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Alpirsbach Sprache als Schlüssel zur Integration

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Einzelunterricht als Chance, Sprachkenntnisse noch effektiver zu festigen: Helmut Held mit seiner Schülerin Laila Rezai. Foto: Giumouza Foto: Schwarzwälder Bote

"Integration durch Sprache" lautet das Leitmotiv von Hartmut Held. Er unterrichtet Flüchtlinge in Deutsch und Englisch, um ihnen den Zugang zur Gesellschaft zu ermöglichen.

Alpirsbach. "War der Test schwierig?" fragt Helmut Held seine Schülerin Laila Rezai. Mit prüfendem Blick überfliegt die Afghanin abermals das Blatt vor sich. Darauf sind deutsche Sätze vorgegeben, und dahinter steht Lailas handschriftliche Übersetzung ins Englische. "Es war okay", antwortet sie schließlich. Im Schriftlichen hat sie weniger Probleme. Nur an der Aussprache hapert es noch ein wenig.

"Sprache ist das A und O", weiß Helmut Held. Der berentete Referent für Kultur und Tourismus in Alpirsbach hatte regelmäßig mit Gästen aus dem Ausland zu tun und weiß daher nur zu gut, dass Sprachkenntnisse der Schlüssel zu einem funktionierenden Miteinander sind.

Ausbildung in Pflege nach Schulabschluss

Helds Ruhestand begann 2015, im Jahr der ersten großen Flüchtlingswelle. Mit dieser kamen Laila Rezai und ihr Mann Sakhi damals in Mannheim an, wo sie in einer Erstaufnahmestelle untergebracht wurden. Von dort aus ging es für sie weiter nach Alpirsbach.

Dort war man bereits mit der Organisation von Integrationshilfen zugange. So suchte der bereits seit 2011 bestehende "Arbeitskreis Asyl Alpirsbach" ehrenamtliche Unterstützer, die dazu bereit sind, die Neuankömmlinge in der hiesigen Landessprache zu unterrichten. Held musste nicht lange nachdenken, bis sein Entschluss zu helfen feststand.

Zusammen mit Thomas Schmitt unterrichtete er seit März 2016 so manchen Flüchtling aus Ländern wie Gambia oder Kamerun. "Wir haben in den Sommerferien durchgängig um die 20 Erwachsene und Kinder unterrichtet", erzählt Held. Einige besonders wissbegierige Zuwanderer sahen jedoch im Einzelunterricht die Chance, ihre Kenntnisse noch effektiver zu festigen – so zum Beispiel auch die 31-jährige Laila Rezai.

Seit einem halben Jahr unterrichtet Held nun zweimal wöchentlich die junge Flüchtlingsfrau. Wie viele andere Flüchtlinge auch, erhält sie ihren Sprachunterricht primär in den dafür vorgesehenen Kursen der Kreisvolkshochschule. Der Einzelunterricht mit Helmut Held dient dabei als Ergänzung. Gemeinsam werden die Inhalte des Kurses besprochen, Hausaufgaben durchgegangen sowie Betonung und Aussprache geübt. "Die Lerninhalte festigen sich gerade im Einzelunterricht besonders gut, da man individuell auf die Bedürfnisse seiner Schüler eingehen kann", sagt Held.

Als Frau in Afghanistan blieb Laila Rezai eine Schulbildung verwehrt. Doch nun möchte sie die Chance nutzen, die sie in Deutschland erhielt: Sie strebt eine Ausbildung in der Altenpflege an. Für den dafür erforderlichen Hauptschulabschluss, den sie im Oberlinhaus in Freudenstadt erwirbt, sind Deutsch- und Englischkenntnisse Grundvoraussetzung.

Im Juli dieses Jahres steht für Laila Rezai die große Prüfung an. Was ihr bisher jedoch die meisten Verständnisprobleme bereitet, sind weniger die Unterrichtsinhalte, sondern viel mehr das geschwollene Bürokratendeutsch aus amtlichen Schreiben. Doch auch bei derlei Alltagsproblemen findet sie schnell offene Ohren und helfende Hände in der unmittelbaren Nachbarschaft. "Unfreundliche Menschen gibt es überall", weiß Leila Rezai. "Aber in Alpirsbach sind die Menschen bisher alle sehr nett und hilfsbereit gewesen."

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