Baden-Württemberg meldet eine Inzidenz von 546 (Symbolfoto). Foto: dpa//Michel Spingler

Die bundesweite Inzidenz erreicht einen weiteren neuen Höchststand seit Pandemie-Beginn. Auch die Covid-19-Fälle überschreiten eine große Marke. In Stuttgart gilt wieder eine Ausgangssperre. Hier geht es zu den aktuellen Daten.

Stuttgart - Die Corona-Neuinfektionen steigen weiter an. Nachdem am Vortag (516) zum ersten Mal seit Pandemie-Beginn bundesweit der Inzidenzwert von 500 überschritten wurde, wird aktuell eine Inzidenz von 528 gemeldet. Eine weitere große Marke wurde nun überschritten. Seit Pandemie-Beginn gab es in Deutschland über acht Millionen Covid-19-Fälle.

Baden-Württemberg (546) meldet eine noch höhere Inzidenz. Hier wird schon zum dritten Tag infolge die 500er-Marke überschritten. 29 Kreise im Land überschreiten die 500er-Marke. So auch die Landeshauptstadt (537). Seit Sonntag gilt unter anderem in Stuttgart eine nächtliche Ausgangssperre für Ungeimpfte.

Die steigenden Infektionszahlen spiegeln sich allerdings nicht bei der Belastung der Intensivbetten wider. Die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstation (355) bleibt weiter deutlich unter dem Alarmstufe-I-Wert von 390.

In diesem Beitrag veröffentlichen wir die aktuellsten Zahlen zur Entwicklung des Infektionsgeschehens. Wir greifen dafür auf Daten des Robert-Koch Instituts (RKI) sowie des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg zurück. (Stand der Daten: 17. Januar, 10.00 Uhr.)

Die aktuellen Coronaregeln

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus sind bundesweit nicht mehr an die Inzidenz gebunden, sondern an die Lage in den Krankenhäusern. Während die tagesaktuelle Rate der zuletzt ins Krankenhaus eingewiesenen Covid-19-Patienten systematisch zu niedrig angegeben wird, ist die Zahl der von Coronapatienten belegten Intensivbetten ein zuverlässiger Indikator für die Belastung des Gesundheitssystems.

In Baden-Württemberg gibt es neben der Basisstufe drei Stufen für verschärfte Regeln. Seit ihrer Einführung gilt in Baden-Württemberg die höchste Alarmstufe II: Es gilt in der Regel 2G oder 2G plus. Dazu kamen seit Ende Dezember Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte. Die nächtliche Ausgangssperre für Ungeimpfte in Coronahotspots ist derzeit wieder in vielen Kreisen in Kraft, ab Sonntag mitunter in der Landeshauptstadt. Detaillierte Informationen finden Sie hier.

Obwohl die Auslastung der Intensivbetten in Baden-Württemberg in den vergangenen Tagen unter dem Schwellenwert für die Alarmstufe II lag, bleibt diese in Baden-Württemberg noch bis mindestens 1. Februar bestehen. Hintergrund ist die Sorge vor Omikron und einer Überlastung des Gesundheitswesens.

Neu hinzu kamen vom 12. Januar an zudem eine FFP2-Maskenpflicht in Geschäften sowie geänderte Quarantäneregeln. Die Sperrzeit für die Gastronomie gilt von 22.30 bis 6 Uhr. Zur Übersicht der Regelungen aus der neuen Corona Verordnung geht es hier.

Covid-19-Patienten auf Intensivstation

Die Lage auf den Intensivstationen entspannt sich im Vergleich den vergangenen Wochen. Die Marke von 390 mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten in Baden-Württemberg wird seit einigen Tagen wieder unterschritten.

Das folgende Schaubild zeigt die Belegung der Intensivbetten in Baden-Württemberg mit Covid-19-Patienten:

Wichtig für die künftige Entwicklung ist die Zahl der Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten auf die Intensivstationen. Das folgende Schaubild zeigt die Entwicklung für ganz Deutschland seit August:

Corona-Infektionen in Deutschland und Baden-Württemberg

Die per Labortest bestätigten Neuinfektionen bleiben eine wichtige Kennziffer der Pandemie. Je höher der Anteil der Infektionen, desto höher das Risiko insbesondere für Ungeimpfte, sich zu infizieren und ins Krankenhaus zu kommen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz wird für die zurückliegenden sieben Tage und je 100 000 Einwohner berechnet.

Deutschlandweit wird durch einen weiteren Anstieg nun eine Sieben-Tage-Inzidenz von 528 gemeldet. Damit erreicht der Inzidenzwert einen neuen Höchstwert seit Beginn der Pandemie. Am Vortag (516) wurde erstmals bundesweit die 500er-Marke überschritten.

