württembergischen Landessportbund, den beiden Schwimmverbänden Baden und Württemberg, sowie der DLRG Baden besuchte der Landtagsabgeordnete Thomas Blenke auf Einladung der DLRG-Ortsgruppe Althengstett den Übungsabend des Stützpunktes in Gechingen. Im Mittelpunkt stand bei dem Treffen das Thema Bäderschließung.

In großer Sorge

Als innenpolitischem Sprecher der Landtagsfraktion der CDU fällt das Thema Sicherheit in Blenkes direkte Zuständigkeit. Die DLRG sieht seit Jahren mit großer Sorge den unheilvollen Trend zu immer mehr Bäderschließungen in Deutschland, was zu Lasten der Wassersicherheit und der Schwimmfähigkeit in der Bevölkerung, insbesondere der von Kindern geht, heißt es in einer Pressemitteilung der Althengstetter Rettungsschwimmer.

Obwohl die DLRG mit den Hallenbädern in Althengstett und Gechingen derzeit mit dem Thema nicht direkt betroffen sei, unterstütze die Ortsgruppe diese Initiative, da auch der Bäderkreis Calw unter Bäderschließungen in Calw, Bad Wildbad und Schömberg leide. Die Folge: Auf die noch verbleibenden Bäder und Lehrschwimm­becken werde ein enormer Belegungsdruck ausgeübt, "der auf dem Rücken dieser Kommunen sowie der dort ehrenamtlich Tätigen in den Vereinen massiv lastet". Weitere Konsequenz aus der nicht mehr vorhandenen Wasserfläche sei, dass ein im Bildungsplan des Kultusministeriums festgeschriebener Lehrauftrag zum Erlenen des Schwimmens nicht mehr flächen­deckend gewährleistet werden könne. Über diese Thematik zeigte sich Blenke bestens informiert und konnte die Darstellung der DLRG sehr gut nachvollziehen.

Teils lange Wege

Laut Forsa-Studie (2017) sind rund 60 Prozent der Grundschüler und jeder zweite Erwachsene Nicht-Schwimmer oder schlechte Schwimmer. 25 Prozent der Grundschulen hätten keinen Zugang mehr zu einem Schwimmbad oder müssten zum Teil lange Wege auf sich zu nehmen. Um diesen Negativtrend entgegenzuwirken, habe die DLRG die Online-Petition "Rettet die Bäder" ins Leben gerufen.

"Ich habe die DLRG schon lange im Blick", führte Blenke aus. Er betonte weiter, dass ihm das Ehrenamt als solches, insbesondere aber die Unterstützung des Ehrenamtes in den verschiedenen Rettungsorganisationen, eine Herzensangelegenheit sei.

Der Abgeordnete erhielt Einblick in den täglichen Trainingsbetrieb einer DLRG- Ortsgruppe. Die Kinder und Jugendlichen zeigten dem Besucher die verschiedenen Ausbildungsinhalte, angefangen vom Anfängerschwimmen, über die Jugendschwimmabzeichen bis hin zum Rettungsschwimmen. Diese Inhalte wurden Blenke durch die DLRG-Wettkampfgruppe anschaulich demonstriert. Die gezeigte Leistung der Jugendlichen im Umgang mit der 45 Kilogramm schweren Rettungspuppe nötigte Blenke allen Respekt ab.

Weißer Fleck auf der Karte

Ein weiteres Gesprächsthema war die Ausstattungssituation des Wasserrettungsdienstes für den Landkreis Calw. Um dem gesetzlichen Auftrag aus dem Rettungsdienstgesetz gerecht werden zu können, benötigen die Einsatzkräfte der DLRG insbesondere ein einsatztaugliches Fahrzeug. Durch Thomas Wolf wurde Blenke diese Problematik vor Augen geführt. Hier sei der Landkreis Calw, was die Ausstattung anbelangt, noch ein weißer Fleck auf der Landkarte.

Zum Ende des Besuches zeigte sich Blenke von der DLRG-Arbeit generell sehr beeindruckt. Als Erinnerung überreichte ihm der Vorsitzende der Ortsgruppe, Rainer Kömpf, eine Einsatzhose.

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