Ein Mädchen im Kreis Konstanz ist am Ehec-Erreger erkrankt. (Symbolfoto) Foto: dpa

Im Kreis Konstanz hat sich eine Zehnjährige mit dem Ehec-Erreger infiziert und liegt im Krankenhaus. Die Schule des Mädchens sei desinfiziert worden. Wie sich das Mädchen mit dem Darmkeim infiziert hat, war noch unklar.

Konstanz - Ein Schulkind aus Allensbach am Bodensee (Kreis Konstanz) liegt mit einer Ehec-Infektion im Krankenhaus. Das fast zehn Jahre alte Kind leide unter der schweren Verlaufsform, dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS), sagte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes Konstanz, Hannes Winterer, am Montag. Wie sich das Mädchen mit dem Darmkeim infiziert hat, sei noch unklar. Die Ermittlungen liefen „mit Hochdruck“, teilte das Landratsamt mit.

Ehec kann blutige Durchfälle auslösen und in schweren Fällen zu Nierenversagen führen, es gibt aber auch unscheinbare Verläufe. Nach Angaben des Landessozialministeriums werden die Erreger vor allem durch die unbeabsichtigte Aufnahme von Fäkalspuren über den Mund übertragen - etwa bei Kontakt zu Tieren oder dem Verzehr von Lebensmitteln wie Rohmilch. In Baden-Württemberg wurden in diesem Jahr laut Ministerium bislang 32 Ehec-Fälle und sechs HUS-Fälle gemeldet.

In Allensbach sind den Angaben nach bisher keine anderen Fälle bekannt. Er könne aber auch nicht völlig ausschließen, dass es weitere Infizierte gibt, sagte Winterer. In der Schule, die das Mädchen besucht habe, liefen flächendeckende Desinfektionsmaßnahmen. Zudem würden andere Kinder untersucht, die vor kurzem Durchfall hatten. Auch Familienangehörige und weitere Kontaktpersonen seien aufgefordert worden, Stuhlproben abzugeben, hieß es beim Landratsamt. Dadurch solle eine Weiterverbreitung des Keimes unterbunden werden.

Ein Ehec-Fall im Ostalbkreis

Es gebe aktuell noch einen weiteren Ehec-Fall bei einem Kind im Ostalbkreis, sagte eine Sprecherin. Ein Zusammenhang mit dem Fall am Bodensee bestehe nach derzeitigem Kenntnisstand aber nicht.

Im Frühjahr 2011 hatte die größte deutsche Ehec-Epidemie 53 Menschen das Leben gekostet. Vor allem Norddeutschland war betroffen. Bundesweit werden jährlich rund 1000 Ehec-Fälle gemeldet.

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