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Altensteig (Württ.) 316 Straftaten in Altensteig begangen

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Polizeihauptkommissar Dieter König leitet seit 2007 den Polizeiposten Altensteig. Foto: Köncke Foto: Schwarzwälder Bote

Ein Hotelgast missbraucht zwei minderjährige Mädchen und sitzt im Gefängnis, ein Mann verletzt seine Exfrau, ein Schüler knackt Zigarettenautomaten und verübt mehrere Einbrüche: In Altensteig haben sich im vergangenen Jahr 316 Straftaten ereignet.

Altensteig. Polizeihauptkommissar Dieter König präsentierte in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Kriminalitätsstatistik 2018. Aus ihr geht hervor, dass nicht nur der Landkreis Calw einer der sichersten in Baden-Württemberg ist, sondern auch die Stadt Altensteig. Trotzdem mussten die Beamten des Polizeipostens 316 Fälle bearbeiten – drei mehr als 2017. Verhört wurden 156 Tatverdächtige, 2017 waren es 175. Aufgelistet sind in der Statistik 51 schwere und 65 leichte Diebstähle, 62 Schlägereien, Körperverletzungen und sonstige Rohheitsdelikte. Es gab 29 Betrügereien,16 Fälle von Handel mit Rauschgiften und 83 weitere Straftaten, darunter 37 Sachbeschädigungen.

Für Aufsehen hat der sexuelle Missbrauch von zwei minderjährigen Mädchen in einem früheren Bernecker Hotel durch einen Bauarbeiter gesorgt. Der Täter sitzt im Gefängnis. Außerdem gab es, laut Polizeibericht, Beleidigungen und herabwürdigende Unterstellungen. Kurz ging König auf den sexuellen Übergriff eines Arztes in diesem Jahr ein, der durch die Presse ging. Der Humanmediziner wurde vom Amtsgericht Nagold zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt und hat gegen das Urteil beim Landgericht Tübingen Berufung eingelegt.

Die Zahl der Einbrüche ist im Vergleich zu 2017 um 18 auf 51 gestiegen. Besonders aufgefallen war der Polizei das Verhalten eines psychisch angeschlagenen jungen Erwachsenen, der in einer schulischen Einrichtung der Stadt untergebracht war. Er hat Kaffee- und Zigarettenautomaten geknackt, ist auf der Suche nach Geld in Vereinsheimen und ins Altensteiger Jugendhaus eingedrungen.

Einbrüche durch Banden aus Osteuropa gab es 2018 in Altensteig nicht mehr, weil die Täter inzwischen hinter Schloss und Riegel sitzen. Dafür haben sich laut König Erwachsene aus der hiesigen Umgebung des schweren Diebstahls schuldig gemacht. Einer sei inzwischen gefasst worden "und muss Ende Juli einsitzen". Gegen andere der Clique laufe ein Verfahren. Zugenommen habe die Cyber-Kriminalität. Größtenteils im Ausland wohnende Täter hätten im Internet Bankdaten erschlichen und auf Kosten des Computerbesitzers Waren eingekauft. Man sei gegenwärtig dabei, die Geldflüsse zu verfolgen.

Auch im vergangenen Jahr hat es in Altensteig fahrlässige und vorsätzliche Körperverletzungen gegeben, die sich nach Angaben von König hauptsächlich im familiären Umfeld abgespielt haben. Wiederholt seien Frauen von ihren Männern oder Bekannten bedroht und angegriffen worden.

Unter der Rubrik Rohheitsdelikte fallen außerdem Sachbeschädigungen (Auto zerkratzt, Wohnung demoliert) ) ins Gewicht. Der unerlaubte Besitz von Betäubungsmitteln wurde im vergangenen Jahr 16-mal aufgedeckt und geahndet. Gehandelt wurden überwiegend synthetische Drogen. König vermutet, dass die Dunkelziffer "weitaus höher ist". Bei Vermögensdelikten fällt der hohe Anteil von Frauen aus Altensteig auf, die im Versandhandel Waren bestellten, obgleich sie wüssten, dass sie zahlungsunfähig seien und wegen Betrugs angezeigt werden können.

Die Aufklärungsquote der Straftaten lag im vergangenen Jahr laut Statistik bei 60 Prozent – etwas weniger als ein Jahr zuvor.

Kurz ging der Polizeihauptkommissar noch darauf ein, dass es bei Verkehrsunfällen auf Gemarkung Altensteig seit 2015 keinen Toten mehr gegeben habe – dafür im vergangenen Jahr 34 Leichtverletzte und 13 Schwerverletzte, darunter acht Motorradfahrer.

Der Polizeiposten in der Rosenstraße 27 ist für die Kommunen Altensteig, Simmersfeld und Egenhausen zuständig und von Montag bis Freitag durchgehend von 7 Uhr bis um 17 Uhr erreichbar. Eine vorherige Terminabsprache hält der Postenführer für sinnvoll. "Wir würden öfter bei Kontrollgängen in der Öffentlichkeit präsent sein", versichert König, die zunehmende Bürokratisierung lasse das aber nicht zu. Viel Zeit gehe zum Beispiel bei Vernehmungen und anschließender Protokollierung aller Zeugen eines Delikts drauf, obgleich bereits "mehrere gleichlautende Zeugenaussagen vorliegen". Die Staatsanwaltschaft verlange eine "lückenlose Aufklärung".

Besetzt ist der Polizeiposten mit fünf Beamten und einer Beamtin. Nach 32 Dienstjahren ist Ewald Langheinz aus Walddorf in Pension gegangen. Die freigewordene Stelle ist nur zu 50 Prozent ersetzt worden. Wünschen würde sich König, dass junge Kollegen eingestellt werden. Er selber ist 59 Jahre alt.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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