Auch in Baden-Württemberg steigen die Infektionszahlen weiter an. Das Land meldet 546 Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen (Vortag: 539).

Das Diagramm zeigt die Sieben-Tage-Inzidenz für Deutschland und Baden-Württemberg seit Juli 2020:

Wie sich die Infektionszahlen in den kommenden zehn bis 14 Tagen entwickeln, lässt sich an der Reproduktionszahl (auch R-Wert genannt) ablesen. Liegt sie über 1, dann steckt ein Infizierter mehr als eine weitere Person an – die Infektionszahlen steigen. Derzeit liegt der R-Wert knapp über 1.

Das folgende Schaubild zeigt die Entwicklung des R-Werts seit Beginn der Pandemie:

Binnen sieben Tagen wurden fast 440 000 bestätigte Neuinfektionen in Deutschland verzeichnet. Die Werte verteilen sich ungleich auf die Bundesländer. Deutlich am höchsten ist die Inzidenz derzeit in Bremen (1389) – als einziges Bundesland überschreitet es aktuell die 1000er-Marke. Berlin (948) liegt noch darunter. Drei Bundesländer unterschreiten die 300er-Marke.

Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Zahlen für die einzelnen Bundesländer. Sie können die Tabelle durchblättern, um alle Länder angezeigt zu bekommen.

In Baden-Württemberg nimmt die Zahl der Neuinfektionen deutlich zu. Am höchsten ist die Inzidenz im Südwesten derzeit im Stadtkreis Baden-Baden (817). Hier wird die Marke von 800 Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen je 100 000 Einwohner überschritten. 13 weitere Kreise überschreiten die 600er-Marke. Die niedrigste Inzidenz verzeichnet aktuell der Neckar-Odenwals-Kreis (385).

In der folgenden Tabelle geben wir die jeweils aktuellsten Werte für alle Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg an und zeigen, wie sich die Sieben-Tage-Inzidenz in den letzten Tagen entwickelt hat. Sie können mit den Pfeiltasten die Tabelle durchblättern, um alle Kreise in Baden-Württemberg angezeigt zu bekommen.

In der Region Stuttgart nehmen die Infektionszahlen weiter zu. Esslingen meldet die höchste Inzidenz (643). Die Landeshauptstadt sowie die Kreise Böblingen und Rems-Murr überschreiten die 500er-Inzidenz. Die Kreise Ludwigsburg und Göppingen liegen noch darunter.

Die Karte zeigt die Inzidenzwerte in der Region Stuttgart. Klicken Sie auf den gewünschten Kreis, um detaillierte Zahlen angezeigt zu bekommen.

Verstorbene

Die Zahl der an und mit Covid-19 Verstorbenen reagiert immer erst zeitversetzt auf die Entwicklung der Infektionen. Der Wert der Verstorbenen pro Tag im Wochenmittel sinkt seit Mitte Dezember deutlich. Mittlerweile ist klar, dass die vierte Welle weitaus weniger Todesopfer gekostet hat als die zweite Welle vor einem Jahr – ein Erfolg der Impfkampagne. Wichtig zu wissen: Die Zahlen beziehen sich auf das Melde-, nicht auf das Sterbedatum.

Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung der mit Corona zusammenhängenden, ans RKI gemeldeten Todesfälle seit März 2020:

Impfungen

Geimpfte erkranken wesentlich seltener schwer an Covid-19. Eine hohe Impfquote ist daher wichtig, um die Krankheitslast gering zu halten. Wegen des mit der Zeit nachlassenden Impfschutzes sind zudem die Boosterimpfungen wichtig. Fast fünfzig Prozent aller Einwohnerinnen und Einwohner haben mittlerweile die Auffrischungsimpfung erhalten.

Das folgende Diagramm zeigt den Anteil der einmalig und vollständig (d. h. zweifach oder mit Johnson&Johnson) Geimpften sowie der Personen mit Auffrischungsimpfungen, jeweils gerechnet auf die Gesamtbevölkerung.

Die Zahl der Boosterimpfungen stieg bis zum 20. Dezember stark an, sank seit den Weihnachtstagen aber ebenso stark. Im neuen Jahr steigt die Zahl wieder an. Die Zahl der Erstimpfungen bewegt sich weiterhin auf einem niedrigeren Niveau.

Lesen Sie hier: Wichtige Fragen und Antworten zum Boostern

Das folgende Schaubild zeigt die deutschlandweit verabreichten Impfdosen, jeweils über sieben Tage gemittelt:

Dieser Beitrag wird regelmäßig aktualisiert – ebenso die Übersicht zu den Corona-Risikogebieten sowie Quarantäneregeln für Reisende.