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Altensteig (Württ.) "Qualität ihrer Arbeiten sucht ihresgleichen"

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Glückwünsche zum Jubiläum von Sonja Minard und Dieter Dallmann überbrachte die Leiterin der Jugendkunstschule, Dorothee Müller (links). Foto: Köncke Foto: Schwarzwälder Bote

Seit 25 Jahren leiten Sonja Minard und Dieter Dallmann die Keramikwerkstätten der Jugendkunstschule Oberes Nagoldtal in Altensteig. Auf eine Jubiläumsfeier legen die freischaffenden Künstler keinen Wert, die Glückwünsche von JKS-Leiterin Dorothee Müller haben sie aber gerne entgegengenommen.

Altensteig. "Was willst du heute machen?", fragt Dieter Dallmann die 14-jährige Paula Gedai aus Herzogsweiler. Dabei ist die Gymnasiastin an diesem Spätnachmittag bereits eifrig dabei, eine Duftkerze aus Ton zu modellieren. Für Anregungen des 65-jährigen Meisters mit der sanften Stimme und dem stets freundlichen Lächeln ist sie aber dankbar.

Seit drei Jahren belegt die Schülerin derartige Kurse. Ihre Mutter habe sie darauf aufmerksam gemacht. "Ich wusste von der ersten Stunde an, das ist was für mich." Was auch an den beiden Dozenten und der familiären Atmosphäre in der Keramikwerkstatt liegen würde, sagt Paula. In den Regalen des Elternhauses stehen inzwischen einige ihrer Kleinode aus Ton – eine Eule, ein Schmuckbaum, Teller, Tassen und anderes mehr.

"Angefangen haben wir in Hamburg"

Valentin Bühler aus Egenhausen formt im vorgeschriebenen Abstand einen kleinen Engel. Die Arbeit in Kleingruppen mit maximal sechs Teilnehmern im relativ großen Werkraum des früheren CJD-Internatshauses Planck befördert die Einhaltung des Hygieneschutzkonzepts in Zeiten der Corona-Pandemie. Und die beiden Leiter tragen Klarsichtmasken aus Plastik.

"Angefangen haben wir in Hamburg", blicken Sonja Minard und Dieter Dallmann auf die Anfänge zurück. Damals besaßen die Autodidakten ein kleines Keramikatelier in der Hansestadt. Dort unterrichteten sie mehr als 20 interessierte Kinder. Bis die Mutter von Sonja in Altensteig erkrankte.

"Schweren Herzens" habe man die Arbeit aufgegeben und sei in den Schwarzwald gezogen. Hier kam das Paar in Kontakt mit der damaligen Volkshochschulleiterin in Altensteig, Silvia Ehmann-Oulad. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Keramikkurse im Podium der Musikschule stattfanden. Das kreative Arbeiten in Kleingruppen, der aufmerksame und liebevolle Umgang der beiden Dozenten mit den Kindern und der Ideenreichtum sprachen sich herum. Wenn die JKS-Kurse im Semesterheft ausgeschrieben waren, dauerte es nicht lange, bis sie voll belegt waren, erinnert sich Dorothee Müller.

Bis heute versorgen sie sich weitgehend selbst

Bei den Bildenden Künstlern hat sich auch privat etwas geändert. Im Jahr 2004 kauften sie in Simmersfeld-Beuren ein Bauernhaus aus dem Jahr 1756, richteten dort eine Werkstatt mit zwei Brennöfen und Arbeitstischen ein. Ihre Kleinskulpturen fanden guten Absatz. Bis heute versorgen sie sich weitgehend selbst, backen ihr eigenes Brot, ernten auf einem Acker in Oberschwandorf Sellerie, Porree, Rote Beete und anderes Gemüse, kümmern sich um einen Hund und zwei Katzen und sind mit ihrem authentisch wirkenden Leben "rundum zufrieden", bestätigt die Leiterin der Jugendkunstschule. Dorothee Müller schätzt nicht nur das freundliche Wesen und die Offenheit der beiden freischaffenden Künstler, sondern das "große Interesse an und die Bindung zu den Kursteilnehmern". Mit dem Ergebnis, dass viele von ihnen den Kontakt auch dann nicht abreißen lassen, wenn sie längst dem Kindesalter entwachsen sind, wie Tristan Rothfuß aus Altensteig, der seit 18 Jahren in der Keramikwerkstatt vorbeischaut und dort inzwischen eigene Kunstprojekte verwirklicht.

Höhepunkte ihres Schaffens gab es für die beiden Keramiker viele, besonders gern erinnern sich Dieter Dallmann und Sonja Minard an die Auftragsarbeit "Kunst am Bau" in den Jahren 2000 bis 2005, als es darum ging, Fassaden der Hohenberg-Werkreal- und Realschule Altensteig mit Mosaiken zu verschönern und Kinder aller Schularten eingeladen waren, sich mit eigenen Entwürfen für die Gestaltung mit Tontafeln aus Hunderten verschiedenfarbiger Einzelteile zu beteiligen. Dass Gymnasiasten dem Aufruf ebenso gefolgt seien wie Real-, Haupt- und Grundschüler habe ihn tief beeindruckt, sagt Dallmann.

Weitere Highlights in der 25-jährigen Periode waren Ausstellungen im Altensteiger Schloss, die Erstellung eines Kunstkatalogs (2010), das Tonfest (2015) und zuletzt die Werkschau im leergeräumten, ehemaligen Modehaus Krebs in der Altensteiger Rosenstraße. "Die Qualität und Kontinuität ihrer Arbeiten sucht ihresgleichen" schwärmte Jugendkunstschulleiterin Dorothee Müller bei ihrem Jubiläumsbesuch in den höchsten Tönen.

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