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Althengstett Aktion Erna: Welle der Hilfsbereitschaft

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Melanie Bertsch (von links) freut sich mit Andrea Brunner, Töchterchen Erna, Axel Brunner und der 15 Monate alten Ronja über die große Welle der Hilfsbereitschaft zugunsten der aufwändigen Heilbehandlung für Erna und anderer krebskranker Kinder. Foto: Bausch

Althengstett-Neuhengstett - Melanie Bertsch aus Neuhengstett hat schon früh von dem tragischen Schicksal der kleinen Erna aus Rohrdorf erfahren, denn ihr Mann André ist ein Sportsfreund von Ernas Vater Axel Brunner. Bei der heute vierjährigen Erna wurde vor drei Jahren Leukämie ­diagnostiziert.Es folgten aufwändige Behandlungen in der Kinderklinik der Uni Tübingen. Dies ließ die Eltern zunächst Hoffnung schöpfen, doch konnte Erna bis heute nicht geheilt werden. "Ich bin von dem kleinen Mädchen ganz eingenommen und es ist mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen", sagt Melanie Bertsch, die selbst Mutter von zwei Kindern ist. Außerdem bräuchten die Eltern nach wie vor Anteilnahme und Hilfe.

Der tragische Fall der kleinen Erna hatte schon vor einiger Zeit weit über die Kreisgrenzen hinaus Beachtung gefunden und eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Vereine, Firmen, Musikkapellen und andere Gruppen spendeten so großzügig, dass statt der angestrebten 100 000 Euro jetzt schon 360 000 Euro zusammengekommen sind. Mit-arbeiter der Hirsauer Firma Seuffer, in der Ernas Vater arbeitet, hatten in Zusammenarbeit mit der deutschen Knochenmarksspendenkartei (DKMS) eine gut besuchte Typisierungsaktion veranstaltet, die jedoch keinen Spender für Erna finden konnte.

Inzwischen wurde am Universitätsklinikum Tübingen ein neues Medikament mit Antikörpern gegen Leukämie entwickelt, das zur Zeit die letzte Hoffnung für das vierjährige Mädchen ist. In der Erwachsenenmedizin sind bereits Antikörperpräparate gegen Krebs zugelassen und werden von der Pharmaindustrie hergestellt. Solche Medikamente für Kinder zu produzieren, sind für diese jedoch nicht lukrativ genug, da es relativ wenig krebskranke Kinder gibt. Deshalb haben die Tübinger Forscher für Einzelbehandlungen selbst Präperate mit Antikörpern zur Behandlung von krebskranken Kindern entwickelt und gute Erfahrungen gemacht. Erna kann also eine weitere Stammzellentransplantation von einem Elternteil bekommen und in der kritischen Phase danach wöchentlich mit Antikörpern behandelt werden. Das Geld dafür ist jetzt vorhanden. Doch die Tübinger Ärzte haben größere Pläne. Sie möchten in Zusammenarbeit mit anderen deutschen Kliniken eine bundesweite Pilotstudie erstellen und auf diese Weise dann auch etwa weiteren 30 kleinen Patienten helfen. Dazu benötigen sie mindestens eine Million Euro, zumal die Krankenkassen kein Geld für noch nicht zugelassene Medikamente bezahlen.

Melanie Bertsch hat nicht nur ein mitfühlendes Herz, sondern sie krempelt auch gern die Ärmel hoch. "Wenn andere reden über eine Sache, dann treibt es mich, etwas zu tun", sagt die 33-Jährige. Sehr schnell hatte sie dann auch einige zündende Ideen. Sie legte in mehreren Orten Flyer aus und organisierte unbürokratisch Hilfe für die betroffene Familie. Außerdem ließ sie sich von einer Bank zehn Sparschweine geben und stellte diese vor Weihnachten beschriftet und zusammen mit Infoblättern bei Banken, Bäckereien, Gärtnereien, Geschäften und dergleichen auf.

Als Melanie Bertsch jetzt die Schweinchen öffnete und den Inhalt zählte, war ihre Freude groß. Rund 1250 Euro hatten mitfühlende Menschen gespendet. Dieser Betrag ist wieder ein kleiner Schritt nach vorne bei der aufwändigen Arbeit an der Studie zur Verbesserung der Behandlung von leukämiekranken Kindern. Damit die Antikörper auch ohne Pharmaindustrie in einem aufwändigen Verfahren in Tübingen weiter hergestellt werden können, benötigen die Ärzte teure Apparate und andere Hilfsmittel.

Deshalb versucht Melanie Bertsch immer wieder, neue Spender zu gewinnen. Familie Brunner zeigte sich überwältigt und dankbar von der großen Anteilnahme, die ihre Familie von allen Seiten erfährt.

Weitere Informationen: www.krebskranke-kinder-tuebingen.de

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

Fax: 07051 20077

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