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Altensteig (Württ.) Die junge Generation setzt Zeichen

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Die Nachwuchsmusiker von Christophorus-Kantorei und Landesjugendbarockorchester hinterließen in der Altensteiger Stadtkirche eine sehr guten Eindruck. Foto: Kosowska-Németh Foto: Schwarzwälder-Bote

Vor einem Jahr stand der Musiksommer Altensteig Pate bei der Taufe des Landesjugendbarockorchesters Baden-Württemberg. Ihren ersten Geburtstag feierten die jungen Enthusiasten der alten Aufführungspraxis mit einem feierlichen Bach-Konzert mit der Altensteiger Christophorus-Kantorei in der Altensteiger Stadtkirche.

Altensteig. Während die beiden Ensembles bereits beim Einzug mit lang anhaltendem Applaus begrüßt wurden, herrschte nach den beiden Motteten "Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf" und "Singet dem Herrn ein neues Lied" von Johann Sebastian Bach andächtige Stille unter den zahlreichen Zuhörer. Der erste Beifalls-Ausbruch kam nach dem Violin-Doppelkonzert d-Moll und gipfelte in stehenden Ovationen zum Konzertschluss nach der Kantate "Alles nur nach Gottes Willen".

Gewichtiges Pensum in wenigen Tagen gestemmt

Das gemeinsame Programm studierten die jungen Sänger und Instrumentalisten parallel ein: die Kantorei übte mit dem Stimmbildner der Altensteiger Musikschule Eberhard Schuler-Meybier, das Orchester trainierte unter den Anweisungen seines Gründers, künstlerischen Leiters und "Motivators" Gerd-Uwe Klein (Barockvioline) und des Wiener Professors Carsten Lorenz (Cembalo). Zu den künstlerischen Betreuern zählten auch die Musiksommer-Dozenten Renate Harr (ebenfalls Barockvioline) und Dmitri Dichtiar (Barockcello).

In wenigen Tagen stemmten die jungen Musiker das gewichtige Pensum, und das Programm war reif für Aufführung.

Mit ungewöhnlich weichem Klang, spannungsfrei und doch emotionsgeladen begleiteten die historischen Instrumente den Doppelchor in Motetten und unterstützten mit bemerkenswerter Ausgewogenheit die Gesangskraft des etwa 50-köpfigen Altensteiger Ensembles. So hielten sich die polyphon dicht gewebte Struktur und der geistliche Text die Waage. Mit dem fabelhaften Übergang zur Schlussfuge stellten die Musiker unter der Leitung von Michael Nonnenmann ihre musikalische und technische Flexibilität unter Beweis.

In der Kantate wirkte das Orchester präsenter und selbständiger, die Solostimmen von Luise Henßler (Sopran), Annika Berkowitz (Alt), Elena Beuerle (Alt) und Martin Wieczorek (Bass) näherten sich farblich dem instrumentalen Klang, sodass Gesang und Spiel beinahe miteinander verschmolzen. Lobenswert gut und von fast instrumentaler Wendigkeit und Ausstrahlung erklangen im Chorgesang die anspruchsvollen, imitatorischen Läufe.

Ganz auf sich gestellt, ohne Dirigenten und nur mit drei Dozenten als Rückendeckung trat das Landesjugendbarockorchester mit den Studentinnen Geneva Schall und Julika Lorenz im Violindoppelkonzert auf. Im solistischen Part kamen die wesentlichen Züge der barocken Aufführungspraxis deutlich zum Vorschein, unter anderen der verminderte dynamische Umfang (aufgrund der tiefen Stimmung der historischen Instrumente), gradlinige Tongebung ohne Vibrato und besondere Bogentechnik- und Handhabung. So schwungvoll und sicher die Geigerinnen ihre technische Gewandtheit in Solostellen der beiden schnellen Sätze bewiesen und ihren musikalischen Dialog auf der transparenten Unterstützung der Bassgruppe führten, so trat im Mittelteil leise, introvertierte Lyrik an die Stelle des unbändigen Temperaments.

Das 1987 gegründete Freiburger Barockorchester übernahm die Schirmherrschaft des Landesjugendbarockorchesters, sicherte dem jungen Ableger professionelle Hilfe zu und stellte Proberäume zur Verfügung. Ein unschätzbarer Vertrauensbeweis und eine optimale Ausgangslage für die weitere Entwicklung der jungen "Barock-Generation".

 
 

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