Das beklagt das Team des Pflege- und Altenheims St. Cyriak. Vor welchen Herausforderungen sie derzeit stehen, berichten sie im Gespräch mit unserer Redaktion.
Zum Sterben ins Heim – das ist für viele Menschen der letzte Weg. Auch, weil es für manche der letze Ausweg ist. „Die meisten kommen dann zu uns, wenn alle anderen Möglichkeiten erschöpft sind“, sagt Ralf Ruchlak. Er ist seit Anfang des Jahres der neue Leiter des Pflegeheims St. Cyriak. „Wenn Angehörige die Pflege nicht mehr leisten können und auch die Sozialstation nicht mehr weiter helfen kann, dann sind wir die letzte Station.“
Manche bekommen kein Besuch von Angehörigen
Im Durchschnitt lebt ein Bewohner etwa zwei Jahre im Heim, wie Pflegeleiterin Nicola Passow weiß. „Manche sind aber auch schon seit zehn Jahren hier.“ Teilweise werden ältere Menschen auch regelrecht im Heim abgestellt, bekommen nur selten oder auch gar keinen Besuch. Für manche ist das dann ein recht einsames Dasein. Isolde Grieshaber, die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende des Trägervereins St. Cyriak, erinnert sich an eine Begegnung mit einer Bewohnerin im vergangenen Jahr: „Es war ihr 90. Geburtstag und es hatte sich Besuch von Angehörigen angekündigt.“ Die Mitarbeiter des Pflegeheims hatten deshalb extra Kaffee und Kuchen vorbereitet, außerdem sollte der Bürgermeister vorbeikommen. „Weil er verhindert war, bin ich stattdessen gekommen. Die angekündigten Angehörigen tauchten gar nicht auf. Dann waren es nur wir beide.“
Kein Einzelfall, wie auch die Pflegeleiterin bestätigt. „Manche bekommen häufiger Besuch von Angehörigen, andere wiederum so gut wie nie.“
Anforderungen an die Mitarbeiter steigen
Diesen Bewohnern immer vollkommen gerecht zu werden, ist – trotz des stets motivierten Teams – nur bedingt möglich. Denn das Alten- und Pflegeheim steht – wie auch viele andere Einrichtungen – vor großen Herausforderungen. „Die Anforderungen an unsere Mitarbeiter werden immer höher“, berichtet der neue Leiter. „Das liegt vor allem daran, dass mit dem steigenden Alter auch der Pflegegrad der Bewohner steigt“, sagt Ruchlak. „Das belastet dann auch unsere Mitarbeiter stärker.“
Deswegen hofft er auch auf die Unterstützung der Furtwanger Bürger: Im Rahmen eines Ehrenamts kann man sich bereit erklären, eine Patenschaft für ein oder auch zwei Bewohner zu übernehmen. „Bei Interesse kann man sich einfach direkt bei uns melden und einen Termin zum Schnuppern vereinbaren“, sagt Ruchlak. „In einem Gespräch mit der Pflegeleitung wird dann erörtert, mit welchen unserer Bewohner eventuelle Gemeinsamkeiten bestehen, zum Beispiel gleiche Interessen oder Hobbys.“
Viele Möglichkeiten
Wenn die Chemie stimmt, steht der Patenschaft nichts mehr im Weg. „Es geht vor allem darum, etwas Zeit mit den Bewohnern zu verbringen – beispielsweise indem man ihnen etwas vorliest, mit ihnen singt oder gärtnert – und sie außerdem auch zu unterstützen, zum Beispiel bei Behördengängen“, sagt der neue Pflegeheimleiter. „Wer daran Interesse hat, ist jederzeit willkommen.“
Wie kann man helfen?
Unterstützung
Wer das Pflegeheim in irgendeiner Weise unterstützen möchte, findet auf der Homepage unter st-cyriak.de/weitere Informationen und Ansprechpartner.