Nach fast zehn Jahren ist es soweit: Der neue Aldi an der Hochbrücke eröffnet am 16. November. Wir durften vorab einen Blick in die neue Filiale werfen. Und da ist einiges, beispielsweise, was die „Backwelt“ angeht, anders.
Mancher Kunde konnte die Eröffnung wohl kaum mehr erwarten. Zumindest rückten einige bereits am Mittwoch mit Einkaufstaschen an – und mussten wieder weggeschickt werden. Denn vor der offiziellen Eröffnung am Donnerstag, 16. November, durften erst einmal der Gemeinderat, die Verwaltungsspitze und unsere Redaktion hinter die Kulissen schauen.
Näher an der Kernstadt
„Bei aller Kontroverse: Mit diesem Markt rückt die Lebensmittelversorgung näher an die Kernstadt heran. Und dank der guten Lage bin ich sicher, dass er gut angenommen wird“, sagte Bürgermeister Matthias Winter am Mittwochmittag bei der Voreröffnung.
Um die sieben Jahre sind der Eröffnung der neuen Aldi-Filiale an der Hochbrücke vorangegangen. Immer wieder stand das Vorhaben in der Kritik. Versuche von Bürgerseite, die Ansiedlung des Aldi an der Hochbrücke zu verhindern, scheiterten jedoch, so dass im Dezember 2022 mit dem Bau der Filiale begonnen wurde.
Ab da verlief alles reibungslos, wie Daniel Burkhard, Director Real Estate bei Aldi Süd, berichtete. Er dankte dem direkten Nachbarn Rheinmetall dafür, dass er die Bauarbeiten so duldsam hingenommen habe, und begrüßte unter anderem Andrea Erbrich, die zuvor Filialleiterin des Standorts in der Austraße war und nun die neue Filiale leiten wird.
Obst und Gemüse vorne
Beim Rundgang durch den Aldi an der Hochbrücke mit rund 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche ließ Daniel Burkhard die Gäste teils an strategischen Überlegungen teilhaben. So befinden sich Obst und Gemüse „für ein gutes Gefühl“ nun im Eingangsbereich. Früher habe man diese eher in Kassennähe gefunden. Die Idee war, dass die empfindliche Ware so nicht von den anderen Einkäufen im Wagen zerdrückt wird.
Bei den Pfandautomaten klärte Burkhard darüber auf, dass nur Einwegpfand angenommen – und auch verkauft – werde. Das habe vor allem Platzgründe. Die EU plane aber eine Änderung der Pfandsysteme für Supermärkte und Discounter, nämlich die Mehrwegpflicht, so dass in einigen Jahren dann umgerüstet werden müsse.
Daniel Burkhard wies auch auf die elektronischen Preisschilder hin, die den Mitarbeitern das mühsame Umetikettieren ersparen. Einen minütlich wechselnden Preis müsse man dabei nicht fürchten, stellte der Real Estate Director klar. So könne man einfach besser einheitliche Preise sicherstellen.
Energieeffizienz vs. Wirtschaftlichkeit
Eine deutlich sichtbare Veränderung zu älteren Filialen ist die Ausstattung der Kühlregale mit Türen. Das habe Vor- und Nachteile, machte Daniel Burkhard deutlich. Nicht nur sei es durch die Türen aufwändiger, die Regale zu befüllen, der Kunde könne auch nicht mehr ungehindert hineingreifen, sondern müsse erst die Türen öffnen. Aber hier habe man die Energieeffizienz der Wirtschaftlichkeit vorgezogen.
Nach der Besichtigung der Sozialräume, des Tresors, der den Kasseninhalt automatisch zähle, und des Lagers samt Kühlzellen ging es in die Süßigkeitenabteilung. Bürgermeister Winter outete sich als Fan der „Nussknacker“-Schokolade. Die sei vor allem in Rumänien der Renner, erzählte Burkhard.
Auslage statt Automat
Am Weinregal vorbei ging es zur „Backwelt“. Dort findet man in der neuen Filiale keinen Backautomaten mehr, sondern ein offenes Regal, das mit frisch in der Filiale Gebackenem und angelieferten Backwaren von „Ziegler’s Backstube“ bestückt wird.
Der Backautomat habe sich schlichtweg nicht durchsetzen können, erklärte Burkhard. Auch wenn er letztlich hygienischer sei, greife der Kunde offenbar deutlich lieber zu, wenn er das Produkt vorher im offenen Regal sehen könne.
Markenprodukte biete Aldi übrigens dann an, wenn das Produkt unverzichtbar sei. Als Beispiel nannte er die bekannteste Brotaufstrich-Nuss-Nougat-Creme. Das Aldi-Eigenprodukt werde aber direkt daneben platziert, um dem Kunden zu zeigen, wie viel teurer das Markenprodukt im Vergleich ist.
Innovatives Bezahlen und Einkaufen
An der Kasse wird es zwei Fächer geben, so dass der Kunde seine Einkäufe in Ruhe einräumen kann, während beim nächsten bereits abkassiert wird. Kameras und ein Spiegel im Kassenbereich sollen übrigens verhindern, dass Waren in der unteren Ablage beim Bezahlen übersehen oder vergessen werden.
Self-Checkout-Kassen, an denen man ihre Waren selbst einscannen, bezahlen und einpacken kann, gibt es in der neuen Filiale an der Hochbrücke keine. Diese würden in größeren Städten mit mehr Laufkundschaft eingesetzt, erklärte Burkhard. In Mühlheim an der Ruhr habe man zudem einen Testlauf in Sachen Onlinehandel mit frischen Lebensmitteln gestartet. Man prüfe also alternative Vertriebssysteme.
Am Donnerstag, 16. November, wird die neue Filiale um Punkt 8 Uhr eröffnet. Der Aldi in der Austraße wurde übrigens bereits am Mittwoch geschlossen. Die elf Mitarbeiter in der neuen Filiale werden aus der alten übernommen.
Was die Verkehrsführung angeht, so werden die Kunden – je nach Fahrziel – nach dem Einkauf am Parkplatz gleich links unter der Hochbrücke über die Sägewerkstraße Richtung Talstadt geleitet – eine Einbahnstraße wurde eingerichtet – oder rechts über die Rosenfelder Straße Richtung Boll/Bochingen.